US-Team will weiter auf der Welle reiten – Paraguay und Australien kämpfen um Platz zwei
Ohne großen Druck kann das US-Team in das abschließende Gruppenspiel bei der Fußball-WM im eigenen Land gehen. Die Auswahl von Teamchef Mauricio Pochettino steht bereits vor der Partie gegen die fix ausgeschiedene Türkei am Freitag in Los Angeles als Sieger der Gruppe D fest. Im Parallelspiel in Santa Clara geht es zwischen Paraguay und Australien um ein Ticket für das Sechzehntelfinale.
Türkei – USA: Spiel um Momentum und die Ehre
Statt Duell um den Gruppensieg, wie vor dem Turnier zu erwarten gewesen wäre, hat das Spiel für den weiteren Turnierverlauf keine Auswirkung. Rotation, und dennoch das Momentum wahren, heißt es für das US-Team. Gut möglich, dass Pochettino die Verteidiger Chris Richards und Antonee Robinson, Mittelfeldspieler Tyler Adams und Stürmer Folarin Balogun schützt. Das Quartett hat bereits eine Gelbe Karte und würde bei einer weiteren in der ersten K.o.-Runde fehlen. Offen ist auch, ob Christian Pulisic sein Comeback gibt oder noch geschont wird. Der Star der Amerikaner war im Auftaktmatch gegen Paraguay (4:1) wegen Wadenproblemen in der Pause ausgewechselt worden, war zuletzt aber wieder im Mannschaftstraining dabei.
Trotz möglicher Umstellungen peilt das US-Team den dritten Sieg im dritten Spiel an. „Du willst nicht mit einem schlechten Gefühl in die K.o.-Runde gehen. Obwohl wir schon weiter sind, wird es nichts an unserer Vorbereitung und Mentalität ändern. Es ist sehr wichtig, weiter auf der Welle der guten Leistungen zu reiten“, erklärte Max Arfsten. Für die bisher so enttäuschende Türkei geht es nach null Punkten und null Toren dagegen nur noch um die Ehre – für Vincenzo Montella vielleicht aber auch schon um seine Zukunft als Nationaltrainer. Zwar sprach ihm Verbandschef Ibrahim Haciosmanoglu trotz des bereits sicheren WM-Ausscheidens das Vertrauen aus. Aber wer weiß schon, ob die Bosse auch nach einer dritten Niederlage so denken. Die Stars wie Arda Güler, Kenan Yildiz oder Kapitän Hakan Calhanoglu wollen sich zumindest würdevoll von der WM verabschieden.
Paraguay – Australien: Duell um Rang zwei
Australien reicht bereits ein Punkt, um zum dritten Mal nach 2006 und 2022 den Aufstieg in die K.o.-Runde zu schaffen. Ein Remis würde wohl beiden Teams einen Platz im Sechzehntelfinale bringen, die Socceroos sind aber auf Sieg eingestellt. „Ich glaube nicht, dass es in unserer Natur liegt, einfach nachzulassen“, erklärte Verteidiger Jason Geria. Mit Argusaugen werden Fans und Experten in der Heimat die Aufstellung von Teamchef Tony Popovic verfolgen. Der hatte mit Nestory Irankunda und Connor Metcalfe die beiden Torschützen gegen die Türkei gegen die USA zunächst auf die Bank gesetzt und dafür Kritik einstecken müssen.
Paraguay muss auf Miguel Almiron nach dessen historischer Roter Karte verzichten. Der Flügelspieler war beim 1:0-Sieg gegen die Türkei nach VAR-Intervention als erster Spieler ausgeschlossen worden, weil er sich in einem Verbalduell die Hand vor den Mund gehalten hatte, was neuerdings mit Rot geahndet wird.