Herren-Cheftrainer Pfeifer: „… dann kommen die Kugeln automatisch“

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Nach zwei kugellosen Wintern wollen Österreichs Alpinskiläufer wieder Weltcup-Wertungen ins Land holen. Dafür gibt Männer-Cheftrainer Marko Pfeifer ein Motto aus.

„Unser Anspruch soll sein, jedes Rennen so in Angriff zu nehmen, dass wir gewinnen wollen. Und das von Sölden an.“ Dort steht Sonntag der Auftakt-Riesentorlauf an – freilich auch mit Marco Schwarz, der den Fokus neu ausrichtet. Leaderfigur in den Speeddisziplinen ist der „immer jünger“ werdende Vincent Kriechmayr.

Pfeifer will keine „Understatement“-Sätze wie „wir wollen gut fahren“ hören, sondern Entschlossenheit auf der Piste sehen. „Wir sind Österreich, wir haben in jeder Disziplin ein bis zwei bis mehrere Leute, die Rennen gewinnen können und werden. Wir brauchen uns nicht verstecken. Wenn uns das gelingt, dann kommen die Kugeln automatisch“, meinte er im APA-Gespräch. Die bisher letzten holten im Slalom Schwarz (2021) und Manuel Feller (2024) sowie im Super-G Kriechmayr (2021). Gesamt und im Riesentorlauf wartet man seit 2019 (Marcel Hirscher), in der Abfahrt seit 2012 (Klaus Kröll).

Zu toppen sind auf jeden Fall die besten Leistungen in den Weltcup-Endständen der vergangenen Saison. Kriechmayr war im Gesamtweltcup Achter, im Super-G unmittelbar vor Raphael Haaser Zweiter sowie in der Abfahrt Vierter. Im Riesentorlauf schien Stefan Brennsteiner als Vierter unmittelbar vor Schwarz und im Slalom Feller als Zehnter auf. Die Kugelgewinne gingen an den Schweizer Marco Odermatt (Gesamt, Abfahrt, Super-G), den Brasilianer Lucas Pinheiro Braathen (Riesentorlauf) und den Norweger Atle Lie McGrath (Slalom). Im Weltcup standen 2025/26 sechs Siege, fünf zweite und sieben dritte Plätze für Österreichs Männer zu Buche.

Schwarz öffnet ein neues Kapitel

Ein „neues Kapitel“ öffnet aus Sicht von Pfeifer der bisherige Allrounder Schwarz. Dass dieser die Slalomkarriere für beendet erklärte und den Fokus auf Riesentorlauf und Super-G – in diesen Disziplinen gewann er im vergangenen Winter je ein Rennen – ausrichtet, findet beim Cheftrainer großen Zuspruch. „Er hat im Slalom Unglaubliches erreicht, er hat eine Kugel und Rennen gewonnen, eine Medaille gemacht. Er hat selbst gespürt, dass das nicht mehr vereinbar wird. Wie schaut der Rennkalender aus und was ist realistisch, dass er fahren kann? Und wie steigt er am besten aus, denn er will Rennen gewinnen und Podiums fahren?“

Ansonsten drohe, überall nur noch Durchschnitt zu sein und bei Gelegenheit aufs Podium zu fahren. So soll es nun schrittweise auch verstärkt Richtung Abfahrt gehen. Da Manuel Feller nach einem erneuten Bandscheibenvorfall noch keinen Termin für den Saisoneinstieg genannt hat, trägt im Slalom vorerst Olympia-Silbermedaillengewinner Fabio Gstrein die Erfolgslast, das erste Rennen steht am 15. November in Levi an.

„Man hat immer Generationenwechsel, man kann nicht immer Krisen wegpuffern. Wichtig ist, dass wir schnellstmöglich Leute nachjustieren, im Europacup lauern vier, fünf Athleten. Wir haben Slalomtalente, aber die können nicht im Weltcup fahren und gleich gewinnen“, sagte Pfeifer zur Situation im Torlauf. Mit einem fitten Feller und Gstrein habe man aber auch derzeit Athleten, die Rennen gewinnen können.

Kriechmayr bleibt als Leader erhalten

Speed-Ass Kriechmayr ließ mit der Karrierefortsetzung den ÖSV aufatmen. „Wir sind sehr, sehr froh. Mir kommt vor, er wird jünger und jünger. Er ist fit, er trainiert, es macht ihm extrem viel Spaß“, berichtete Pfeifer. Man habe die Gruppe neu aufgestellt, Raphael Haaser, Daniel Hemetsberger und Stefan Eichberger gehören u.a. dazu. „Es ist extrem wichtig, dass wir unseren Leader noch haben. Ich hoffe, dass es nicht seine letzte Saison ist und er weitermacht. Wenn es der Körper zulässt, und er Rennen gewinnen kann, warum nicht.“ Für Eichberger wird es die Comeback-Saison, er soll sich in Kriechmayrs Windschatten entwickeln. Das wäre schon für den vergangenen Winter geplant gewesen, doch dann riss sich der Steirer im Dezember in Gröden Kreuzband und Meniskus.

Für die Speedfahrer beginnt der Winter mit dem Super-G am 28. November in Copper Mountain. Anschließend steht in Beaver Creek nach zwei Abfahrten und einem Super-G ebenso wie in Copper auch ein Riesentorlauf auf dem Programm. „Dass Copper eingesprungen ist, das passt. Aber es wäre cool, und an dem arbeiten sie, dass man Lake Louise zurückkriegt. Das müsste unbedingt wieder zurückkommen – zu der Jahreszeit, mit dem Schnee und der ganze Tross ist in Nordamerika – da zahlt sich das aus“, schickte Pfeifer einen Wunsch Richtung Weltverband FIS.

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