Foda lobt ÖFB-Team und hofft auf Umschwung im Rückspiel
Franco Foda hat seine frühere Wirkungsstätte nicht mit dem erhofften Erfolgserlebnis verlassen. „Wir waren sicherlich nicht am obersten Limit“, sagte der Fußball-Nationaltrainer des Kosovo nach der 1:3-Niederlage am Sonntag in Wien gegen Österreich. Der frühere ÖFB-Teamchef hofft im Rückspiel kommenden Sonntag (18.00 Uhr) in Prishtina auf eine neue Chance. „Aufgeben tun wir nach einer Niederlage nicht, im Gegenteil: Es gab auch viele positive Momente.“
Foda trauerte einer möglichen frühen Führung durch Vedat Muriqi nach. „Wir wissen alle, was das mit einer Mannschaft macht.“ Der 60-jährige Deutsche lobte in weiterer Folge aber auch die Defensive der ÖFB-Auswahl. „Österreich hat gut verteidigt, und was sie extrem gut gemacht haben: Den einen oder anderen Ballverlust, den wir gehabt haben, haben sie eiskalt ausgenutzt mit ihrer Dynamik, mit ihrer Schnelligkeit, mit ihren Tiefenläufen.“ Seine Erkenntnis: „Gegen so eine Mannschaft, die in Umschaltsituationen so schnell nach vorne spielt, musst du in der Restverteidigung gut organisiert sein.“
Foda ohne Abwehr-Stammkräfte
Das war im Ernst-Happel-Stadion nicht der Fall. Kapitän und Napoli-Legionär Amir Rrahmani ist nach einem Disput mit der Verbandsspitze aus dem Nationalteam zurückgetreten, dazu fehlte mit Hoffenheims Albian Hajdari kurzfristig ein weiterer namhafter Innenverteidiger verletzt. „Wir haben nicht so verteidigt, wie wir das normal tun“, sagte Foda. „Vielleicht war das auch den Veränderungen geschuldet, trotzdem sind das für mich keine Ausreden. Wir waren insgesamt zu unklar im Passspiel, hatten zu viele Fehler im Spielaufbau. Wenn Österreich Raum hatte, haben sie schnell und strukturiert nach vorne gespielt – das hat uns wehgetan.“
Sein Ex-Team hatte Foda schon vor dem Duell als Favorit auf den Gruppensieg und damit den Aufstieg in die Liga A der Nations League auserkoren. „Der große Unterschied ist, sie waren schon bei einer WM und einer EM.“ Der Kosovo dagegen bestreitet erst seit 2016 offizielle Länderspiele. Fast alle ÖFB-Spieler würden „auf höchstem Niveau“ in den Top-5-Ligen Europas spielen, ergänzte Foda. „In den entscheidenden Momenten ist das der kleine Unterschied. Aber wir werden weiterarbeiten, wir werden weiter an unseren Qualitäten und an unserem Spiel arbeiten.“
Foda auf Kosovo-PK: „Hätten in Führung gehen müssen“
Andere Verhältnisse in Prishtina
Um erfolgreich zu sein, brauche es laut Foda immer eine stabile Defensive. „Dann entwickelt sich das Spiel nach vorne. Das hat auch Österreich hier gezeigt.“ Sein Team habe zwar ebenfalls Umschaltmomente gehabt, diese aber zu schlampig zu Ende gespielt. „Und gegen Österreich ist es auch nicht so, dass du zehn Riesenmöglichkeiten hättest. Die zwei, drei, die wir gehabt haben, musst du halt nutzen.“ Das soll im Heimspiel im 13.000 Zuschauer fassenden Fadil-Vokrri-Stadion gelingen. Dort darf man zwar mit einem fanatischen Publikum rechnen, die Platzverhältnisse werden allerdings nicht jenen im Happel-Oval entsprechen.
Von seinem Landsmann und ÖFB-Nachfolger Ralf Rangnick verabschiedete sich Foda im Wiener Prater nach seiner Pressekonferenz per Handschlag. Als er mit seinem Team im Bus ins Stadion gefahren sei, sei es schon „etwas ungewohnt“ gewesen, schilderte der frühere Meistermacher von Sturm Graz, der die ÖFB-Auswahl von 2017 bis 2022 betreut hatte. „Es war ein anderes Gefühl als sonst.“ Vor und während dem Spiel sei der Fokus aber nur auf der Mannschaft. „Du bist konzentriert und versuchst, die Mannschaft bestens einzustellen. Da gibt es dann keine Gefühle für andere Dinge.“