„Viel Support dahinter“: Segeln & Leichtahletik als Sportlerwahl-Gewinner
Der Sommersport hat bei Österreichs Sportlerwahl groß abgeräumt. Kitesurf-Olympiasieger Valentin Bontus und das 470er-Gold-Duo Lara Vadlau/Lukas Mähr holten jeweils einen NIKI für den Segelverband, Speerwurf-Europameisterin Victoria Hudson für die Leichtathletik. „Das zeigt schon extrem viel, was ich da erreicht habe in dem Jahr. Das war das i-Tüpfelchen. Jetzt kommt nicht mehr viel“, sagte Bontus. „Segeln ist in Österreich eine unglaubliche Waffe.“
Er habe schon einen Gänsehautmoment gehabt, als am Beginn des Abends – die Preisverteilung fand im Rahmen der Lotterien-Sporthilfegala am Donnerstag in der Wiener Stadthalle statt – die Auszeichnung für das Team des Jahres an „Luki und Lara“ ging. Dass er sich dann gegen die zwei „Wahnsinnssportler“ Stefan Kraft und Manuel Feller durchgesetzt habe, mache ihn sehr stolz. „Unglaublich. Ich kann mit diesen Legenden und Sportlern die Bühne teilen.“ Der Skisprung-Gesamtweltcupsieger Kraft hat trotz unglaublicher Karriere noch keinen NIKI in der Hauptkategorie daheim, der „Aufsteiger des Jahres 2015“ bekommt 2025 aber die nächste Chance darauf, wenn unter anderem wieder eine WM wartet.
Er mache im Oktober noch Pause und werde im November in Sardinien wieder mit dem Training beginnen, berichtete Bontus. „Der Plan steht einigermaßen. Das Team bleibt so weit gleich, wir werden im Laufe der Jahre schauen, ob sich was ändern wird oder soll. Klar will ich so normal wie möglich weitermachen. Aber die L.A.-Kampagne ist Übersee, das ist alles ein bisschen anders. Da werden wir sehen, was für Challenges auf einen zukommen. Ich bin guter Dinge, dass wir das meistern werden.“
Die Sommerspiele 2028 gehen in Los Angeles in Szene, ob Vadlau/Mähr eine neuerliche Olympia-Qualifikation in Angriff nehmen, ist nach wie vor offen. „Wir planen im Moment – blöd gesagt – von Gala zu Gala. Wir haben ja jetzt ein Jahr mehr, als wir für diese Kampagne hatten“, sagte Mähr. Da die Olympischen Spiele in Tokio wegen Corona erst 2021 stattfanden, war der Zyklus für Paris 2024 verkürzt.
Awards als Auszeichnungen für Sommersport
Ihren NIKI sehen sie auch als Auszeichnung für das gesamte Team. „Was uns, was den Verband auszeichnet, ist ein großes Miteinander, ein Miteinander mit Sportlern, Trainern, Verbandsstrukturen, Funktionären. Nur als Team kann man weiter vorankommen. Unsere Zusammenarbeit funktioniert sensationell gut. Wir haben das große Glück, dass wir nicht nur blind geführt werden, dass wir auch ein großes Mitspracherecht in unserer Kampagne haben“, erklärte Vadlau, die zum zweiten Mal Teamsportlerin des Jahres wurde. „Den NIKI als Olympiasieger zu gewinnen, ist noch einmal was anderes“, meinte sie.
Was der Segelverband in diesen Sport hineinstecke, sei unglaublich, sagte auch Bontus. „Wieviel Support da dahinter ist, das sieht man natürlich alles gar nicht. Die beiden NIKIS sind dem ganzen Team gewidmet.“
„Ein super Typ“: Tennis-Topstars würdigen Thiem vor Abschied
Großer Jubel herrschte auch im Leichtathletikverband. Mit Hudson als Sportlerin des Jahres und Paralympics-Bronzemedaillengewinnerin Natalija Eder als Behindertensportlerin des Jahres schlugen zwei Speerwerferinnen zu.
„Das ist wahnsinnig cool, dass wir beide die Aufmerksamkeit auf die Wurfdisziplinen legen können. Weil das ein bisschen übersehen wird und vielleicht nicht ganz so beliebt ist, vor allem bei Mädchen“, sagte Hudson. Wenn nun aber junge Mädchen sehen, dass Frauen, die Wurfdisziplinen machen, diese Preise gewinnen, mache vielleicht das Schlagballwerfen in der Schule wieder ein bisschen mehr Spaß. „Ich hoffe, dass das ein bisschen inspirieren kann.“
Als Athletin einer Sportart, die nicht immer im Rampenlicht stehe, sei es „ein sehr schönes Gefühl, so wunderbar beschenkt zu werden mit so viel Aufmerksamkeit und Anerkennung wie heute“. Das sei nicht selbstverständlich, weil es oft die Wintersportler seien, die an so einem Abend geehrt werden.
(APA).
Beitragsbild: GEPA.
