Frage der Zeit: Flick schon beim Abendessen mit Barca-Offiziellen

Frage der Zeit: Flick schon beim Abendessen mit Barca-Offiziellen

Die ersten Paparazzi erwischten Hansi Flick am Dienstagabend bei der Einfahrt in die Tiefgarage eines Hotels in der Innenstadt von Barcelona. Beim gemeinsamen Abendessen mit Barca-Präsident Joan Laporta lauerten dann schon Dutzende Medienvertreter und Fans ihrem neuen Hoffnungsträger auf. Und spätestens da war klar: Flick wird das gescheiterte Vereinsidol Xavi als Trainer des FC Barcelona beerben. Er soll dem zuletzt schwächelnden Riesen wieder zu altem Glanz verhelfen.

Der Verein werde die Verpflichtung noch im Laufe des Mittwochs offiziell machen, verkündete Rafa Yuste bedrängt von Reportern. Der Vize-Präsident hatte gemeinsam mit Laporta und der weiteren sportlichen Führung um Sportdirektor Deco, dessen Stellvertreter Bojan Krkic und Direktor Jugendfußball Joan Soler am gemeinsamen Abendessen teilgenommen. Laut Medienberichten soll der deutsche Coach mit seinem Vertrag bis 2026 drei Millionen Euro netto pro Jahr verdienen, dazu kämen hohe Erfolgsprämien.

Dabei hatte Xavi seinen Nachfolger zuvor noch vor dem Job gewarnt. Doch die Aufgabe war für Flick dann doch zu reizvoll. Er wird nach Udo Lattek (1981 bis 1983) und Hennes Weisweiler (1975 bis 1976) erst der dritte deutsche Coach bei den Katalanen.

Flick seit dem DFB-Aus ohne Job

Seit seiner Entlassung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) im September 2023 war er ohne Job gewesen. Bei Bayern München hatte er in seiner kurzen Amtszeit von 2019 bis 2021 sieben Titel geholt. „Grundsätzlich freue ich mich für Hansi. Das ist eine besondere Aufgabe. Beide FCB sind ein heißes Pflaster für Trainer, weil die Ansprüche sehr groß sind. Ich wünsche ihm, dass er Erfolg hat“, sagte Nationalspieler Thomas Müller.

Flick war bereits im Januar als heißer Nachfolgekandidat von Xavi gehandelt worden und soll deshalb schon fleißig Spanisch gelernt haben. Er genießt seit seinem Sextuple mit den Münchnern und dem imposanten 8:2 der Bayern gegen Barca im Champions-League-Viertelfinale 2020 in Spanien einen sehr guten Ruf. Als Assistenten bringt er wohl Marcus Sorg und Toni Tapalovic mit.

Trainer müssen bei Barca leiden laut Xavi

Auf das Trainerteam wartet eine Mammut-Aufgabe, das stellte Xavi noch vor seinem Abgang klar. „Ich möchte dem neuen Trainer sagen, dass er leiden wird und dass er geduldig sein sollte, es ist eine sehr komplizierte Position“, hatte der 44-Jährige seinem Nachfolger mit auf den Weg gegeben.

„Das Einzige, was den neuen Trainer retten wird, sind Siege“, sagte Xavi, der Barca 2023 zur Meisterschaft geführt hatte. Sein Nachfolger sei in „einer schwierigen Situation“. Denn „Barca ist ein schwieriger Klub, und es gibt auch eine schwierige finanzielle Situation – es wird nicht einfach werden“.

Doch damit wird Flick auch nicht gerechnet haben. Und vielleicht bringt er ja noch einen alten Vertrauten aus Bayern-Zeiten mit, jedenfalls soll Joshua Kimmich auf seiner Wunschliste stehen. Der 29-Jährige stand bekanntlich beim 8:2-Sieg der Bayern gegen Barca auch auf dem Platz.

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(SID)/Bild: Imago