Coach Silberberger droht das Aus beim WAC
Ausgerechnet ein Spiel gegen seinen Ex-Club könnte die Abschiedsvorstellung von Thomas Silberberger als WAC-Coach gewesen sein. Durch die 0:2-Heimniederlage am Sonntag gegen die WSG Tirol hält das Schlusslicht der Fußball-Bundesliga bei fünf Liga-Pleiten in Folge, aus den jüngsten sieben Runden wurde nur ein Punkt geholt. Vereinschef Dietmar Riegler kündigte Gespräche an. „Ich schließe nichts aus“, sagte Riegler auf Sky, angesprochen auf einen möglichen Trainerwechsel.
Silberberger stieß im vergangenen April zum WAC und schaffte mit den Wolfsbergern noch einigermaßen souverän den Klassenerhalt. Die neue Saison begann mit einem Sieg über die Wiener Austria und einem Unentschieden gegen Red Bull Salzburg verheißungsvoll, doch seither geht praktisch gar nichts mehr. „Wir haben Riesen-Troubles, dass wir stabil sind“, gestand der Coach.
Das blieb auch Riegler nicht verborgen. „Wir sind in der Krise, jetzt müssen wir schauen, dass wir rauskommen“, meinte der WAC-Präsident. Die Entscheidung über Silberbergers Zukunft sei „keine Sekundenentscheidung. Wie es weitergeht, darüber wird man nachdenken müssen. Jetzt werden Gespräche gesucht, dann werden wir schauen“, meinte Riegler und betonte, man müsse auch die Spieler in die Pflicht nehmen.
Sulzner: Silberberger nicht an Gegentoren schuld
Aus der Mannschaft kam zumindest von Verteidiger Marco Sulzner Unterstützung für Silberberger. „Wenn man sich das Spiel anschaut, kann man dem Trainer nichts vorwerfen. Es liegt an uns.“ Den beiden Gegentoren seien Unachtsamkeiten bei Standardsituationen vorausgegangen, monierte Sulzner ebenso wie Silberberger.
Der unter Druck stehende Wolfsberger Coach betreute die WSG Tirol von 2013 bis 2024. Sein Nachfolger Philipp Semlic war nach der Partie in der Lavanttal-Arena nicht viel besser gelaunt als die WAC-Akteure. „Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit der Klarheit und Exaktheit in unserem Spiel. Wir haben uns an das wilde Spiel des WAC angepasst, das darf uns nicht passieren. Ich bin weitaus unzufriedener als letzte Woche gegen Ried (Anm.: 1:2-Niederlage)“, erklärte der Steirer.
Seine Truppe liegt als Sechster sechs Punkte vor dem WAC und fünf Zähler vor dem Vorletzten Altach, der mit dem 0:3 bei Red Bull Salzburg bereits die siebente Niederlage im neunten Meisterschaftsspiel kassierte. Trainer Ognjen Zaric ärgerte sich bei Sky vor allem über das schnelle wie leichtfertige erste Gegentor. „Das beginnt vorne mit einem ganz einfachen Ballverlust, wo wir eigentlich in Überzahl im Ballbesitz sind. Danach verlieren wir zwei entscheidende Zweikämpfe. Da haben wir uns nicht gut angestellt.“
Altach auswärts als Punktelieferant
Die Auswärtsbilanz bleibt damit ausbaufähig, auf fremden Rasen gab es bisher nichts zu holen. „Es ist schon klar, dass die Zahlen stimmen. Und trotzdem haben wir jetzt auswärts Rapid, Sturm, LASK und Red Bull Salzburg gehabt. Das ist nicht so einfach für den SCR Altach“, meinte Zaric, dessen Team auch in Lustenau als Verlierer vom Platz gegangen war. Nun folgen Ligaspiele gegen Austria Wien, Ried und Hartberg. „Wir wissen, dass wir da unsere Punkte holen können.“
Salzburg bleibt durch den Heimsieg erster Verfolger von Leader Rapid, der drei Punkte mehr aufweist. Zufrieden war Coach Danny Röhl aber nicht so richtig. „Es gibt Punkte, die wir auf jeden Fall verbessern müssen“, meinte der Deutsche und sprach das Spiel gegen den Ball an. „Es sind Situationen, wo wir zu sehr im 1:1-Pressing sind anstatt in Überzahl zu pressen. Da müssen wir noch ballorientierter, noch aggressiver sein. Gerade gegen bessere Gegner wie Mailand (0:4, Anm.) musst du das noch konsequenter spielen.“ Die nächste Gelegenheit bietet sich am Donnerstag in der Europa League bei NK Celje.
