WM für Vonn ein Testlauf für Olympia in Cortina

Die WM in Saalbach-Hinterglemm ist für US-Skistar Lindsey Vonn ein Testlauf für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Cortina, wo sie definitiv wieder um Gold mitfahren will. Eine Medaille würde die 40-Jährige freilich auch aus dem Pinzgau gern mitnehmen, allerdings glaubt sie, noch nicht alles, was es dafür braucht, in Einklang gebracht zu haben. Fix ist eines: „Ich habe meine Karriere bei der WM in Åre beendet. Das jetzt wird wieder meine letzte WM.“

In ihrem bisher letzten WM-Rennen am 10. Februar 2019 in Åre holte Vonn die Bronzemedaille in der Abfahrt. Und beendete die Karriere. „Ich habe aufgehört, weil der Körper fertig war, nicht weil ich nicht mehr gewinnen konnte oder nicht mehr wollte. Mein Körper geht wieder, er ist hundertprozentig fit und ich bin frei für dieses Abenteuer.“ Seit der Knieoperation im April, als sie eine Teilprothese bekam, sei das Leben so viel besser geworden. Sie ist scheinbar auf einer Zeitreise. „Ich wache auf und bin ein normaler Mensch. Als ob ich die Uhr zehn Jahre zurückgestellt habe.“

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Rasche Metamorphose von Vorläuferin zur Teilnehmerin

Seit ihrer ersten WM 2005 bis jetzt sei viel Zeit vergangen, sie habe viel erlebt und ein paar Medaillen auf dem Weg mitgenommen, meinte die zweifache Weltmeisterin. Ursprünglich sei ihr Plan gewesen, bei der Saalbach-WM als Vorläuferin mit dabei zu sein. „Was sich geändert hat, dass ich nun (als Teilnehmerin/Anm.) hier bin? Ich bin schnell, ich bin wettbewerbsfähig und will um Medaillen kämpfen. Aber ich habe keine Ziele oder Erwartungen.“

Nach einem Heimatbesuch „mental und physisch erfrischt“ reiste Vonn nach Österreich, keinen schöneren Ort kann sie sich für Weltmeisterschaften vorstellen, sie lobt die „unglaubliche“ Stimmung bei den Rennen. „St. Anton war schon ein Wahnsinn, ich glaube, es wird noch besser.“ Die Weltcup-Rennen in Tirol waren die zweite Station seit ihrem Comeback im Dezember 2024 nach sechsjähriger Pause, Platz sechs dort in der Abfahrt und vier im Super-G die besten Ergebnisse in diesem Winter.

Druck erst wieder bei Olympia

„Ich hoffe natürlich, dass ich auf dem Podium sein kann. Aber ich könnte auch Zehnte werden, das wäre auch fein. Ich muss niemandem etwas beweisen, ich habe keinen Druck. Nächstes Jahr bei Olympia wird das anders sein“, meinte sie in einer Pressekonferenz am Montagabend in Hinterglemm.

Sie möchte natürlich nicht nur „runterfahren“, sie wisse auch, dass sie wieder gewinnen könne, sie wisse aber nicht, wann es so weit sein werde. „Ich weiß, was es braucht, aber es passt alles noch nicht hundertprozentig zusammen“, sprach sie auch das Set-up und Materialtests an. Wie auch immer sich alles entwickeln werde, eines sei und bleibe unabhängig vom sportlichen Erfolg, der vielleicht noch kommen mag: „Ich bin glücklich.“

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(APA) Foto: GEPA