Messi trifft bei Argentinien-Kantersieg – auch Brasilien erfolgreich
Fußball-Rekordweltmeister Brasilien und Titelverteidiger Argentinien haben ihre nächsten Tests zweieinhalb Monate vor der WM bestanden.
Die Selecao gewann rund eine Woche nach der Pleite gegen Frankreich (1:2) mit 3:1 (1:0) in Orlando/USA gegen Kroatien, das vor vier Jahren in Katar die Brasilianer im Viertelfinale aus dem Turnier geworfen hatte. Superstar Lionel Messi feierte mit ÖFB-Gruppengegner Argentinien ein 5:0 (2:0) gegen Sambia in Buenos Aires.
Beim kurzfristig angesetzten Testspiel erzielte der mittlerweile 38-Jährige (43.) das Tor zum zwischenzeitlichen 2:0. Ursprünglich hätte an diesem Tag das „Finalissima“ zwischen Europameister Spanien und dem Südamerika-Champion in Katar stattfinden sollen, das wegen des Nahost-Konflikts aber abgesagt werden musste. Die Argentinier, die ihr WM-Quartier in Kansas City aufschlagen, haben bislang keine weiteren Tests im Vorfeld der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada geplant.
Julian Alvarez eröffnete Argentiniens Torreigen in „La Bombonera“, dem Stadion der Boca Juniors, nach Pass von Messi, den der starke Thiago Almada noch leicht mit der Ferse berührte (4.). Auch Messi zeigte sich spielfreudig und traf nach Doppelpass mit Alexis Mac Allister zum 2:0. Nach Foul an den von Messi eingesetzten Almada war Nicolas Otamendi per Elfmeter erfolgreich (50.). Die weiteren Treffer resultierten aus einem Eigentor von Dominic Chanda (68.) sowie einem von Nico Gonzalez sehenswert mit der Ferse vorbereiteten Premierentor von Valentin Barco (93.).
Ried-Stürmer duellierte sich mit Messi
Bei Sambia gab Kingstone Mutandwa von der SV Ried bis zur 60. Minute den Mittelstürmer. Messi war in seinem aller Voraussicht nach letzten Länderspiel im eigenen Land über die volle Distanz im Einsatz. Der 38-Jährige hat laut Teamchef Lionel Scaloni zwar noch nicht offiziell über seine WM-Teilnahme entschieden. Sollte der achtfache Weltfußballer in Diensten von Inter Miami halbwegs fit sein, darf aber von einer Zusage ausgegangen werden. Österreich trifft am 22. Juni in Dallas auf die Argentinier.
Davor hatten die weiteren ÖFB-Endrundengegner Algerien und Jordanien an neutralen Spielorten jeweils Testspiel-Remis geholt. Algerien trennte sich in Turin von WM-Teilnehmer Uruguay torlos, Jordanien erreichte in Antalya gegen Nigeria ein 2:2.
Keine Siege für WM-Gastgeber
Auch Kanada und Österreichs nächster Testspielgegner Tunesien, der am 1. Juni in Wien gastiert, trennten sich in Toronto torlos. Ein Remis gab es auch für einen weiteren WM-Gastgeber. Mexiko ging in Chicago gegen Belgien durch Jorge Sanchez in Führung (19.), den Belgiern gelang aber unmittelbar nach der Pause durch Dodi Lukebakio der Ausgleich (46.).
Für die USA setzte es nach einem 2:5 zuletzt gegen Belgien mit einem 0:2 gegen Portugal eine weitere Niederlage. Die Tore für die Portugiesen, bei denen Cristiano Ronaldo wegen einer leichten Muskelverletzung pausierte, erzielten Francisco Trincao (37.) und Joao Felix (59.) jeweils nach Assist von Bruno Fernandes. Rekordweltmeister Brasilien besiegte Kroatien nach späten Toren von Igor Thiago (88./Elfmeter) und Gabriel Martinelli (92.) in Orlando mit 3:1.
Ancelotti nach Brasilien-Sieg: „Neymar kann dabei sein“
Brasilien feierte derweil eine gelungene Generalprobe vor der Kader-Nominierung am 18. Mai, die Trainer Carlo Ancelotti nach dem bitteren 1:2 am vergangenen Donnerstag gegen Vize-Weltmeister Frankreich erhoffte Alternativen gab. Zumal der 66-jährige Italiener weiterhin auf den verletzungsanfälligen Neymar verzichtete.
Denn obwohl Brasilien nach einem Konter aus dem Lehrbuch durch Danilo (45.+2) in Führung gegangen war, schallten immer stärker Rufe nach dem Superstar durch das mit 46.398 Zuschauern gut besuchte Camping World Stadium – bis der eingewechselte Endrick einen Elfmeter herausholte, den Igor Thiago (88.) verwandelte, und Gabriel Martinelli (90.+2) für den Endstand sorgte. Beide Torschützen kamen ebenfalls von der Bank.
Dass Neymar, der mit 34 Jahren beim FC Santos in seiner Heimat spielt, einmal mehr dort keinen Platz fand, hatte Ancelotti zuvor mit dessen Fitnessproblemen begründet. „Er ist nicht bei 100 Prozent seiner Möglichkeiten“, argumentierte der Erfolgscoach immer und immer wieder, schlug die Tür aber nicht endgültig zu: „Neymar kann bei der WM dabei sein.“
Mit seiner sechsten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft könnte derweil Messi wie auch Cristiano Ronaldo einen Rekord aufstellen. Sein Debüt hatte der Argentinier 2006 in Deutschland gegeben. Dem WM-Viertelfinal-Aus gegen den Gastgeber folgten 2010 ebenfalls in der Runde der letzten Acht und 2014 im Finale in Brasilien erneute Pleiten gegen die DFB-Elf. Nach einer weiteren Enttäuschung 2018 in Russland gelang 2022 endlich die Krönung in Katar.
(SID/APA).
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