Holzhauser über einen möglichen Wechsel: “Man kann nie sagen, was passiert”

via Sky Sport Austria

Am Donnerstag wurde die belgische Liga, als ersten größere Fußballiga Europas, abgebrochen. Der FC Brügge ist eine Runde vor Ende des Grunddurchgangs zum belgischen Meister erklärt worden. Das Meisterplayoff wurde gestrichen. Wer in die erste Liga Aufsteigt ist noch nicht fix, aber Raphael Holzhauser hat sehr gute Karten. Mit 7 Toren und 8 Assists ist er maßgeblich daran beteiligt, dass sein Team Beerschot im Aufstiegsfinale gegen Leuven steht. Das erste Spiel konnte Beerschot auch mit 1:0 gewinnen. Das Rückspiel wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Neben dem möglichen Nachtrag dieses entscheidenden Spiels ist auch eine Aufstockung der ersten Liga auf 18 Vereine möglich. Wie sieht der Belgien-Legionär die aktuelle Situation? Das Gespräch führte Sky-Reporter Johannes Brandl.

Den ersten Teil des Interviews gibt es hier: Holzhauser über das “komplizierte” Ligenformat in Belgien, den Abbruch in der ersten belgischen Liga und den möglichen Aufstieg seines Klubs.

Hier beginnt Teil 2 des Interviews

Es gab in dieser Saison, im Oktober, auch einen Trainerwechsel, der neue Mann (Anm. Hernan Losada) hat erst vor zwei Jahren seine Spielerkarriere, auch bei Beerschot, beendet und ist 37 Jahre alt. Was hat er für neue Inputs gebracht?

Holzhauser: “Er ist noch richtig drinnen im Fußballerleben. Er weiß genau wie es uns auf dem Platz geht, wie wir uns fühlen. Er hat einen neuen Schwung reingebracht und das hat uns sehr gut getan.“

Was hat Ihnen hier am Besten getan? Mit 15 Scorerpunkten in 27 Spielen liegen Sie in der Ligawertung auf Platz 3. Acht Assists sind der Topwert der zweiten Liga (ex aequo mit Xavier Mercier). Für Sie war es eigentlich eine gute Saison.

Holzhauser: “Der neue Trainer hat mir mehr Freiheiten gegeben. Wir haben das System auf ein 3-5-2 umgestellt, hier habe ich eine offensivere Rolle bekommen. Es ist sehr gut gelaufen, die meisten Assists zu haben ist natürlich auch schön. Ich habe mich gut gefühlt in dieser Saison. Wir haben ein super Stadion mit super Fans, ich fühle mich hier wohl und wenn man zurück blickt war es ein sehr gutes Jahr.”

Das ganze Gespräch im VIDEOPODCAST

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Ist es eigentlich auch eine Option den Verein nach dieser Saison wieder zu verlassen, wenn ein anderes Angebot kommt oder wollen Sie unbedingt die erste Liga in Belgien in Angriff nehmen?“

Holzhauser: “In unserem Bereich kann man nie genau sagen was passiert. Auch die aktuelle Situation am Transfermarkt ist spannend, da weiß man auch nicht so recht was passieren wird. Aber ich fühle mich hier in Antwerpen sehr wohl. Die Fans und der Verein sind top und deshalb kann ich auch meine Leistung bringen.“

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Gibt es schon Überlegungen wie eine Aufstiegsfeier via Internetchat, Videokonferenz oder Ähnlichem aussehen könnte?

Holzhauser: “Darüber haben wir uns noch nicht unterhalten. Jetzt müssen wir uns noch zwei Wochen gedulden. Jeder muss schauen, dass er fit bleibt. Dann werden wir sehen ob und wie wir das nachholen können.“

Es wäre ihr erster Titel im Profibereich, einer den Sie sich besonders merken würden, wenn Sie den alleine zu Hause feiern müssten?

Holzhauser: “Das auf jeden Fall, da gibt es sicher schönere Wege. Wir können nichts ändern uns müssen eben auf diesen 15.04. warten.“

Wie überbrücken Sie die Zeit bis zum 15.04.? Kann man die Matchfitness im Heimtraining erhalten?

Holzhauser: “Ich glaube schwer. Das Mannschafttraining und das tägliche Zusammensein fehlt einem schon. Die hundertprozentige Matchpraxis fehlt, laufen gehen ist eine super Abwechslung ist aber nicht das Fußballtraining das wir brauchen. Wir bekommen jede Woche neue Pläne mit Homeworkouts und die sind einzuhalten.“

Sind Sie noch in Belgien?

Holzhauser: “Wir haben vom Verein die Anweisung bekommen, so lange keine endgültige Entscheidung feststeht, müssen alle Spieler da bleiben und wir dürfen das Land nicht verlassen. Es ist in dieser Situation einfach so und hier habe ich auch schöne Laufstrecken, wie zu Hause in Österreich.“

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Wie ist die aktuelle Situation rund um das Coronavirus in Belgien? Die Zahlen steigen ja in den letzten Tagen auch sehr stark an.

Holzhauser: “Es ist sehr traurig, wie sich das alles entwickelt. Ich bin ein Typ der versucht positiv zu bleiben. Ich versuche mich zu freuen wenn ich Laufen gehen kann. Man muss hoffen, dass sich das ganze Bild bald bessert und ich glaube nicht nur ich als Fußballer, sondern alle Leute freuen sich dann schon wieder darauf, wenn der Fußball losgeht.“

Wie schaffen Sie es nicht in einen Lagerkoller zu verfallen, wenn man alleine zu Hause ist, ist die Situation wohl noch ein wenig schwieriger, oder?
Holzhauser: “Ich probiere mir einen Tagesrhythmus zu erstellen. Um 10:00 Uhr gehe ich meistens laufen, danach mache ich meine Stabilisationsübungen. Dann telefoniere ich mit Freunden, am Abend wird gekocht und gelesen und dann vielleicht noch ein wenig mit Freunden Playstation gespielt. So gehen die Tage ziemlich schnell herum. Das Fußballprogramm kann das aber nicht ersetzen.”

Wieviel Kontakt haben Sie mit Ihrer Familie?

Holzhauser: “Schon täglich, mit der Familie meistens über FaceTime oder WhatsApp mit den Freunden dann meistens eben über Telefonate oder über die Playstation.“

Gibt es neben dem täglichen Kontakt mit dem Vereine bezüglich des Trainingsprogramms auch täglichen Kontakt mit dem Managements des Vereins?

Holzhauser: “Einmal in der Woche gibt es mit dem gesamten Team eine Skypekonferenz und hier wird dann der neueste Stand der Dinge ausgetauscht. So wie es eben gestern auch der Fall war. Da haben wir erfahren, dass am 15.04. die nächste Entscheidung ansteht und dann werden wir sehen wie es weitergeht.“

Danke für das Gespräch!

Belgien-Legionär Holzhauser: „Wir gehen schon davon aus, dass wir aufsteigen“

Bild: Imago