„Ende mit dem!“ – Sky-Experte Tatar fordert Reform im österreichischen Fußball
Der vergangene Dienstag – den Marko Arnautovic in Zukunft am liebsten als österreichischen Feiertag anerkannt hätte – stand ganz im Zeichen des österreichischen Fußballs: Das A-Nationalteam qualifizierte sich für die WM-Endrunde in Nordamerika und die U17-Auswahl feierte einen fulminanten 4:0-Sieg im WM-Achtelfinale gegen Mitfavoriten England.
„Der Paukenschlag am Dienstag sollte in ganz Fußball-Österreich gehört werden! Genauso wie der Trommelwirbel bei der U17-WM“, zieht auch Sky-Experte Alfred Tatar ein Fazit unter diesen geschichtsträchtigen 18. November 2025.
Wie gewohnt beschränkt sich Tatar nicht nur auf die aktuelle, in diesem Fall sehr erfolgreiche, Situation. Mit ausgeprägtem Weitblick führt der 62-Jährige demnach weiter aus: „Deshalb fordere ich, dass sich unsere Bundesliga von einer Ausbildungsliga zu einer Erfolgsliga entwickelt. Der Weg dorthin kann nur lauten, viel stärker auf junge Österreicher bei den Profivereinen zu setzen. Ich fordere daher eine Reform der zwei höchsten Spielklassen mit zwei zentralen Punkten:
- Alle Vereine der 2. Bundesliga müssen verpflichtet mit zwei Spielern auflaufen, die für eine österreichische Nachwuchsnationalmannschaft (U19 oder jünger) grundsätzlich spielberechtigt sind.
- Alle Vereine der ADMIRAL Bundesliga müssen verpflichtet mit zumindest einem solchen Spieler auflaufen.
Diese Spieler sollen am Matchtag aufgestellt sein, nicht nur im Kader aufscheinen. Wenn einer verletzt oder gesperrt ist, muss ein anderer nachrücken. Das heißt, jede Mannschaft braucht einen Pool junger Österreicher mit Potenzial.“
Keine Kopien
Am Beispiel anderer Nationen solle man laut Tatar nicht (mehr) orientieren: „Wir brauchen nicht glauben, den Weg von Frankreich oder Belgien kopieren zu können, wo junge internationale Talente billig geholt und teuer verkauft werden. Ende mit dem! Wir brauchen den Erfolg auf Nationalmannschaftsebene, quer durch alle Altersgruppen. Nur so werden unsere österreichischen Talente international begehrt.“
Zu wenige Talente in der Bundesliga?
Auch Sebastian Prödl, ehemaliger Nationalteamspieler und aktueller Leiter der ÖFB-Nachwuchsabteilung, erkennt ähnliche grundlegende Probleme. Der 38-Jährige spricht von „zu wenigen Talenten in der österreichischen Bundesliga, in der Sichtbarkeit und in der Spitze“ und fordert einen Schulterschluss: Um in Zukunft eine „Basis für die nächste Generation zu finden“ solle man „Talenten berechtigterweise die Chance und das Vertrauen geben, das noch nicht vorhanden ist“.
Prödl: „Zu wenige Talente in der Bundesliga“
„Guter Tag für Fußball-Österreich!“ – Sky-Experten reagieren auf erfolgreiche WM-Quali
(Red.) / Bild: GEPA
