„Wohl die letzte Chance“: Sky-Experte Janko über Demir-Leihe nach Basel

ÖFB-Youngster Yusuf Demir wechselt nach einer mehr als durchwachsenen Saison bei Galatasaray Istanbul leihweise zum FC Basel. Dass Demir nach den Sommertransfers des türkischen Meisters wohl keine Chance auf mehr Einsatzzeit hat, schien klar. Nun folgt Auslandsstation drei für den 20-Jährigen, Demir trägt wieder ein Blau-Rotes Trikot, dieses Mal wohl seine letzte Chance, sich im Profifußball zu etablieren, wie Sky-Experte Marc Janko meint. 

„Ich befürchte, dass es seine letzte Chance ist, im Profifußball Fuß zu fassen. Im Männerfußball war es bisher ein überschaubarer Werdegang, viel Hype und wenig wirklich Nachweisbares. Dass Demir Qualitäten hat, ist unbestritten. Ich glaube, dass er  bei seinen Vereinsentscheidungen nicht immer gut beraten gewesen ist. Damit meine ich nicht den FC Barcelona, weil da kann ich mir schon vorstellen, wenn das als kleiner Junge dein absoluter Traumverein ist und dann hast du die Chance dort hinzugehen, dann muss das Management und sein Umfeld schon sehr, sehr gut sein, ihn davon abzubringen, das nicht zu machen. Auch wenn man auch sagen muss: Es ist wahrscheinlich absehbar gewesen, dass er dort nicht wirklich Fuß fassen wird“, sagt Janko.

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Vor allem der Wechsel zu Galatasaray Istanbul war für den Sky-Experten nicht der richtige Schritt. Besonders für junge Spieler sei es in der Türkei kaum möglich, sich bei einem Topklub als Stammspieler zu etablieren. „Da ist wirklich aus der Vergangenheit schnell herausfindbar, wie viele junge Talente es dann auch geschafft haben, sich dort quasi aufzubauen. Er war zu dem Zeitpunkt, als er von Rapid weggegangen ist kein Stammspieler, bei Barcelona sowieso nicht. Und dann zu glauben, dass man bei Galatasaray aufgebaut wird, da muss man nur kurz in die Geschichte schauen. Sie sind kein Ausbildungsverein.“

Janko: „Wünsche ihm vom Herzen, dass es funktioniert“

In den sozialen Medien kursieren Gerüchte, dass im Leihvertrag eine Klausel verankert sein soll, welche dem 20-Jährigen eine gewisse Anzahl an Einsatzzeit zusichern soll. Für Janko wäre dies jedoch ein falsches Zeichen: „Wenn diese Gerüchte stimmen sollten, dann wäre das wieder einmal ein komplett falsches Zeichen, eben auch an den Jungen selber. Aber auch eine Bestätigung, dass das Management nicht wirklich weiß, was sie mit ihm machen soll, das wäre völlig an Thema vorbei. Im Sport geht es darum, dass man sich durchsetzt: Entweder bist du gut genug oder auch nicht. Da tut man weder ihm noch dem Verein einen Gefallen, auch Galatasaray wenn er zurückkommen sollte.“

Nun soll es für Demir beim FC Basel wieder sportlich besser laufen. „Insgesamt ist es eine Sache, die funktionieren kann. Ich glaube, dass der FC Basel natürlich jetzt auch nicht mehr mit dem Klub zu vergleichen ist, als ich noch dort war. Es ist mittlerweile ein Mittelfeldklub in der Schweiz mit Ambitionen nach oben und ich wünsche ihm vom ganzen Herzen, dass es funktionieren wird. Man hat immer quasi Wunderdinge erwartet, das war möglicherweise auch nicht immer gerecht, weil er am Ende des Tages auch immer noch ein junger Mensch ist und auch Fehler machen kann und darf. Jetzt hat er die Chance, sich bei einem ähnlich starken Klub wie es Rapid momentan ist, wieder auf die Beine zu kommen und hoffentlich nutzt er jetzt seine quasi letzte Chance im Männer-Profifußball, weil viele wird er glaube ich nicht mehr bekommen“, so Janko.

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(Red.)/Bild: GEPA