PLANICA,SLOVENIA,25.MAR.17 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING, SKI FLYING - FIS World Cup Final, ski flying hill, men. Image shows the rejoicing of Stefan Kraft (AUT). Photo: GEPA pictures/ Matic Klansek

Stefan Kraft holt den Gesamt-Weltcupsieg

via Sky Sport Austria
(APA) Die Superlativen für Stefan Kraft sind im am Sonntag abgelaufenen WM-Winter beinahe ausgegangen: Der 23-jährige Salzburger sprang sich in der Saison 2016/17 nicht nur endgültig in die Herzen der Skisprung- und Sportfans, er ist auch in die Riege der rot-weiß-roten Sportgrößen aufgestiegen. Im Kampf um den “Sportler des Jahres 2017” ist es für Marcel Hirscher keine klare Sache mehr.

Denn Kraft hat es dem nunmehr sechsfachen Alpin-Weltcupgesamtsieger nachgemacht: Zunächst schaffte der Pongauer in Lahti Doppel-WM-Gold und als erster Österreicher überhaupt Einzel-Gold von beiden Schanzen, dann segelte er in Vikersund zur neuen Weltrekord-Marke von 253,5 m und nun krönte er seine Saison auch noch mit seinem ersten Gesamt-Weltcupsieg. Acht Saison-Einzelsiege haben u.a. dazu beigetragen.

Als erster Österreicher seit Gregor Schlierenzauer (2012/13) bzw. insgesamt siebenter schaffte Kraft dieses Kunststück. Schon vor Saisonbeginn hatte er sich gewünscht, im Weltcup die gesamte Saison ganz vorne mitmischen zu können. Nun hat Kraft sogar die große und die kleine Kristallkugel gewonnen, denn auch im Skiflug-Weltcup triumphierte der am 13. Mai 1993 in Schwarzach im Pongau geborene Athlet.

Mit seiner fröhlichen Art stand Kraft schon vor seinen ganz großen Erfolgen in dieser Saison in der Publikumsgunst weit oben. Erstmals aus dem Schatten von Größen wie Thomas Morgenstern und Co. war Kraft mit dem Sieg bei der Vierschanzen-Tournee 2014/15 getreten. In der abgelaufenen Saison lief es Kraft bei der Tournee wegen eines Virus nicht nach Wunsch, dafür sicherte er sich im Finish einer besonders kräfteraubenden Saison auch noch die neue “Raw-Air”-Serie und zusätzliche 60.000 Euro Preisgeld. So ganz nebenbei flog er in Vikersund noch in die Geschichtsbücher und überbot auch am Abschluss-Wochenende in Planica noch mehrmals die 250-m-Marke.

So sehr der Pongauer auf den Schanzen dieser Welt auch abhebt, so sehr am Boden ist er auch nach all den Erfolgen geblieben. Kraft hat eine natürliche Art, macht keine großen Sprüche und lässt sich auch durch Rückschläge die gute Laune selten nehmen. Als Wettkampftyp vermag er sich zudem genau dann zu steigern, wenn es darauf ankommt.

Während der WM in Lahti sah sich Kraft Vergleichen mit Marcel Hirscher gegenüber, der wie er aus Salzburg stammt. Mit 1,73 m ist Hirscher drei Zentimeter größer, und doch hat es Kraft in dieser Saison sportlich immer wieder auf Augenhöhe mit dem Alpin-Superstar geschafft. Beide haben Doppel-WM-Gold, beide haben nun den Gesamt-Weltcup gewonnen. “Zum Marcel habe ich immer gesagt, er ist ein Roboter, jetzt bin ich vielleicht selber schon einer”, meinte Kraft jüngst in Lahti im APA-Gespräch schmunzelnd.

Nach der Saison wird Kraft mit seiner Freundin Marisa Probst, mit der er seit drei Jahren liiert ist, eine Eigentumswohnung in Oberalm beziehen. Die Finanzierung wird kein Problem für den Bayern-München-Fan sein: An offiziellen WM-Prämien, Weltcup-Preisgeldern und “Raw-Air”-Geld hat Kraft brutto rund 290.000 Euro verdient, dazu kommen noch ÖSV-interne sowie Sponsorengelder.