Petar Stazic: „So viel Herz hat selten eine Mannschaft des BC Vienna gezeigt“
- Davor Lamesic: „Das war heute sicher nicht unser Spiel“
- Anthony Clemmons: „Der Zusammenhalt und Kampfgeist macht die Mannschaft aus“
- Stefan Weissenböck: „Die Intensität von Wels war nicht akzeptabel“
Der WBC Wels verliert mit 82:86 gegen den BC Vienna. Dazu war in der Halbzeitpause Raoul Korner, Trainer bei medi bayreuth, als Interviewpartner zu Gast. Alle Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria.
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…über das Spiel: „Es ist natürlich ganz bitter gegen Wien mit so einer kurzen Bank zu verlieren, vor allem zuhause. Das war heute sicher nicht unser Spiel, von der Einstellung her, vom Spielfluss her, gar nicht. Wir hatten schon ein paar Mal keine Intensität am Anfang, aber wir haben es immer geschafft die Intensität dann in der zweiten Halbzeit anzuheben und dann hat es meistens gereicht. Heute hat es nicht gereicht. Die Wiener haben heute im Endeffekt verdient gewonnen, sie haben gekämpft, bis zum Ende an sich geglaubt und wir nicht.“
(Trainer ):
…über das Spiel: „Es ist sehr viel Ärger bei mir dabei, weil wir nicht über das ganze Spiel den Gameplan beibehalten konnten und deswegen hat Wien gewonnen. Wien spielt ohne Druck, jeder Spieler kann einfach werfen und dann ist es leicht zu spielen. Sie spielen locker, weil sie wissen, dass sie immer spielen und es ist schwer gegen so einen Gegner zu spielen. Aber wir haben auch nicht 40 Minuten gespielt und deswegen hat Wien gewonnen. Wir waren sechs Punkte vorne in den letzten Minuten, als wir den Korb attackiert haben und dann haben wir wieder angefangen Stepback-Dreier zu werfen, so kann man so ein knappes Spiel nicht gewinnen, mit so schlechten Entscheidungen am Ende.“
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…über das Spiel: „Natürlich freue ich mich über meine Saison-Bestleistung an Punkten, aber es gibt noch sehr viel Luft nach oben. Der Coach gibt mir sehr viele Freiheiten und das hilft mir auch. Wir denken nur von Spiel zu Spiel, heute haben wir es sehr clever gespielt und das umgesetzt, was der Coach uns vorgesetzt hat. Mit der kurzen Bank ist es natürlich nicht einfach, aber so lange es so gut funktioniert passt es.“
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…über die kurze Rotation: „Es gibt nur uns sechs und das sagen wir uns auch andauernd im Training und im Spiel, wir müssen füreinander kämpfen und füreinander da sein und einstehen. Dann können wir auch Spiele gewinnen. Dieser Zusammenhalt und dieser Kampfgeist macht die Mannschaft im Moment auch aus.“
…über den Sieg: „Das ist natürlich ein großer und wichtiger Sieg, vor allem auch weil er auswärts war.“
(Trainer ):
…über die kurze Rotation: „Das ist ganz grenzwertig. Wir müssen mit den Fouls aufpassen, auch wenn wir aggressiv spielen, wir müssen aufpassen, was wir in der Verteidigung machen. Ich wünsche mir keine weiteren Spieler, ich versuche mit dieser Mannschaft das Beste zu geben. Wir müssen mit dem kämpfen, was wir haben.“
…über das Spiel: „Die Mannschaft kämpft, wir können nur gewinnen, wenn wir kämpfen. Wenn wir auswärts gewinnen wollen, dann geht es nicht um Taktik, sondern darum wer das Spiel mehr will.“
…über den dritten Sieg in Folge: „Jeder kann uns stoppen, wenn wir nicht kämpfen, das ist Basketball.“
(Manager ):
…über die Mannschaft: „Man muss den Jungs wirklich ein großes Lob aussprechen, so viel Herz und Einsatz hat selten eine Mannschaft des BC Vienna gezeigt. Sie geben wirklich alles, was sie haben und es ist eine Ehre sie zu beobachten, sie werden von Training zu Training besser, die jungen Spieler entwickeln sich. Man kann nur zufrieden sein. Jetzt haben wir einen sehr sauberen Kern und damit kann auch John Griffin besser arbeiten. Er hat die Jungs, die Herz haben und wie richtige Männer spielen, mit diesem Kader tut er sich jetzt viel leichter als mit dem größeren Kader. Er war immer fest im Sattel, seine Position stand nie zur Diskussion.“
(Trainer medi bayreuth):
…über seine Doppelfunktion als Sportdirektor und Trainer: „Das hat den Vorteil, dass ich sportliche Entscheidungen treffen kann ohne durch Gremien zu müssen, niemand redet mir rein. Man hat mich geholt, um sportliche Entscheidungen zu treffen und weil man mir und meiner sportlichen Kompetenz vertraut. Natürlich passiert das im Dialog und natürlich muss sich das in einem sehr engen finanziellen Rahmen bewegen, aber in diesem Rahmen habe ich Gestaltungsfreiheit, natürlich in Kommunikation mit dem Aufsichtsrat. Aber letztendlich bin ich für das Sportliche verantwortlich und treffe dementsprechend auch die Entscheidungen.“
…über die bisherige Saison in Bayreuth: „Die Momentaufnahme ist sehr schön, aber sie ist eine Momentaufnahme. Wir haben sieben Spiele in Folge gewonnen, wir sind jetzt Dritter vor dem FC Bayern München, das wird vermutlich nicht bis zum Ende der Saison so sein. Wenn es so ist, dann freuen wir uns alle, aber realistisch ist es nicht. Wir reiten die Welle jetzt weiter, die Mannschaft hat sich sehr schnell gefunden, die Chemie ist gut, die Euphorie ist gut. Das war der beste Start seit 20 oder 30 Jahren, im Moment schweben alle ein bisschen auf Wolke 7 und meine Aufgabe ist es weiter fokussiert zu arbeiten. Wir haben realistische Chancen auf einen Playoffplatz, was angesichts unseres Etats eine mittlere Sensation wäre, vielleicht geht sich sogar eine Pokalqualifikation aus. Das wären die Träume, aber Träume darf man haben und so wie es im Moment ausschaut müssen wir uns da auch nicht verstecken.“
(Sky Experte):
…über die Kadersituation bei Wien: „Sie machen es nicht zum ersten Mal, dass sie einen kleinen Kader verwenden, der größte Vorteil dabei ist natürlich, dass man Geld sparen kann und man kann sich Nachverpflichtungen offenlassen. Es gibt nur ein Spiel pro Woche und das kann man mit nur sechs Spielern, die eingesetzt werden, durchhalten.“
…über die ABL: „Wir sehen heutzutage viele Spieler auf dem Spielfeld, die schon lange in der Liga sind und heute wichtige oder sogar Hauptrollen spielen, die aber vor ein paar Jahren Bankspieler waren und damals waren sie auch schon im Profialter, das ist für mich ein Detail, das vieles aussagt. Ich will nicht despektierlich sein, aber das zeigt einfach, dass die Kader im Vergleich zu den Kadern vor einigen Jahren deutlich schwächer sind.“
…über die Arbeit von Korner in Bayreuth: „Bayreuth ist ein Traditionsstandort in der deutschen Basketballlandschaft. Er hat im Sommer sehr gute Arbeit geleistet, sehr schlau einen guten Kader zusammengestellt. Die Fehler, die man im Sommer macht, kann man im Herbst nur schwer ausbügeln, er hat bis jetzt keine offensichtlichen Fehler gemacht, im Gegenteil hat er sehr gute Griffe gemacht. Der Tabellenrang 3 ist hoch verdient.“
…über das Spiel: „Das war definitiv ein verdienter Sieg für Wien, vor allem zum Schluss war es nicht mehr leicht das Spiel zu drehen. Das war gut und verdient. Das war definitiv auch ein Sieg der Mentalität, das Spiel hat sich immer nur phasenweise zugunsten der Welser gedreht, aber es war nie die physische Intensität da, die man von Wels erwartet hätte, um die Wiener zu überpowern.“
…über Wels: „Der Einsatz, die Intensität, das Tempo war absolut nicht akzeptabel für ein Team, wie Wels es sein kann und will. Als Tabellenführer muss man zuhause gewinnen gegen ein Team, das mit fünfeinhalb Leuten spielt.“
…über Player of the Game Clemmons: „Fairerweise muss ich sagen, dass wir den Preis eigentlich dritteln müssten, ein Drittel für ihn, eins für Miletic und eins für Koch. Sie haben alle sehr ähnliche statistische Werte und alle drei hatten großen Anteil daran, dass Wien gewinnen konnte. Der minimale Unterschied für Clemmons sind sechs Assists, er hat sich zumindest phasenweise auch als Teamplayer in Szene setzen können, zu den Punkten und Steals dazu.“