Das erste Pflichtspiel in diesem Jahr samt Debüt des neuen Trainers Fabio Ingolitsch ist für Sturm Graz daneben gegangen

„Viel Arbeit vor uns“: Ingolitsch-Premiere bei Sturm geht daneben

Das erste Pflichtspiel in diesem Jahr samt Debüt des neuen Trainers Fabio Ingolitsch hat für Sturm Graz vor allem eine Erkenntnis gebracht: Der Fußballmeister muss sich deutlich steigern, um auf nationaler Ebene reüssieren zu können. Die internationale Saison geht in einer Woche mit dem Heimmatch gegen Brann Bergen zu Ende, nach dem 0:3 am Donnerstag in Rotterdam gegen Feyenoord besteht in der Europa League keine Chance mehr auf den Playoff-Einzug.

Ingolitsch zeigte sich nach seiner Premiere relativ enttäuscht. „Es tut sehr weh. Jeder stellt sich sein Debüt anders vor, aber es soll nicht um mich, sondern um die Mannschaft gehen“, erklärte der in der Winterpause von Altach geholte Coach und resümierte: „Es liegt noch sehr viel Arbeit vor uns.“ Ihm missfiel vor allem die Schwäche bei ruhenden Bällen – das erste Gegentor nach nicht einmal fünf Minuten entsprang einem Corner, womit Sturm in dieser Europa-League-Spielzeit bereits fünf Treffer aus Eckbällen kassiert hat. „Das zieht sich wie ein Kaugummi durch die Europa-League-Saison“, sagte Ingolitsch.

HIGHLIGHTS | Feyenoord Rotterdam – SK Sturm Graz | 7. Spieltag

Sturm trauert Möglichkeiten nach

Für Unmut sorgte auch die mangelnde Durchsetzungsfähigkeit in Zweikämpfen. „Wir konnten keine Bälle festmachen. Dadurch kommen sie zurück wie ein Bumerang, und das Spiel verlagert sich in unsere Hälfte.“ Zudem sei man in Ballbesitz oft zu mutlos gewesen. Der 33-Jährige sprach von einer verdienten Niederlage, trauerte aber auch Situationen nach, in denen man Feyenoord hätte erwischen können. „Wir hatten unsere Momente nach vorne, haben sie aber unsauber ausgespielt.“

Als zufriedenstellend bewertete Ingolitsch das Abwehrverhalten aus dem Spiel heraus. „Da haben wir ordentlich verteidigt.“ Erfreulich aus Sturm-Sicht war auch das Profi-Debüt von Luca Weinhandl, der mit 17 Jahren und 11 Tagen zum jüngsten Österreicher avancierte, der jemals in der Europa League eingesetzt wurde. Mit seiner Leistung im jüngsten Test gegen Kopenhagen empfahl sich der U17-Vizeweltmeister für die Position neben Jon Gorenc Stankovic im Mittelfeldzentrum.

„Sehr ärgerlich“: Ingolitsch über verpatzte Sturm-Premiere

Winhandl-Debüt als Lichtblick

Der Teenager wurde von Ingolitsch bereits vor einigen Tagen in einem persönlichen Gespräch über seinen bevorstehenden Startelf-Einsatz informiert. „Er hat mir sehr klar vermittelt, dass er sich für das Vertrauen bedankt und sich bereit fühlt“, erzählte Ingolitsch. „Und das hat er auch bestätigt. Er war eine der positiven Erscheinungen, hat nahtlos mithalten können, war unglaublich fleißig, hat viele wichtige Zweikämpfe gewonnen und hatte eine gute Passquote. Ich bin sehr happy für ihn.“

Auch, aber nicht nur wegen der gelungenen Talentprobe von Weinhandl blickte Ingolitsch zuversichtlich in die Zukunft. „Ich finde, dass nicht alles schlecht war. Es hat Teilbereiche gegeben, wo man sieht, dass wir uns entwickelt haben.“ Den Beweis dafür kann Sturm am Donnerstag in Graz gegen Brann Bergen und drei Tage später im Cup-Viertelfinale bei Altach erbringen. Bis dahin gibt es laut Ingolitsch noch einiges zu tun. „Wir haben für die nächsten Tage und Wochen genug Hausaufgaben zu erledigen und werden schon auch den Finger in die Wunde legen.“

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(APA) / Bild: Imago