„Ich bereue nichts“: Vonn meldet sich nach Sturz in der Olympia-Abfahrt

Speed-Queen Lindsey Vonn hat bei ihrem folgenschweren Sturz bei der Olympia-Abfahrt nach eigenen Angaben einen „komplexen Schienbeinbruch“ erlitten. Das gab die 41-Jährige am Montagabend bei Instagram bekannt. Die Verletzung sei „derzeit stabil“, werde „aber mehrere Operationen erfordern, um richtig zu heilen“. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa hatte zunächst von einem Bruch des linken Oberschenkelknochens berichtet.

Gleichzeitig erklärte Vonn die Gründe ihres Sturzes. Die US-Amerikanerin beschrieb, dass sie nur „Zentimeter zu eng“ auf der Linie gewesen sei, als sich ihr rechter Arm im Tor verfing. Vonn betonte: „Mein Kreuzband und frühere Verletzungen hatten nichts mit meinem Sturz zu tun“.

Vonn war am Sonntag nach nur 13 Sekunden auf der Olimpia delle Tofane gestürzt. Sie war mit einem Ende Januar erlittenen Kreuzbandriss im linken Knie ins Rennen gegangen. Vonn, die bis zu den Olympischen Spielen in der laufenden Saison zwei Weltcupsiege in der Abfahrt errungen hatte, wollte in Cortina ihren zweiten Olympiasieg nach 2010 schaffen. Inzwischen hat sie sich mehreren Operationen im Ospedale Ca‘ Foncello in Treviso unterzogen.

Karriereende? Vonn-Vater schickt klare Nachricht

Das Statement von Lindsey Vonn im Wortlaut

Gestern endete mein olympischer Traum nicht so, wie ich es mir erträumt hatte. Es war kein märchenhaftes Ende und kein Bilderbuchfinale. Es war einfach das Leben. Ich habe es gewagt zu träumen und so hart dafür gearbeitet, ihn zu erreichen. Denn im Abfahrts-Skirennsport kann der Unterschied zwischen einer strategischen Linie und einer katastrophalen Verletzung nur etwa fünf Zoll betragen.

Ich war schlicht fünf Zoll zu eng auf meiner Linie, als mein rechter Arm innen am Tor hängen blieb, mich verdrehte und zu meinem Sturz führte. Mein Kreuzband und frühere Verletzungen hatten dabei überhaupt nichts mit dem Sturz zu tun.

Leider habe ich mir einen komplexen Schienbeinbruch zugezogen, der derzeit stabil ist, aber mehrere Operationen erfordern wird, um ihn richtig zu behandeln.

Auch wenn der gestrige Tag nicht so geendet hat, wie ich es mir erhofft hatte, und trotz der starken körperlichen Schmerzen habe ich keine Reue. Gestern im Starthaus zu stehen, war ein unglaubliches Gefühl, das ich niemals vergessen werde. Zu wissen, dass ich dort stand und eine echte Chance auf den Sieg hatte, war für sich genommen schon ein Erfolg. Mir war auch bewusst, dass Rennen ein Risiko sind. Das war immer so und wird auch immer so bleiben. Es ist ein unglaublich gefährlicher Sport.

Und ähnlich wie im Skirennsport gehen wir auch im Leben Risiken ein. Wir träumen, wir lieben, wir springen. Und manchmal fallen wir. Manchmal werden unsere Herzen gebrochen. Manchmal erreichen wir die Träume nicht, von denen wir wissen, dass wir sie hätten erreichen können. Aber genau darin liegt auch die Schönheit des Lebens. Dass wir es versuchen können.

Ich habe es versucht, ich habe geträumt, ich bin gesprungen.

Wenn ihr irgendetwas aus meiner Reise mitnehmt, dann den Mut, Großes zu wagen. Das Leben ist zu kurz, um keine Chancen für sich selbst zu ergreifen. Denn der einzige wirkliche Misserfolg im Leben ist, es nicht zu versuchen.

Ich glaube an euch, so wie ihr an mich geglaubt habt.

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(SID) / Bild: GEPA