Katharina Truppe

„Zitterpartie“ – Truppe nach Teamkombi-Medaille erleichtert

Für Katharina Truppe hat die Ski-WM mit der Bronzemedaille in der Team-Kombination nun so richtig und auch richtig erfolgreich begonnen. Die Kärntnerin durfte am Dienstag gemeinsam mit Stephanie Venier jubeln. „Ich glaube, ich habe sicher den besten Slalom-Durchgang von der ganzen Saison heute da runter gehabt“, sagte Truppe. Im Teambewerb war sie in der Vorwoche als Ersatzpilotin ohne Einsatz geblieben. Nun warten noch zwei weitere Einsätze auf die Technik-Expertin.

„Das war ein sehr nervenaufreibender Tag, muss ich sagen. Schon am Vormittag, wenn man zuschaut und mitfiebert“, meinte Truppe, die am Nachmittag in Saalbach-Hinterglemm die sechstbeste Slalom-Zeit markierte. Zusammen mit Veniers siebentem Platz in der Abfahrt machte das in der Addition den dritten Platz für Österreich 3. Eine halbe Sekunde war man am Ende hinter den Weltmeisterinnen Breezy Johnson/Mikaela Shiffrin aus den USA. „Ich habe ihr gestern gesagt, sie soll den Elfer auflegen, damit ich ihn nur noch verwerten muss. Dann hat sie mich nach der Abfahrt angerufen und gesagt: all-in, aber ein bisschen mit Köpfchen“, berichtete Truppe über den Austausch mit Venier.

„Zitterpartie extrem für die Nerven“

Am Start sei sie durchaus nervös gewesen, „weil ich einfach gewusst habe, ich fahre nicht nur für mich, unten wartet jemand“. Im Ziel angekommen habe sie bei 14 Hundertstelsekunden auf Lara Gut-Behrami/Wendy Holdener zunächst kein gutes Gefühl gehabt. „Die Zitterpartie mit den letzten vier, wo wir gemerkt haben, sie verlieren schon ein bisschen was, das war für die Nerven ganz extrem“, meinte Truppe.

„Jetzt haben wir als Team die Bronzemedaille gewonnen. Wir haben es uns gemeinsam erarbeitet, wir sind gemeinsam gefahren“, sagte Venier. „Wir wollten die andere nicht enttäuschen, und wir sind nicht enttäuscht worden.“ Die Freude der beiden über die Medaille war sichtbar, genauso wie Truppes Probleme mit der Sektflasche bei der Siegerehrung. „Ich habe die Flasche nicht offen gehabt. Dann habe ich mehr Sekt in die Augen als woandershin gekriegt, und dann ist sie mir auch noch aus der Hand gerutscht. Das war eine ganz üble Performance“, urteilte Truppe und lachte. „Ich glaube, ich werde daheim einmal ein Sechsertragerl kaufen müssen und dann ein bissl üben.“

Zwei weitere Rennen für Truppe

Der Start in die WM sei nun gelungen, betonte die 29-Jährige. „Ich kann es jetzt, glaube ich, ein bisschen lockerer sehen. Ich darf im Riesentorlauf auch fahren statt Ricarda Haaser, also habe ich eh noch ein bisschen ein Programm vor mir. Daheim ein Rennen zu fahren und abzuschwingen, ist immer was Cooles. Der Hang ist ganz lässig“, sagte Truppe, für die es die zweite WM-Medaille nach Silber im Team-Parallel 2019 in Åre war. Sie sei auch „erleichtert, weil ich jetzt weiß, dass ich noch schnell Slalom fahren kann“. Der WM-Riesentorlauf findet am Donnerstag, der Spezial-Slalom der Frauen am Samstag statt.

Das Urteil über die Team-Kombination fällt klar positiv aus, der Bewerb soll Truppe und Venier zufolge im WM-Programm bleiben. „Ich finde ihn auch cool, weil die Spezialistinnen in ihren eigenen Disziplinen fahren. Also ist er spannender als eine normale Kombination“, sagte Truppe. In einem Jahr könnten die beiden auch bei den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina gemeinsam die Gelegenheit bekommen, um Edelmetall in der Team-Kombi zu fahren.

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(APA)

Bild: GEPA