Nach Neuer-Verletzung: Nagelsmann äußert sich zu Einser-Frage

Der deutsche Fußball-Teamchef Julian Nagelsmann plant weiter mit Manuel Neuer als Nummer eins für die Heim-EM, auch wenn der Bayern-Tormann nach einer Trainingsverletzung für die März-Länderspiele gegen Frankreich und die Niederlande ausfällt.

„Die Entscheidung ändert sich nicht durch einen Muskelfaserriss“, sagte Nagelsmann am Freitag in Lyon: „Es ist nur eine kleine Verletzung, er fällt keine acht Monate aus.“

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Der 37-jährige Neuer sollte am Samstag in Lyon sein Comeback nach seinem schweren Beinbruch nach der WM 2022 in Katar im DFB-Tor geben. Er verletzte sich aber im Training am Oberschenkel. Im Groupama Stadium wird nun Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona spielen. „Ich bin Gott froh, dass wir zwei Weltklassentorhüter haben. Marc hat die Chance, jetzt da zu sein“, sagte Nagelsmann über den 31-jährigen, den bei der EURO ein weiteres Turnier als Nummer zwei hinter Neuer erwartet.

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Über die EM-Rollen hatte Nagelsmann mit den beiden deutschen Top-Torhütern vor Neuers Verletzung Gespräche geführt. „Ich revidiere nicht jede Entscheidung. Manu hat extrem lange gespielt“, sagte der Coach. Neuer werde mit der Verletzung wohl nur zehn Tage ausfallen. Der Weltmeister von 2014 kann aber nun erst in den letzten Testspielen vor dem EM-Beginn Anfang Juni gegen die Ukraine und Griechenland wieder im DFB-Tor stehen.

Experten: Kein Wirtschafts-Boost durch EM-Ausrichtung

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht durch die heurige Fußball-Europameisterschaft in Deutschland keinen besonderen Impuls für die dort schwächelnde Konjunktur. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Konsumausgaben steigen, teilte das IW am Freitag in Köln mit. Sie würden sich lediglich verschieben. Das hätten die Erfahrungen der Weltmeisterschaft 2006 gezeigt. Demnach werden Ausgaben, etwa für einen neuen Fernseher, an anderer Stelle wieder eingespart.

Auch von anreisenden Fans aus anderen europäischen Ländern wie Österreich erwartet sich das IW keinen positiven Einfluss auf die deutsche Wirtschaft. Sie würden im Zweifel einfach andere Touristen verdrängen. „Ein Hotelzimmer kann eben nur einmal vergeben werden“, sagte IW-Ökonom Michael Grömling.

Nagelsmann: “Diese Pseudodruckmacherei…“

Zudem fließe kein Geld in den Bau neuer Straßen oder sonstiger Infrastruktur. Die Einnahmen aus den TV-Rechten gingen an den europäischen Fußballverband UEFA in der Schweiz.

Dennoch betonte Grömling, man dürfe die emotionale Rendite der Europameisterschaft nicht unterschätzen. Ein sportliches Großereignis könne die Stimmung aufhellen und das Image des Gastgeberlandes verbessern.

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(APA).