Der Frühjahrsspezialist: Austria Wien und der Kampf um die Meistergruppe
Für Austria Wien beginnt nach der Winterpause der Fußball-Bundesliga das große Punkte-Hamstern. In den beiden vergangenen Saisonen starteten die Veilchen jeweils außerhalb der Top Sechs in die Frühjahrssaison, jedoch gelang ihnen immer der Einzug in die Meistergruppe.
Auch in dieser Saison ist das vom Präsidenten Kurt Gollowitzer ausgegebene Ziel klar: 13 von 15 möglichen Punkten müssen laut dem Vereins-Oberhaupt eingefahren werden, um es nach der 22. Runde noch unter die besten sechs Vereine der Bundesliga zu schaffen.
Das Ziel scheint auf den ersten Blick gar unrealistisch, starke finanzielle Probleme bereiten den Verantwortlichen seit Jahren Kopfschmerzen. Die dadurch eingeschränkte Handlungsfähigkeit in Sachen Transfers auch für Sportdirektor und Trainer keine einfache Ausgangslage. Doch wenn man genauer auf die Frühjahrs-Historie und die restlichen Gegner der Austria in der aktuellen Saison blickt, könnten die Veilchen erneut den Einzug in die Meistergruppe schaffen.
Das Frühjahr 2022:
Mit 21 Punkten aus 18 Spielen gingen die Favoritner als Tabellensiebter in die Winterpause 2021/22, drei Punkte hinter der SV Ried, die „über dem Strich“ stand. Mit Siegen gegen Altach (R19/2:0), Hartberg (R20/2:0), Wolfsberger AC (R21/1:0) und Admira (R22/2:1) feierte die Wiener Austria eine souveräne Serie im Frühjahr und beendete den Grunddurchgang mit 33 Punkten auf dem vierten Platz.
Kleines Detail am Rande: Einzig der Wolfsberger AC lag zu dem Zeitpunkt auf einem Meistergruppenplatz, die restlichen Gegner lagen teils abgeschlagen am Tabellenende.
Sieben Tore in vier Spielen konnten die Austrianer erzielen, mit Manfred Fischer (zwei Tore) und Romeo Vucic (ein Tor) sind noch zwei Spieler im diesjährigen Kader der Violetten – Noah Ohio, Aleksandar Jukic und Alexander Grünwald sind bekanntlich nicht mehr bei der Austria, Grünwald traf in seiner letzten Saison als aktiver Spieler gleich doppelt in den letzten vier Spielen des Grunddurchgangs.
Nach der Punkteteilung beendeten die Wiener die Saison sogar auf dem dritten Platz hinter Salzburg und Sturm auf einem Europa League-Qualifikationsplatz, knapp vor dem WAC, Rapid und Austria Klagenfurt.
Das Frühjahr 2023:
In der Saison 2022/23 ging es aufgrund der Winter-WM 2022 in Katar bereits nach der 16. Runde in die Winterpause. Mit 20 Punkten, einer Tordifferenz von 0 und einem Punkteabzug von drei Punkten zu Beginn der Saison überwinterte die Austria erneut auf dem siebten Tabellenplatz, nur einen Punkt hinter der Klagenfurter Austria. Während der Pause wurde Trainer und Fanliebling Manfred Schmid von seinen Aufgaben entbunden – ihm folgte Michael Wimmer nach, der für frischen Wind in Wien-Favoriten sorgte.
In den sechs verbliebenen Runden bis zum Ende des Grunddurchgangs holten die Wiener vier Siege und steckten zwei Niederlagen ein. Mit einem 3:1-Sieg gegen den direkten Konkurrenten Austria Klagenfurt starteten die Favoritner stark in das Frühjahr, in der 18. Runde setzte es jedoch eine 0:1-Auswärtsniederlage gegen Aufsteiger Lustenau.
Gegen Hartberg (R19/3:0) und Ried (R20/1:3) holte die Austria zwei wichtige Siege, in Graz setzte es eine 1:3-Niederlage, ehe in der 22. und letzten Runde des Grunddurchgangs ein 2:0-Derbysieg gegen Rapid zum Einzug in die Meistergruppe reichte. Sieben der zwölf erzielten Treffer in den Duellen bis zur Punkteteilung gelangen Haris Tabakovic.
Die Violetten landeten nach 22 Runden auf dem fünften Tabellenplatz mit 32 Punkten, einen Punkt und Tabellenplatz schlechter als in der Vorsaison. Am Ende der Saison landeten die Violetten auf dem fünften Tabellenplatz und sicherten sich nach dem Europacup-Playoff-Finale gegen Austria Lustenau noch den letzten EC-Startplatz.
Wie endet das Frühjahr der Austria 2024?
Die Wiener beendeten die Herbstsaison 2023/24 mit 21 Punkten aus 17 Spielen auf Tabellenplatz acht, drei Punkte hinter dem sechstplatzierten Stadtrivalen SK Rapid und zwei Punkte hinter dem siebtplatzierten WAC. Auch in der aktuellen Saison startete die Austria mit einem 3:1-Sieg gegen Hartberg ins Frühjahr und rückte auf Platz sieben vor.
Das Restprogramm von Austria Wien könnte beim Ziel, 13 von 15 Punkte einzufahren, ein Vorteil gegenüber der direkten Konkurrenz sein. Mit Altach (R19), Rapid (R20), Blau-Weiß Linz (R21) und WSG Tirol (R22) scheint die vereinsinterne Vorgabe durchaus machbar. Ob die Wiener im Heimspiel gegen Altach eine kleine Serie im Kampf um die „Top 6“ starten können, siehst du am Samstag ab 16 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport Austria 2. Mit dem Sky X-Traumpass kannst du das Spiel live streamen.
Ortlechner über Top-sechs-Ziel: „Man soll nach dem Höchsten streben“
(Red.)/Bild: GEPA
