"Brutal schöner Moment": Premierentorschütze Prass als ÖFB-Retter in Dublin

„Brutal schöner Moment“: Premierentorschütze Prass als ÖFB-Retter in Dublin

•

Für Alexander Prass war das 2:2 der österreichischen Nationalmannschaft am Donnerstag in der Nations League gegen Irland ein persönliches Highlight nach einer schwierigen Phase.

Bei Hoffenheim wartet der Oberösterreicher noch auf seinen ersten Profi-Einsatz in dieser Saison, in Dublin avancierte er als „Joker“ mit seinem Treffer und dem herausgeholten Freistoß, den Michael Gregoritsch versenkte, zum ÖFB-Helden.

Prass feierte im 23. Länderspiel seine Tor-Premiere. „Ich freue mich unglaublich, es war ein brutal schöner Moment. Das ist das, wovon jeder träumt. Es hat ein bisschen gedauert bei mir, aber heute war es ein ganz guter Zeitpunkt.“

Im Sommer verletzte sich der 25-Jährige eine Woche nach Vorbereitungsstart und musste einen Monat pausieren. Aufgrund des Trainingsrückstands spielte er auch nach seiner Rückkehr in den Plänen von Hoffenheim-Trainer Christian Ilzer keine Rolle. Das führte so weit, dass er am Wochenende vor dem ÖFB-Lehrgang um einen Einsatz in Hoffenheims U23 bat, um Spielpraxis zu sammeln.

Ilzer habe dies ebenso positiv aufgenommen wie Teamchef Ralf Rangnick. „Weil er ja einfach einen fitten ‚Prassi‘ will und keinen, der keine Minuten in den Beinen hat.“

„Fühlt sich nicht wie ein Sieg an“ – Die Reaktionen zu Irland gegen Österreich

Prass freut sich über Rangnicks Vertrauen

Die U23-Partie war auf Clubebene das einzige Match von Prass in dieser Saison, dennoch holte ihn Rangnick in den Kader – keine Selbstverständlichkeit, wie der Oberösterreicher weiß. „Ich bin total dankbar dafür.“ Prass zahlte das Vertrauen zurück und leistete einen wesentlichen Beitrag zum Punktgewinn. „Ich glaube, dass wir mit dem Unentschieden ganz gut leben können und aufgrund der zweiten Hälfte mit einem relativ guten Gefühl ins vierte Spiel gegen den Kosovo gehen können.“

Die Steigerung nach der Pause sei die Folge einer gründlichen Pausenanalyse gewesen, berichtete Prass. „Wir haben uns Videos angeschaut, um zu sehen, was die Gründe waren, dass wir wenig Zugriff bekommen haben, warum wir oft zu spät waren, warum wir nicht so in die Zweikämpfe gekommen sind. Da haben wir ein bisschen etwas angepasst und klargemacht, wo es hapert.“

ÖFB-Team verpasste „Riesenstep“

Der Auftritt vor der Pause ließ hingegen zu wünschen übrig, weshalb sich das Remis nach 0:2-Rückstand auch nicht wie ein Sieg anfühle. „Wir haben in der ersten Hälfte viel von dem vermissen lassen, was uns normalerweise auszeichnet. Da müssen wir kritisch mit uns selbst sein. Wichtig ist, dass wir eine Reaktion gezeigt haben. Darauf können wir aufbauen.“

Ein Sieg in Dublin wäre laut Prass ein „Riesenstep“ zum großen Ziel, dem Gruppensieg und damit dem Aufstieg in Liga A, gewesen. „Nichtsdestotrotz müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein.“ Das Comeback des ÖFB-Teams bezeichnete der Deutschland-Legionär als erfolgreichen Härtetest. „Es muss unser Anspruch sein, dass wir ein 0:2 in so einem Stadion aufholen können, auch wenn es nicht einfach ist. Das zeigt, dass wir wirklich Energie generieren können.“

Rangnick trotz Punktgewinn in Irland nicht ganz sorglos