Englands Rekordtransfer: Wer ist Elliot Anderson?
Für umgerechnet 135 Millionen Euro ist Elliot Anderson zu Manchester City gewechselt. Was macht den Mittelfeldspieler zum teuersten Engländer der Fußballgeschichte?
Dass Elliot Anderson in diesem Sommer den nächsten Karriereschritt geht, war abzusehen. Hochkarätige Interessenten gab es für den Mittelfeldakteur genug.
Schaut man sich die bisherige Karriere von Elliot Anderson an, dann scheint einem der Aufstieg des Engländers kometenartig. Doch wer Anderson schon länger verfolgt, weiß, dass er ein stiller Arbeiter ist. Seine Art, Fußball zu spielen, ist nicht extravagant – ganz im Gegenteil. Der 23-Jährige ist ein Allrounder.
Elliot Anderson hat in der vergangenen Saison alle 38 Ligaspiele für seinen mittlerweile Ex-Verein Nottingham Forest bestritten, 34 davon über die volle Distanz. Darüber hinaus fehlte Anderson in der abgelaufenen Saison nicht ein einziges Mal verletzungsbedingt – gemessen an seinem hohen Laufpensum ist das bemerkenswert. Zumal Manchester Citys Rodri zuletzt immer häufiger verletzt fehlte, dürfte der Transfer den Skyblues zumindest theoretische Planungssicherheit in ihrem Zentrum geben.
Anderson als seltenes Zweikampfmonster
Der 23-Jährige vereint viele Abläufe, ist ein Komplettpaket, nach dem sich viele Trainer sehnen – vor allem, weil der Markt kaum Spieler mit diesem Profil hergibt. Anderson gewann in der vergangenen Saison ligaweit die meisten Zweikämpfe, schaltet direkt um und schafft es durch seine herausragende Übersicht häufig, hohe Pressingketten zu überspielen.
Außerdem überragt Anderson mit einem weiteren Ligabestwert: Kein Spieler hatte mehr Ballkontakte in der Premier League (3300 Ballkontakte) als er. Innerhalb kürzester Zeit schafft es Citys neuer Mittelfeldmotor, nach einer Defensivaktion explosionsartig umzuschalten und den Angriff einzuleiten. Kommt es anschließend zu einem direkten Konter gegen sein eigenes Team, erobert er den Ball dank seiner körperlichen Robustheit und enormen Laufintensität häufig schnell zurück.
Durchbruch in der Nationalmannschaft unter Tuchel
Anderson ist kein Shootingstar, lässt seine Taten auf dem Platz sprechen und ist der stille Regisseur in einer englischen Nationalmannschaft, gespickt mit großen Namen. Er meidet das große Rampenlicht, das häufig auf Bellingham, Kane und Co. gerichtet ist. Doch gerade Anderson ist der Schlüsselspieler, den sich Englands Nationalcoach Thomas Tuchel in seiner Amtszeit als Bayern-Coach so sehr gewünscht hat.
Nach dem 2:0-Erfolg gegen Panama lobte Tuchel Anderson, der auch in kniffligen Spielen häufig ein Lichtblick ist: „Seine Spielweise ist wirklich beeindruckend. Er hat eine tolle Ausstrahlung, ist noch recht jung und spielt einfach so, wie er will. Er ist von Spiel zu Spiel besser geworden, ein Top-Spieler. Mehr gibt es da nicht zu sagen, er hat einfach das komplette Paket.“
