„Vielleicht meine letzte Saison“: Neuer spricht über mögliches Karriereende
Manuel Neuer befindet sich in entscheidenden Tagen.
Am Abend (21.00 Uhr) geht es im Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid um den Traum vom Champions-League-Triumph, der deutsche Weltmeister von 2014 denkt aber intensiv darüber hinaus: Mit 40 Jahren naht das Ende einer großen Karriere.
Neuer über Zukunftsentscheidung: „Je eher, desto besser“
„Mir ist schon bewusst, dass es vielleicht meine letzte Saison sein könnte“, sagte der Torhüter im Interview vor dem Spiel. „Aber im Grunde genommen möchte ich mir auch nicht mehr zu viel Zeit lassen. Entscheidend ist, dass ich mit meiner eigenen Situation noch nicht zu einhundert Prozent im Reinen bin, wie es jetzt weitergeht.“ Der Verein würde seinen Vertrag wohl noch einmal um ein Jahr verlängern.
„Mein Fokus liegt ganz klar auf dem FC Bayern„, betonte Neuer, mit der ewigen Diskussion über eine (WM-)Rückkehr zur deutschen Nationalmannschaft will er sich nicht beschäftigen: „Die Mannschaft vertraut unseren Torhütern beim DFB, und ich habe mein Statement dazu abgegeben – da gibt es nicht mehr viel zu sagen.“
DFB-Bundestrainer Julian Nagelsmann hat sich auf Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim als Nummer eins für die WM in den USA, Mexiko und Kanada festgelegt. Neuers Glanzleistung im Hinspiel bei Real (2:1) allerdings hat die Diskussion aufs Neue belebt.
Lahm: Neuer flößt Stürmern Respekt ein
„Ein Jahrhunderttorwart“, „ein Grizzlybär“, der schon längst einen Ballon d’Or hätte gewinnen müssen: Aus Sicht von Philipp Lahm (42) bleibt die Aura seines früheren Teamkollegen Manuel Neuer unerreicht. Der Keeper des FC Bayern flöße „Stürmern Respekt ein – er beeinträchtigt ihre Abschlussqualität“, schrieb Lahm in einer Kolumne für das Onlineportal The Athletic.
Neuer, der am Abend (21.00 Uhr) mit den Münchnern im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid gefordert ist, sei „ein Jahrhunderttorwart, gesegnet mit allen Talenten und Eigenschaften, die für seine Position erforderlich sind: Sprungkraft, Wendigkeit, Reflexe, Physis und Reaktionsvermögen“, ergänzte der frühere DFB-Kapitän, der 2014 an Neuers Seite Weltmeister geworden war. Der inzwischen 40-Jährige besitze „Charisma“ sowie „eine beeindruckende Präsenz“, er sei „unbezwingbar“: „Als Stürmer steht man einem Grizzlybären gegenüber.“
Lahm hob Neuers „fantastischen“ Auftritt in der Vorwoche in Madrid hervor. Der frühere Bayern-Kapitän betonte aber auch: „Wenn man seine Leistung in Madrid genauer betrachtet, findet man keine einzige ‚unmögliche‘ Parade. Seine Stärken lagen in seiner absoluten Ruhe, seiner Präsenz und seiner Konzentration.“ Viele Torhüter reagierten falsch in wichtigen Spielen. „Doch genau dann zeigt Manuel seine wahre Klasse“, schrieb Lahm: „Es ist diese Qualität, die Mannschaften auch heute noch zu Titeln verhilft.“
Dennoch merkte Lahm an, dass dem „heutigen Neuer“ sicherlich schon „zehn bis 15 Prozent seiner früheren Physis“ fehlten. Dies falle in der Bundesliga gelegentlich auf: Neuer bleibe trotzdem „natürlich eine Ausnahmeerscheinung. Er zählt zu den Größten der Fußballgeschichte, neben Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo, und hätte den Ballon d’Or eigentlich schon längst gewinnen müssen“, schrieb Lahm.
(SID/Red).
Beitragsbild: Imago.
