Im Zweifel für den Angreifer? Die neuen Regeln der Premier League

Die neue Premier League-Saison steht vor der Tür und kurz vor deren Auftakt präsentiert die Liga ein angepasstes Regelwerk für die Spielzeit 2021/2022. Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Änderungen und fassen zusammen, was Ihr vor dem Premier League-Start in Sachen Regeln wissen müsst.

 

Ganze 125 Elfmeter wurden in der vergangenen Premier League-Spielzeit durch die englischen Schiedsrichter gegeben – Mehr als je zuvor. Zum Vergleich: In der Vorsaison waren es gerade einmal 92 Strafstöße, die deutsche Bundesliga kam im vergangenen Jahr auf 111. Grund dafür sei nach Bewertung der englischen Professional Game Match Officials Limited (PGMOL) vor allem der VAR. Denn immer häufiger als zuvor wurden auch minimale Kontakte als strafwürdiges Vergehen im Strafraum eingestuft.

 

 

Abseits: Im Zweifel für den Angreifer? Auch in Bezug auf die Abseitsentscheidungen werden die Schiedsrichter einer neuen Leitlinie folgen. Vor allem der VAR wird hier in der kommenden Saison neue Techniken als Bewertungsgrundlage hinzunehmen. Demnach werden in strittigen Situationen nun breitere Abseits-Linien auf die Spieler gelegt. Überlappen sich diese, soll auf Nicht-Abseits und dementsprechend auf gleiche Höhe entschieden werden.
Handspiel: Als klare Vorschrift soll für die Schiedsrichter kommende Saison folgende Regel gelten: Ein Spieler vergrößert seinen Körper dann unnatürlich, sobald der Arm aus keiner natürlichen vorausgehenden Bewegung mit dem Ball in Kontakt kommt. Zugegeben: Auch diese Erklärung bringt nicht wirklich vollständig Licht in die teils verwirrenden Handspiel-Regelungen. Doch die Premier League versucht den Schiedsrichtern damit insgesamt mehr situationsabhängige Entscheidungen zu ermöglichen. Ein versehentliches Handspiel im Vorfeld eines Tores kann fortan auch im Nachhinein nicht mehr als Vergehen gewertet werden. Wenn das Handspiel eine Chance jedoch unmittelbar einleitet oder sogar zum Tor führt, wird die Situation abgepfiffen.
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Eine Regel, die für die kommende Premier League-Saison noch eingeführt werden könnte, ist der Nachweis einer vollständigen Impfung sowohl durch jeden Spieler und Mitarbeiter als auch jeden Fan im Stadion. Demnach würde auch ein negativer Test nicht für einen Spieltags-Besuch ausreichen. Derzeit ist diese Vorschrift jedoch noch nicht offiziell. Eine Entscheidung soll im Verlaufe der nächsten Wochen gefällt werden.
Alles andere als kopflos: Wie der englische Fußballverband FA mitteilte, gibt es für den gesamten englischen Fußballbetrieb ab der Saison 2021/22 neue Leitlinien zum Schutz der Spieler und Spielerinnen. So sollen in einer Trainingswoche pro Sportler maximal zehn Kopfbälle „mit höherer Kraft“ ausgeführt werden. Gemeint sind damit etwa Kopfbälle nach langen Flanken, Freistößen oder Eckbällen. Zurückzuführen ist diese Regelung auf Studien der Universitäten Nottingham, London und Glasgow zu möglichen Langzeitfolgen für Fußballprofis durch die Kopfbälle. Demnach haben ehemalige Fußball-Profis ein erhöhtes Risiko, an Demenz oder Parkinson zu erkranken. Dem sollen die neuen Regeln ab der kommenden Saison entgegenwirken.