VIENNA,AUSTRIA,09.SEP.19 - TENNIS - ATP World Tour, Erste Bank Open, preview, press conference with Dominic Thiem. Image shows tournament director Herwig Straka (Erste Bank Open). Photo: GEPA pictures/ Christopher Kelemen

Wien-Turnierboss Straka muss auf VIP-Bereich nicht verzichten

via Sky Sport Austria

Die Organisation von Sport- und Kultur-Events ist in Zeiten der Coronavirus-Pandemie und angesichts erneut steigender Fallzahlen eine enorme Herausforderung. Ein Lied davon singen kann auch Herwig Straka, der die jährlich höchstdotierte Sportveranstaltung Österreichs in der Wiener Stadthalle vor nun nur noch tausend Zuschauern austragen darf. Nach der neuen Verordnung vom Donnerstagabend gibt es nun doch einen VIP-Bereich, auch Zuschauer in der Halle dürfen verköstigt werden.

Die Tennis-Stars befinden sich in einer streng überwachten “Bubble”, die Zuschauer dürfen sich diesmal sogar selbst Essen mitnehmen, wenn sie das wollen. “Ja, es geht rund”, bestätigte Straka am Freitag im Interview mit der APA – Austria Presse Agentur.

Die vom Steirer vor allem wegen der Größe der Stadthalle für sein Event nicht nachvollziehbare, weitere Reduktion der Zuschauerzahl von 1.500 auf 1.000 pro Session wurde bestätigt. “Was Gott sei Dank ein bisschen aufgelockert wurde und auch Sinn macht, ist die Gastronomie. Veranstaltungen, die lange dauern, wie eben auch unser Turnier, wird es jetzt doch ermöglicht, Speisen und Getränke anzubieten.”

Auch der VIP-Bereich ist im Gegensatz zu anderen Schauplätzen für das Erste Bank Open gesichert. Warum das? “Wir haben ja eine unterschiedliche Situation zu Stadien, wo der VIP-Bereich im Stadion inkludiert ist. Bei uns ist der VIP-Bereich eine eigene Halle und wird als eigene Veranstaltung behandelt. Es ist wie ein Restaurant eigentlich.” Allerdings wird es kein Buffet, sondern Service geben. Es wird alles getan, um ein Anstellen zu vermeiden, Gesundheit und Sicherheit der Zuschauer steht ganz oben.

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Die Flexibilität, die Veranstaltern abverlangt wird, ist enorm. “Gestern wurde in der Gastronomie alles abgebaut, es sind alle heimgefahren, heute können alle wieder retour. Am Montag ist ein Feiertag, du musst Ware einkaufen – darüber macht sich ja niemand ein Bild.” Erst im Laufe des Freitag wurde festgelegt, wie genau die Gastronomen ihre Ware an die Zuschauer bringen, ob mit Bauchladen oder einem anderen System. Fix ist nur: jede Form einer Schlangenbildung wird vermieden werden.

Sonst verpönt, wird es sogar ermöglicht werden, dass man eigene Getränke und Essen mitnimmt. Allerdings dürfen Trinkflaschen und Dosen aus Sicherheitsgründen nicht in die Halle, müssten also beim Eingang umgefüllt werden. “Wir adaptieren seit Monaten wöchentlich unsere Pläne und diesmal sogar täglich”, so Straka.

Die Preise wurden nicht erhöht. Neu ist lediglich, dass man für die sonst freie Qualifikation am Samstag und Sonntag (nur für diese gibt es noch Restkarten) bezahlen muss. Da geht es aber weniger um das Geld, so Straka. “Es hat den Hintergrund, dass man nur so registrieren kann und nummerierte Sitzplätze vergeben kann.”

Schon jetzt steht fest, Straka wird im Gegensatz zum so erfolgreichen Vorjahr, 2020 “tiefrote Zahlen” schreiben. “Ohne Zuschauer wäre es definitiv günstiger als mit den 1.000 jetzt”, erklärt Straka, sieht dies aber auch als Anlage für die Zukunft. “Stimmung in der Halle zu haben, ist für die Sponsoren, die Zuschauer und vor allem auch für die Spieler viel wert und ich nutze das Turnier auch als Investition für die Spieler. Djokovic soll sich vorstellen können, wie sich das anfühlt, wenn die Halle voll ist”, denkt Straka auch an seinen absoluten Superstar in diesem Jahr. “Ich hoffe, dass das bei ihm so rüberkommt und er dann nicht das letzte Mal in Wien war.”

So herausfordernd es auch ist, wegen der ständigen neuen Anforderungen durch die Regierung ein Event in der Coronakrise auszutragen, Straka hat nur mit einer Maßnahme ein Problem. “Außer einer Regelung habe ich sonst nie etwas hinterfragt und habe es immer akzeptiert. Die Nichtverhältnismäßigkeit zur Hallengröße, das ist für mich nach wie vor nicht nachvollziehbar, das ist eine Provokation. Bei kleineren Hallen macht es natürlich einen Unterschied, ob 1.500 oder 1.000 drinnen sind, aber in der Stadthalle nicht.” Die nun erwartete Gesamt-Zuschaueranzahl pro Tag, dank zweier Sessions, ist nun 1.500. Rund 500 VIP’s mit Ganztagestickets und je rund 500 in den Sessions.

(APA)

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Beitragsbild: GEPA