Austria will Lehren gezogen haben – Talente soll liefern

Die Austria will aus vergangenen Jahren gelernt haben. Stolperte Violett zu Beginn der abgelaufenen Saison von Niederlage zu Niederlage, hat Stephan Helm vor Beginn seiner dritten Saison als Austrias Chefcoach den Blick aufs große Ganze gerichtet. Mit den Kräften haushalten, aber nicht abfallen: Die Austria will den Spagat meistern. Das erklärte Ziel liegt mit dem Sprung in die Top sechs der Liga auf der Hand. Darüber hinaus soll der Ruf als Talenteschmiede ausgebaut werden.

Ein Rückblick in den August 2025: Nur ein Punkt nach vier Runden, Aus im ÖFB-Cup in Runde eins, Aus in der Conference-League-Qualifikation gegen Banik Ostrava. Er wolle „gar nicht mehr darüber reden“, meinte Helm nun vor dem Saisonstart. Das Ziel ist definiert: Heuer will die Austria in der Liga von Beginn an den Kurs in die Meistergruppe halten. „Es soll nicht wieder eine Aufholjagd werden“, so Helm. Der Auftakt ist fordernd: Einem Auswärtsspiel in Wolfsberg folgt der erste Heimauftritt gegen Meister LASK.

Einnahmen, aber keine Ausgaben

Zu hoch will man die Ziele bei der Austria öffentlich nicht ansetzen. Meister LASK, Sturm Graz, Salzburg und auch Stadtrivale Rapid sind von der Breite des Kaders deutlich im Vorteil. Mit dem zu Salzburg gewechselten Abubakr Barry kam der Austria der wichtigste Mann im Mittelfeld abhanden. Der Transfer des Gambiers spülte immerhin drei Millionen in die Kassa. Auch ansonsten gab es Einnahmen wie schon lange nicht mehr.

Neben Barry gingen auch die Talente Ifeanyi Ndukwe (zu Liverpool/3 Mio. Euro) und Konstantin Aleksa (Hoffenheim/1 Mio.) um Millionenbeträge. Südkoreas WM-Teilnehmer Lee Tae-seok könnte ebenfalls noch wechseln. Selbst investiert hat die Austria noch nicht. Stürmer Julian Hettwer sowie die Verteidiger Ibrahim Buhari und Jonas Feddersen kamen ablösefrei. Ansonsten setzen die Favoritner vor allem auf die Entwicklungsfähigkeit ihrer Talente, die sich in die Auslage spielen sollen.

Vergleiche mit den Topteams und ihren Titelambitionen seien deshalb schwierig, betonte Helm. „Wir haben andere Ziele, wir müssen uns am Markt positionieren. Natürlich schon so, dass wir leistungsfähig sind.“ Die größten Zukunftsaktien sind derzeit wohl Vasilije Markovic und Philipp Maybach. Die beiden 18-Jährigen haben sich als Stammkräfte bereits bewährt. Die Vorbereitung voll mit machte mit Hasan Deshishku (18) ein anderer U17-Vizeweltmeister.

Probleme in Vorbereitung

Als großer Stabilisator sollen die Routiniers im Team vorangehen. „Wenn unsere Achse zur Verfügung steht, hat das gut funktioniert“, urteilte Helm mit Blick auf Aleksandar Dragovic, Philipp Wiesinger, Reinhold Ranftl, Manfred Fischer und Johannes Eggestein. Es ist ein Balanceakt. In der Vorbereitung fehlten u.a. Dragovic und Wiesinger angeschlagen.

„Es wird schon eine Challenge in den ersten Spielen werden, vor allem in der Defensivreihe. Da darf nicht mehr viel passieren, sonst haben wir ein Riesenproblem“, meinte Fischer. Helm betonte indes, die Lehren aus dem Vorjahr gezogen zu haben. Ans Limit gehen werde er mit seinen Schlüsselspielern sicher nicht. „Wir müssen die Spieler auch schützen“, sagte er. Die Verantwortung alleine auf Dragovic und Co. abzuladen, sei zu einfach. „Da muss man auch jungen Spielern das Vertrauen schenken können.“

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