Die Tops und Flops der Ski-WM in Aare
FLOPS:
Verbale Entgleisung von Gian Franco Kasper: Für große Aufregung im WM-Vorfeld sorgte ein Interview des FIS-Präsidenten mit dem „Tages-Anzeiger“ zur Austragung von Großereignissen: „Es ist nun einmal so, dass es für uns in Diktaturen einfacher ist. Vom Geschäftlichen her sage ich: Ich will nur noch in Diktaturen gehen, ich will mich nicht mit Umweltschützern herumstreiten“, sagte Kasper dem „Tages-Anzeiger“. Diktaturen könnten „solche Veranstaltungen mit links durchführen, die müssen nicht das Volk befragen“. Kasper entschuldigte sich später für die „nicht wortwörtlich“ gemeinten Aussagen.
Anreise-Chaos: Am Sonntag, dem Hauptanreisetag nach Aare, führte ein Schneechaos auf den Flughäfen in München und Stockholm zu zahlreichen Absagen von Flügen. Viele Athleten mussten in Schweden in Züge umsteigen und kamen mit teilweise enormen Verspätungen im WM-Ort an. Das Gepäck teilweise noch später, weshalb sogar das erste Abfahrtstraining gestrichen werden musste.
Wetter rund um den Aareskutan: Sturm, Nebel, Schneefall, Regen, Absagen, Verschiebungen und stark verkürzte Strecken. Fast kein Bewerb, vor allem in den Speed-Disziplinen (außer Herren-Super G), kann wegen der schwierigen Wetterbedingungen in Aare vom geplanten Originalstart ausgetragen werden. Am schlimmsten betroffen war wohl die Damen-Abfahrt, die eine Siegerzeit von lediglich 1:01,74 Minuten für Siegerin Ilka Stuhec (SLO) bringt. Alle vier Abfahrten (spezial und Kombination) werden verkürzt. Außerdem traf es den Damen-Riesentorlauf.
Technik-Pisten: Unter anderem das wechselhafte Wetter und die Flut von Teilnehmern in den Technikbewerben führte zu schwierigen Bedingungen auf den Pisten. Laut zahlreichen Läufern kam vom Untergrund wenig zurück, meistens gab die Piste schon bald nach. Der Kombi-Slalom der Herren hätte eigentlich auf der Damenpiste stattfinden sollen, doch weil die nicht entsprechend präpariert war, wich man kurzfristig auf jene der Herren aus, die von der Abfahrt ramponiert war.
ÖSV-Speed-Damen: Mit einer Erfolgsflut von sechs Siegen und zwölf Podestplätzen in Abfahrt und Super-G nach Aare gekommen, waren die ÖSV-Damen in den schnellen Disziplinen die vielleicht größte Enttäuschung aus ÖSV-Sicht. Erstmals seit 2013 blieben die rot-weiß-roten Speed-Damen gar ohne WM-Medaille. Dabei hatten besonders die rot-weiß-roten Abfahrerinnen als Medaillenbank gegolten.
(APA)
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