Klare Niederlage gegen Aston Villa: Lienhart & Freiburg verlieren EL-Finale

Der Traum vom ersten Vereinstitel ist geplatzt: Der SC Freiburg und ÖFB-Legionär Philipp Lienhart verlieren das Europa-League-Finale gegen Aston Villa deutlich mit 0:3.

Nach ersten guten Chancen auf beiden Seiten brachte Youri Tielemans (41.) Villa mit einem sehenswerten Tor voran. Den fast schon vorentscheidenden Nackenschlag für Freiburg setzte es in der dritten Minute der Nachspielzeit vor der Pause, als Emiliano Buendia auf 2:0 (45.+3) stellen konnte.

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Die VIDEO-Highlights des Finales folgen hier in Kürze!

In der zweiten Spielhälfte folgte in der 58. Minute der dritte Villa-Treffer durch Morgan Rogers. ÖFB-Teamspieler Lienhart hatte im entscheidenden Zweikampf mit dem Torschützen das Nachsehen.

Erster europäischer Villa-Titel seit 1982

Während Freiburg damit weiter auf die erste Trophäe warten muss, gewinnt Aston Villa erstmals seit dem Sieg im Europapokal der Landesmeister 1981/82 sowie im anschließenden Supercup desselben Jahres wieder einen internationalen Titel. Danach war der Ligacup-Triumph 1995/96 der bis heute letzte nationale Coup in England gewesen.

Trainer Unai Emery ist das hingegen gewöhnt, er untermauerte sein Standing als „Mister Europa League“. Nach den Titeln mit dem FC Sevilla (2014 bis 2016) und Villarreal (2021) war es bereits Nummer fünf für den Spanier im zweitwichtigsten Europacup-Bewerb. Im Endspiel verloren hatte er nur 2019 mit Arsenal gegen Chelsea.

Lienhart wurde selbst in der 61. Minute ausgetauscht. Er konnte damit nicht in die Fußstapfen von Kevin Danso treten. Der Abwehrspieler hatte 2025 mit Tottenham triumphiert und war beim Endspiel gegen Manchester United auch als Wechselspieler auf dem Platz. Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker hatten 2022 mit Oliver Glasners Eintracht Frankfurt die EL gewonnen, waren aber im Endspiel nicht zum Einsatz gekommen.

Dabei hielt der deutsche Bundesligist zunächst gut mit, geriet durch zwei starke Aktionen des Favoriten aber ins Hintertreffen – und erholte sich davon nicht mehr. In einem stimmungsvollen Endspiel verpasste der Sport-Club auch den erstmaligen Einzug in die Champions League, den der Titel bedeutet hätte. Stattdessen geht es nach Platz sieben in der deutschen Bundesliga in die Conference League.

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Villas Trainer Unai Emery stieg mit seinem fünften Titelgewinn in die Riege der ganz Großen auf: Fünf Europapokalsiege gelangen zuvor nur Giovanni Trapattoni, Carlo Ancelotti und José Mourinho. Der Klub aus Birmingham feierte seinen ersten Europa-League-Sieg und den ersten im Europacup seit 1982, damals im Endspiel gegen Bayern München.

Auf der Tribüne unterstützte Edelfan Prinz William seinen Herzensverein Aston Villa, dem SC Freiburg drückte dafür die geballte deutsche Fußball-Prominenz die Daumen. Deutschlands Bundestrainer Julian Nagelsmann, DFB-Präsident Bernd Neuendorf und die DFL-Spitze um Hans-Joachim Watzke, Marc Lenz sowie Steffen Merkel reisten in die türkische Metropole. Auch die Klubikonen Christian Streich und Joachim Löw waren natürlich vor Ort dabei. Auf der Tribüne gaben 11.000 mitgereiste Freiburger den Ton an.

Tausende Freiburg-Fans hoffen vergebens

Bereits ab dem frühen Nachmittag hatten sich die Anhänger in der Stadt eingestimmt, fuhren unter anderem mit Partybooten über den Bosporus und sangen in den Kneipen der engen Gassen im Stadtteil Besiktas ihre Fanlieder. „Wir werden auch für sie alles geben“, kündigte Kapitän Christian Günter an: „Es wird ein besonderer Tag für uns und den Verein. Wir freuen uns einfach und wollen am Schluss das Ding in die Höhe halten.“

Spielerisch wollte sich der „kleine“ Sport-Club im ersten Duell überhaupt mit dem Klub aus England keineswegs verstecken. „Wir wollen gut reinkommen und unser Spiel bringen“, sagte Abwehrchef Matthias Ginter vor der Partie, hob aber auch die Stärke des Gegners hervor.

Die Freiburger setzten ihren Plan um, versteckten sich nicht und kamen durch einen Kopfball von Igor Matanović nach wenigen Sekunden zum Abschluss. Doch auch Villa ließ seine Gefahr gleich aufblitzen, Ollie Watkins prüfte mit einem wuchtigen Schuss nach 123 Sekunden SC-Keeper Noah Atubolu. Auch beim Distanzschuss von Rogers (10.) fehlte nicht viel – die Villans kamen besser ins Spiel.

Rogers entwischt Lienhart bei Villa-Schlusspunkt

Die Freiburger begannen nervös und mit einigen einfachen Fehlern, fanden dann aber über Standards hinein. Nicolas Höfler, der sein letztes Spiel als Profi bestritt, schoss nach einem Freistoß knapp vorbei (17.). Freiburg bekam seine Nerven langsam aber sicher in den Griff, beide Teams spielten sich lange keine Torraumszenen mehr heraus. Viele Unterbrechungen durch Fouls trugen dazu bei. Ein zu unplatzierter Schuss von Freiburgs Johan Manzambi (34.) stach noch heraus.

„Riesige Sache“: Glasner winkt nach Finaleinzug vierter Titel

Der deutsche Bundesligist warf sich in jeden Abschluss der Engländer – und war kurz vor der Pause machtlos. Nach einer kurzen Eckenvariante flankte Rogers auf Tielemans, der mit einer perfekten Direktabnahme traf. Als Freiburg sich in die Halbzeitpause zittern wollte, schlenzte Buendia den Ball perfekt ins lange Eck.

Nach der Pause überließ Villa den Freiburgern zunächst das Spiel – doch ein schneller Angriff reichte, um das Spiel zu entscheiden. Buendia flankte flach auf den ersten Pfosten, Rogers entwischte Lienhart und spitzelte den Ball in die kurze Ecke. Der Wille des SC war gebrochen.

Drei Minuten später war Lienharts Arbeitstag zu Ende. Aston Villas Sieg hätte noch höher ausfallen können. Ein Onana-Kopfball landete am Aluminiumgehäuse (70.) und Buendia vergab eine Topchance aus kürzester Distanz etwas leichtfertig (75.).

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(Red./SID./APA).

Beitragsbild: Imago.