Neue Funktion bei Wiener Austria: Hosiner beendet Profi-Karriere

Philipp Hosiner hängt mit Saisonende seine Fußballschuhe an den Nagel und bleibt der Wiener Austria dennoch erhalten. Der 36-Jährige wird künftig als Individualtrainer für Offensivspieler in der Austria-Akademie tätig sein und damit weiterhin an der Entwicklung junger Talente mitarbeiten.

Der Burgenländer prägte über mehrere Jahre das violette Spiel. In der Saison 2012/13 führte er die Austria mit 32 Treffern zum bislang letzten Meistertitel. Nach Stationen in Frankreich und Deutschland kehrte „Hosi“ 2023 nach Wien-Favoriten zurück. Als Kapitän der Young Violets hatte er maßgeblichen Anteil am Wiederaufstieg in die 2. Liga.

Philipp Hosiner: „Ich bin vor drei Jahren zur Austria zurückgekehrt, mit dem klaren Ziel, meine Erfahrung an die nächste Generation weiterzugeben. Mit dem Aufstieg in die zweite Liga haben wir etwas Großartiges geschafft. Für mich ist nun der optimale Zeitpunkt, meine Karriere zu beenden und der nächsten Generation die Bühne zu überlassen. Jedes Mal, wenn ich am Verteilerkreis gespielt habe, habe ich von den Fans das Vertrauen gespürt – vor zehn Jahren genauso wie heute. Der Zeitpunkt fühlt sich für mich richtig an. Ich denke, es ist ein würdiger Abschluss. Ich möchte nur danke sagen: Danke für die großartige Unterstützung.“

Young Violets-Trainer Max Uhlig: “Es war eine große Ehre für mich, mit Philipp Hosiner zu arbeiten. In seinen drei Saisonen bei den Young Violets war er ein großes Vorbild für unsere jungen Spieler, er hat unsere Standards im Team ganz nach oben geschraubt. Es war von Anfang an spürbar, dass Hosi neben seinen Fähigkeiten als Spieler auch ein unheimlich bodenständiger und sympathischer Mensch ist. Es hat großen Spaß gemacht, mit ihm zusammen zu arbeiten. Man sagt immer: Die Spieler lernen vom Trainer – ich kann in diesem Fall getrost sagen, dass es auch umgekehrt so war und ich unheimlich viel von Hosi lernen durfte. Ich wünsche ihm für seine Zukunft alles Gute.“

Starke Zahlen und unvergessliche Momente

Hosiner hinterlässt eine beeindruckende Bilanz im Austria-Dress: In zwei Amtszeiten (2012–2014 und 2023–2026) kam er auf 161 Pflichtspiele, 91 Tore und 24 Assists. Neben dem Meistertitel sicherte er sich 2012/13 auch die Torjägerkrone und wurde zum „Spieler der Saison“ gewählt.

Unvergessen bleibt auch sein Beitrag in der Champions-League-Qualifikation gegen Dinamo Zagreb, als er das entscheidende Tor von Roman Kienast vorbereitete. In der Gruppenphase gegen Atlético Madrid, den FC Porto und Zenit St. Petersburg erzielte Hosiner im abschließenden Spiel gegen Zenit einen Doppelpack beim 4:1-Erfolg.

Schwere Zeit und Comeback

2014 wagte Hosiner den Schritt ins Ausland zu Stade Rennes. Eine geplante Weiterstation beim 1. FC Köln brachte jedoch eine dramatische Wende: Beim Medizincheck wurde ein Tumor an der linken Niere entdeckt. Nach erfolgreicher Operation kehrte er bereits im Mai 2015 auf den Platz zurück.

„Der glückliche Umstand, dass man als Profi-Fußballer routinemäßig medizinische Kontrollen hat, hat mir vermutlich das Leben gerettet“, sagte Hosiner später.

Es folgten Stationen beim 1. FC Köln, Union Berlin, Sturm Graz, Chemnitzer FC, Dynamo Dresden und Kickers Offenbach, ehe er 2023 zur Austria zurückkehrte.

Rückkehr als Führungsspieler

Bei den Young Violets übernahm Hosiner sofort Verantwortung, sowohl als Kapitän als auch als Mentor. In seiner ersten Regionalliga-Saison erzielte er 14 Treffer, ein Jahr später steuerte er 21 Tore zum Aufstieg in die 2. Liga bei.

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Beitragsbild: GEPA