"Eindeutig zu viel": Helm kritisiert Austria-Anhänger in Werner-Causa

„Eindeutig zu viel!“: Helm kritisiert Austria-Anhänger in Werner-Causa

Vergangenen Sonntag sorgten einige Austria-Fans für Aufsehen, als sie auf dem Weg zum Bundesliga-Auswärtsspiel in Ried beim Wohnort des ehemaligen Sportvorstandes und Investors Jürgen Werner Halt machten und dort ihren Unmut ausdrückten.

Nachdem sich die Austria in einer Stellungnahme bereits klar von den Vorfällen distanziert und bei Werner entschuldigt hatte, fand auch Trainer Stephan Helm auf der Spieltags-PK vor dem Duell mit Sturm Graz (Sonntag um 17 Uhr live auf Sky und im Stream mit Sky X) nochmals deutliche Worte in der Causa. „Mir ist es wichtig, Dinge normal anzusprechen. Ich will nicht reden wie ein Politiker, ich sage einfach das, was ich mir denke. Die Sache hat mich sehr beschäftigt“, leitete Helm seinen eindringlichen Appell ein.

Der Austria-Coach verurteilte die Vorfälle aufs Schärfste und sagte: „Was passiert ist, ist falsch. Das ist in der Form eindeutig zu viel! Die jungen Männer, die dort involviert waren, haben auch teilweise Familien zu Hause. Kein Mensch will, dass zu Hause jemand auftaucht – egal, ob das zwei Männer sind oder 50. Das ist nicht leiwand.“

Auf dem Weg zum Auswärtsspiel in Ried hatte sich eine größere Gruppe von FAK-Fans vor Werners Anwesen in Wels postiert. Parolen wurden skandiert, auf einem Transparent hieß es: „Jürgen Werner – nimm dei Reibach & schleich di einfach.“

Helm fordert interne Aufarbeitung der Geschehnisse

Außerdem forderte Helm klare Konsequenzen von Seiten des Vereins für die Übeltäter. „Ich finde, dass wir alle in der Verantwortung sind, dass das in Zukunft nicht mehr passieren kann. Dementsprechend muss man auch handeln. Der Verein Austria Wien ist ein Verein mit Werten. Es kann sich keiner wegducken. Im Verein wird seit eineinhalb Jahren gestritten. Es wird immer gesagt, unter welch schwierigen Bedingungen wir arbeiten müssen. Es gibt aber Leute, die dafür verantwortlich sind, dass wir das in den Griff kriegen. Die müssen sich auch ihrer Verantwortung stellen. Da muss man jetzt konsequent handeln. Wenn man immer sagt: ‚Na, das geht schon‘, dann landen wir dort, wo keiner landen will“, forderte Helm eine interne Aufarbeitung der Vorfälle.

Austria-Kapitän Fischer: „Grenzen überschritten“

Auch Austria-Kapitän Manfred Fischer wurde in der Causa deutlich und verurteilte das Handeln der Austria-Anhänger. „Die Ereignisse vom Sonntag haben natürlich Grenzen überschritten. Die Privatsphäre jeder Person sollte immer respektiert werden. Solche Sache haben aus meiner Sicht und auch aus Sicht der Mannschaft im Fußball sowie im alltäglichen Leben nichts zu suchen“, sagte Fischer.

Er sei stolz, Kapitän einer Mannschaft zu sein, die „immer wieder Störfaktoren bewältigen muss und sich nie aus der Bahn bringen lässt“. Das spreche für einen Gemeinsinn, den Fischer auch im gesamten Verein gerne sehen würde.

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(Red./APA)/Bild: GEPA