GEPA-09101364096 - STOCKHOLM,SCHWEDEN,09.OKT.13 - FUSSBALL - FIFA Weltmeisterschaft 2014, Qualifikation, OEFB Laenderspiel, Schweden vs Oesterreich, Vorberichte, Ankunft der Nationalmannschaft von AUT am Flughafen Stockholm-Arlanda. Bild zeigt Zeugwart Jovo Marjanovic (AUT). Foto: GEPA pictures/ Christian Ort

Zwei Tonnen Equipment: ÖFB-Zeugwarte im Stress

via Sky Sport Austria
Wien/Mallemort (APA) – Beim Einchecken für den Flug zur Fußball-EM nach Frankreich hat ÖFB-Zeugwart Jovo Marjanovic weniger zu tun als bei einem herkömmlichen Auswärtstrip der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Gerade einmal zwei Kisten, acht Taschen und ein Rucksack müssen am Mittwoch verladen werden – ein Klacks im Vergleich zu jener Menge an Equipment, die normalerweise mit dem ÖFB-Team auf Reisen geht.

Dass der Stress unmittelbar vor dem Abflug diesmal nicht ganz so groß ist, liegt an den intensiven Vorarbeiten, die Marjanovic gemeinsam mit seinem Kollegen Walter Lachnit geleistet hat. Bereits am Sonntag, wenige Stunden nach der EURO-Generalprobe gegen die Niederlande, wurden drei Transporter mit zwei Tonnen Trainings- und Match-Utensilien ins ÖFB-Quartier nach Mallemort geschickt.

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Darin enthalten sind unter anderem 60 Bälle, 160 Paar Fußball-Schuhe sowie Trainingsanzüge, Leiberl, Hosen, Socken, Regenjacken, Laufschuhe, Handtücher, Badeschlapfen, 20 Garnituren Dressen und sogar eine eigene Beflockungsmaschine. Die Basis für einen bekleidungstechnisch reibungslosen EM-Ablauf ist also gelegt.

Allerdings beginnt für die ÖFB-Zeugwarte in der französischen Provence die Arbeit erst so richtig. Nicht nur, dass für David Alaba und Co. stets genügend Gewand und Trainingsobjekte zur Verfügung stehen müssen, sind auch strikte UEFA-Vorgaben einzuhalten. Die besagen etwa, dass das Aufwärmen vor einem EURO-Match in Trainingskleidung ohne Werbe-Aufschrift über die Bühne gehen muss. In den normalen Einheiten tragen die ÖFB-Kicker jedoch Leiberl mit Sponsoren-Logos. Dadurch verdoppelte sich die Menge der Trainingswäsche im Vergleich zu einem normalen Nationalteam-Lehrgang.

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Zusätzliche Arbeit für Marjanovic und Lachnit bedeutet auch die UEFA-Vorschrift, wonach die Mannschaftskabine nach dem Abschlusstraining im jeweiligen EM-Stadion wieder völlig leer zu sein hat – die Zeugwarte müssen also die Kabine in zwei Tagen zweimal komplett ein- und ausräumen. Bereits zwei Tage vor jedem EURO-Match setzt sich ein Transporter von Mallemort aus in Bewegung, damit das Equipment zeitgerecht am Spielort eintrifft.

Der Menüplan des ÖFB-Teams

Die logistischen Anforderungen eines großen Turniers sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen und für einen einzelnen Zeugwart nicht mehr zu bewältigen. „Alles ist mehr geworden, egal in welchem Bereich. Alleine kann man so etwas nicht mehr stemmen“, sagte Lachnit, der seit 2012 für das Nationalteam im Einsatz ist. Marjanovic, schon bei der U20-WM 2007 in Kanada mit von der Partie, trat seinen Job bei der A-Auswahl ein Jahr vor seinem Kollegen an.

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Über mangelnde Arbeit kann sich auch die ÖFB-Medienabteilung um Direktor Wolfgang Gramann nicht beschweren. Für die Installierung des Pressezentrums in einem Turnsaal neben dem Trainingsplatz in Mallemort wurden bereits am 2. Juni vier Sattelschlepper und ein Transporter in die Provence geschickt.

Artikelbild: GEPA