Make your Move #14: Der Geheimfavorit

von Gerfried Pröll

Das Finalturnier um den Österreichischen Basketball-Cup am Wochenende in Schwechat wird von den negativen Schlagzeilen aus Graz vielleicht gestört, aber sicher nicht in den Schatten gestellt. Dafür ist das CupFinal4 (Samstag und Sonntag, ab 16:30 Uhr live auf Sky Sport Austria 2 HD – mit Sky X kannst du das Turnier live streamen – monatlich kündbar) einfach zu wichtig, zu spektakulär und viel zu spannend. Störmanöver rund um diese erste große Titel-Entscheidung des Jahres haben interessanterweise fast schon Tradition. Mehrmals in den vergangenen Jahren haben Dopingfälle, Finanz-Crashes oder Schiri-Streiks einigen Wirbel ausgelöst. Der Sport selbst hat aber am Ende immer für das meiste Aufsehen gesorgt. Und das wird auch diesmal wieder so sein.

Schon das erste Semifinale am Samstag (ab 16.30 live bei Sky Sport Austria 2HD) könnte ein echtes Highlight werden: Im Aufeinandertreffen von Titelverteidiger Kapfenberg mit dem SKN Sankt Pölten ist die Favoritenstellung auf dem Papier völlig klar. Aber nur auf dem Papier. Denn das Sensationsteam aus der niederösterreichischen Landeshauptstadt wird von Experten als Geheimfavorit auf den Cup-Titel 2020 gehandelt. Quasi als Hecht im Ka(r)pfenteich. Und das nicht zu Unrecht. Die Sankt Pöltner haben die Liga in den vergangenen Wochen ein wenig hintangestellt, um sich ganz gezielt auf das CupFinal4 vorzubereiten. Angefangen von Obmann Alfred Muschik bis zum zwölften Spieler auf dem Roster sind alle absolut fokussiert.

Wer wird Cupsieger 2020?

Um eine schlagkräftige Truppe nach Schwechat schicken zu können, lässt der SKN nichts unversucht: Florian Trmal ist rechtzeitig fit geworden, Philip Jalalpoor wird nach seiner gegen Klosterneuburg erlittenen Gesichtsverletzung mit einer Spezialmaske spielen. Außerdem hat das Team von Headcoach Andreas Worenz einen unverhofften Neuzugang zu vermelden: Lukas Böck (im Zivilberuf Pharmazeut) hat seine Tätigkeit bei der „Nationalen Anti-Doping Agentur“ beendet und ist wieder spielberechtigt. Wie wertvoll er sein kann, hat er gegen Gmunden mit 13 Punkten bereits bewiesen. Damit nicht genug, hat der Liga-Aufsteiger in den vergangenen Wochen sogar versucht, eine Klub-Legende zu reaktivieren. Martin Speiser hat mehrmals mittrainiert, musste den Comeback-Versuch wegen einer Fußverletzung aber wieder abbrechen.

Trotz aller Bemühungen wird es gegen den Cupsieger 2017, 2018 und 2019 klarerweise verdammt schwierig. Die Bulls haben in den ersten beiden Spielen der Platzierungsrunde eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie in der Defense wieder an alte Qualitäten anschließen können. Davon waren die Kapfenberger im bisher letzten Duell mit dem SKN noch weit entfernt, als sie im Dezember eine empfindliche 69:89-Auswärtspleite hinnehmen mussten. Diesmal soll die Offensiv-Power der Sankt Pöltner aber durch aggressive Verteidigung entscheidend gebremst werden. Die Mission der Bulls ist klar: Mit dem vierten Cupsieg in Folge und dem insgesamt zehnten nationalen Titel in Serie wollen sie in die Geschichte eingehen.

Von Gerfried Pröll

Zeleznik vor Cup Final Four: “Bin zuversichtlich, dass wir es schaffen können”