Weißhaidinger & Co.: Österreichs Hoffnungen bei der Leichtathletik-EM
Ein 24-köpfiges Team geht von Montag bis Sonntag bei der Leichtathletik-EM in Birmingham auf die Jagd nach Spitzenplätzen.
Der Speerwurf ist eine der 50 Entscheidungen, Victoria Hudson wird wegen ihrer Babypause den vor zwei Jahren in Rom errungenen Titel nicht verteidigen. Vizeeuropameister Lukas Weißhaidinger ist ebenso mit dabei wie u.a. Dreispringer Endiorass Kingley, Hürdensprinter Enzo Diessl, die ÖSV-Frauen-Sprintstaffel und die starken 400-m-Hürden-Läuferinnen.
20.000 Fans bietet das Alexander Stadium Platz, 1.645 Athletinnen und Athleten aus 49 Nationen werden in der Arena und den Straßen von Birmingham (Gehen, Marathon) nicht nur nach Medaillen streben, sondern dürfen sich im Erfolgsfall auch über Sonder-Preisgeld freuen. Die insgesamt zehn besten Leistungen – in fünf Kategorien für jeweils Frauen und Männer – werden mit jeweils 50.000 Euro belohnt. Darauf hoffen dürfen u.a. der schwedische Stabhochsprung-Superstar Armand Duplantis und die Niederländerin Femke Broeders-Bol, die nach Medaillengewinnen über 400 m Hürden und 400 m flach nun die 800 m läuft.
Team aus Routiniers und Rookies
„Es ist eine große Freude für alle, dass Großbritannien Ausrichtungsort ist. Wir kennen die Sportbegeisterung, die Stimmung soll auch unsere Athletinnen und Athleten beflügeln“, sagte ÖLV-Generalsekretär Helmut Baudis auf einer Pressekonferenz am Freitag in der Südstadt. So groß wie heuer war das ÖLV-Team nur 1954 bei der EM in Bern. „Ziel muss es sein, dass alle möglichst an ihre Bestleistung herankommen. Vielleicht den einen oder anderen österreichischen Rekord verbessern. Drei Platzierungen in den Top acht sind möglich, und dann ist eh alles möglich“, sprach er an, dass bei erfolgreicher Finalqualifikation eine Überraschung immer passieren kann.
Die meisten Athletinnen und Athleten sind in den Lauf- oder Geher-Disziplinen im Einsatz, mit den Diskuswerfern Weißhaidinger und Will Dibo, Dreispringer Kingley und Siebenkämpferin Verena Mayr sind es vier Aktive in Sprung- und Wurfdisziplinen. „Wir haben sehr viel Dynamik, unser Team zeichnet sich aus durch Routiniers auf der einen und Rookies auf der anderen Seite. Wir sind breiter aufgestellt als vor einigen Jahren und sind gut besetzt“, meinte Baudis. Starke Konkurrenz im eigenen Team wie über 400 m Hürden oder im Sprint beflügle enorm.
Vojta der Älteste, Dlauhy eine der Chancenreichsten
Insgesamt blicken neun Debütantinnen und Debütanten der Freiluft-EM entgegen, zum achten Mal bei Kontinentaltitelkämpfen ist Andreas Vojta. „Ich weiß, wie eine Vorbereitung abläuft, aber ich bin erstmals im Marathon dabei. Ich freue mich mit höheren Altern und bei der achten Teilnahme auf eine neue Herausforderung“, sagte der mit 37 Jahren Älteste im Team. Der Marathon verspricht mit seinem welligen Profil und insgesamt 700 Höhenmetern nicht nur spezifisch, sondern auch sehr herausfordernd zu werden.
Den ersten Europameisterschaften in der allgemeinen Klasse blickt hingegen Anja Dlauhy entgegen. Sie drückte ihre Bestleistung heuer um drei Sekunden auf den österreichischen Rekord von 54,52 Sek. „Das ist unglaublich. Mit der EM-Teilnahme ist das größte Ziel erreicht. Ich will eine Zeit unter 55 laufen, dann sollte das Semifinale möglich sein. Ich will das Rennen genießen, eine Bestleistung abrufen und dann kommt das Ergebnis von allein.“ Mit Lena Pressler hat Österreich eine zweite starke Hürdenläuferin im Einsatz.