Erster WM-Auftaktsieg seit elf Jahren: Österreich besiegt Großbritannien
Erstmals seit elf Jahren ist Österreichs Eishockey-Team mit einem Sieg in eine A-WM gestartet.
Die ÖEHV-Auswahl besiegte am Samstag in Zürich Aufsteiger Großbritannien mit 5:2 (3:2,2:0,0:0) und machte einen ersten großen Schritt Richtung Klassenerhalt. Am Sonntag (16.20 Uhr) soll gegen Ungarn, den zweiten Konkurrenten um den Verbleib unter den besten 16 Nationen, der zweite folgen.
Österreichs Eishockey-Herren bereit für die A-WM: „Ab Minute eins zu 100% da sein“
Nach schneller 3:0-Führung (10.) schafften die Briten noch im ersten Drittel den Anschluss, danach legten die Österreicher aber wieder zu und siegten hoch verdient. „Wir haben gewusst, wenn wir die Scheibe tief legen und sie damit in Laufduelle bekommen, dann werden sie Probleme bekommen, weil wir eindeutig die schnellere Mannschaft sind. In jeder Beziehung war das eine gute Leistung – spielerisch, läuferisch, kämpferisch“, sprach Teamchef Roger Bader ein Pauschallob aus.
Die Partie vor rund 8.000 Zuschauern begann ganz nach Wunsch der Truppe von Teamchef Roger Bader. Benjamin Nissner brachte sein Team früh in Führung (3.), einen Schuss des Centers beförderte Kapitän Peter Schneider per Hüfte zum 2:0 ins Tor (6.). Als Paul Huber zum 3:0 abstaubte (10.), schien die Partie klar für Rot-Weiß-Rot zu laufen. Doch der Spielfluss riss und mit einem Doppelpack innerhalb von 37 Sekunden kamen die Briten zurück. David Clements traf nach einem Pass von hinter dem Tor (16.), DEL-Topscorer Liam Kirk nutzte eine Unordnung und bezwang Torhüter David Kickert zum Anschlusstreffer (17.).
ÖEHV-Teamchef Bader: „Jeder Sieg bringt uns dem Klassenerhalt näher“
Entscheidung im Mitteldrittel
Im Mitteldrittel bekamen die Österreicher wieder Kontrolle über das Spiel, und mit all seiner Kaltschnäuzigkeit wurde Schneider seinem Spitznamen gerecht und schnürte einen Doppelpack (27.). Die „Alpen-Kobra“, wie ihn Kärntner Fans tauften, fuhr alleine auf das Tor, behielt die Ruhe und versenkte cool die Scheibe (27.). Danach hatte auch die vierte Linie mit den drei WM-Debütanten Leon Wallner, Tim Harnisch und Leon Kolarik ihr Erfolgserlebnis. Wallner war nach einem Wolf-Schuss zur Stelle und schob den Puck im zweiten Versuch über die Linie (34.). „Den ersten Versuch hat er sehr gut gehalten, da war ich erstaunt, zum Glück bin ich drangeblieben. Es fühlt sich gut an“, beschrieb Wallner und meinte zu seiner Sturmreihe: „Wir waren hungrig, wir waren frisch, wir haben Spaß gehabt.“
Österreich ließ im Schlussdrittel keine Spannung mehr aufkommen, überstand zwei Unterzahl-Situationen und feierte erstmals seit einem 4:3 nach Penaltyschießen gegen die Schweiz 2015 einen Sieg zum WM-Auftakt. „Es ist immer geil, mit den Jungs die Hymne in falschen Tönen zu singen. Wir haben viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, es war eine wahnsinnig gute Teamleistung von allen“, resümierte Schneider.
ÖEHV-Kapitän Schneider: „Bin wahnsinnig stolz auf die Jungs“
„Ein Sieg, nicht mehr und nicht weniger“
„Es war ein verdienter Sieg, nicht weniger, aber auch nicht mehr, morgen geht es weiter“, betonte der Schweizer Bader nach seinem ersten WM-Auftritt in seiner Heimatstadt, bei dem ihn erstmals sein Vater im Stadion als Teamchef in Aktion sah. Sein Team kann nun bereits am ersten WM-Wochenende das erste Ziel erreichen und praktisch den Klassenerhalt fixieren. Mit einem weiteren Erfolg über Ungarn wäre das Ticket für die WM im nächsten Jahr in Deutschland so gut wie sicher, ehe es gegen die Top-Nationen geht.
Bader warnte aber vor einer Geringschätzung der Ungarn: „Wir wissen, dass sie unangenehm sind – Klagenfurt und Wien haben die Erfahrung in der Meisterschaft gemacht. Wir müssen mindestens so gut spielen wie heute, wenn wir sie schlagen wollen.“
(APA).
Beitragsbild: Imago.