US-Showdown: Hütter greift wie 2024 nach der Abfahrtskugel
Der Samstag steht ganz im Zeichen der Showdowns um die Weltcup-Kugeln im alpinen Abfahrtsskisport.
Den Auftakt beim Finale in den USA machen die Männer (18.00 Uhr MEZ) mit dem Schweizer Zweikampf zwischen Marco Odermatt und Franjo von Allmen. Danach (19.30 Uhr) folgen in Sun Valley die Frauen mit Cornelia Hütter als Jägerin von Federica Brignone.
Als Titelverteidigerin liegt Hütter 16 Punkte hinter der seit Wochen in Topform fahrenden Brignone. Parallel schultert sie die größten Hoffnungen des ÖSV auf Weltcup-Kristall in dieser Saison. „Es ist alles offen und es ist cool, beim Finale in so einer Position zu sein. Das ist nicht selbstverständlich und zeigt, dass die Saison bis jetzt echt lässig war“, sagte Hütter. Zu zwei Siegen kommt ein dritter Platz. Ohne ihr Jänner-Tief ohne Top-fünf-Platzierung wäre die Ausgangslage eine noch bessere, weiß die 32-Jährige selbst. „Aber ich finde es cool, dass ich mich aus dem Tief rausgekämpft habe.“
Hütter bereits mit US-Saisonsieg
Mit Sofia Goggia auf Platz drei (-34 Punkte) findet sich die Steirerin im italienischen Sandwich wieder. Gleichzeitig merkte die 32-Jährige an, dass der Rückstand dieses Jahr kleiner ist. 72 Punkte hatte sie im Vorjahr gegenüber Lara Gut-Behrami aufgeholt. Und sich in einem Herzschlagfinale in Saalbach-Hinterglemm zur ersten österreichischen Kugelgewinnerin im Speedmetier seit Nicole Schmidhofer 2019 in der Abfahrt gekürt. „Letztes Jahr war es leichter, weil keiner mit mir gerechnet hat und ich auch nicht. Heuer bin ich schon in einer anderen Situation“, sagte Hütter.
Das Amerika-Feeling taugt ihr, auch mit dem Schnee kommt Hütter gut zurecht. In Lake Louise in Kanada hat die 32-Jährige sieben ihrer 32 Podestplätze eingefahren, zum Saisonauftakt kam ein Abfahrtssieg in Beaver Creek hinzu. „So wie ich die Saison angefangen habe, möchte ich sie zu Ende bringen“, sagte Hütter deshalb.
Kriechmayr findet Challenger-Piste „lässig“
Die Piste „Challenger“ in Idaho ist für alle Neuland. Wie üblich fahren beim Weltcupfinale beide Geschlechter am selben Kurs, den Vincent Kriechmayr recht „lässig“ findet. „Es wird kein Highspeed-Rennen werden, aber ganz okay und zum Anschauen eine lässige Abfahrt. Es ist eine sehr technische Strecke. Es gibt keine Gleitpassage, sehr Super-G-ähnlich.“ Also etwas, das dem Oberösterreicher liegen könnte. „Die Strecke wird einigen liegen, nicht nur mir.“
„Es ist einmal schön, wenn ich einmal nicht der einzige im Starterfeld bin, für den es das erste Mal ist“, sagte indes der Weltcup-Rookie Stefan Eichberger. Nur die ersten 15 bekommen beim Finale auch Punkte. Zumindest in dieser Region will der 24-Jährige im 25-köpfigen Teilnehmerfeld zum vierten Mal in Folge landen. „Wenns weiter nach vorne reicht, dann passt’s auch“, sagte Eichberger, nachdem das erste Training wegen Neuschnees abgesagt werden musste.
Hemetsberger ganz entspannt
Mit Schnee könnten es die Veranstalter am Bald Mountain auch in den Folgetagen zu tun bekommen. Daniel Hemetsberger ist diesbezüglich gelassen, er hat sich schlau gemacht: „Ich habe mit dem Trinkl Hannes (FIS-Renndirektor, Anm.) geredet, den trockenen Schnee werden sie relativ leicht rausbringen.“ Das Reglement besagt, dass Rennen beim Finale nicht verschoben werden können, sondern ersatzlos gestrichen werden. Hemetsberger verpasste nach einem Hexenschuss zuletzt drei Bewerbe. „Ich habe eine Woche Muskelrelaxans genommen, von dem her bin ich jetzt wieder fit.“
Mit der Kugelentscheidung haben Österreichs Männer nichts zu tun. Den Abfahrern droht die erste Saison ohne einzigen Podestplatz überhaupt. Kriechmayr liegt als bester Punktesammler nur auf Platz elf. An der Spitze hat Odermatt die Trümpfe in der Hand. Bei 83 Punkten Vorsprung auf von Allmen reicht ihm zur zweiten Abfahrtskugel bereits ein 14. Platz. Den Gesamtweltcup hat Odermatt wie die Riesentorlauf- und Super-G-Kugel schon in der Tasche. Bereits im Vorjahr holte er Vierfach-Kristall – als insgesamt erst vierter Läufer nach Jean-Claude Killy, Pirmin Zurbriggen und Hermann Maier.
Besondere Marke für Brignone möglich
Auch Brignone könnte neben dem Gesamtweltcup noch drei kleine Kristallkugeln gewinnen. Nur Lindsey Vonn (2010, 2012) und Mikaela Shiffrin (2019) gelang das bisher im Frauen-Weltcup. Die 34-jährige Italienerin muss in Sun Valley aber noch abliefern. Im Super-G liegt sie nur fünf Punkte vor Gut-Behrami, im Riesentorlauf 20 hinter Alice Robinson.
Die Bewunderung der Konkurrenz ist ihr gewiss. „Hut ab vor Lara Gut und Federica Brignone, die den Weltcup die ganze Zeit dominieren und immer wieder aufs Neue die Ergebnisse bringen“, sagte etwa Stephanie Venier, die nach Super-G-Gold bei der Heim-WM zuletzt um ihren Fokus rang. „Jetzt bin ich wieder 100 Prozent bereit für den Schluss und das sollte auch passen.“
(APA) / Bild: GEPA
