Ohne Einsatzminute: Adamus Nachnominierung wirft in Freiburg Fragen auf

Beim SC Freiburg stößt die Nachnominierung Junior Adamu rückblickend auf etwas Unverständnis. Nach dem fixen Ausfall von Michael Gregoritsch für die beiden Länderspiele gegen Belgien und Aserbaidschan hatte Teamchef Ralf Rangnick den Freiburger Stürmer nachnominiert.

Doch Adamu, der erst Mitte September nach zwei Monaten Verletzungspause genesen war, absolvierte für das ÖFB-Team keine einzige Einsatzminute. Bei der 2:3-Niederlage gegen Belgien stand er nicht im Spieltagsaufgebot, vor dem Auswärtsspiel in Aserbaidschan schickte ihn Rangnick zurück nach Freiburg und verhalf stattdessen Rapid-Kapitän Guido Burgstaller zu seinem ÖFB-Comeback.

Statt beim ÖFB-Team nur auf der Tribüne zu sitzen, hätte Adamu während der Ligapause im Freiburger Test gegen den FC Basel (Endstand 2:2) wertvolle Matchpraxis sammeln können. „Das wäre die Idealkonstellation gewesen. Es ist schade für Junior. Für einen neuen Spieler zählt jeder Tag, den er mit seinen Mitspielern im Verein auf dem Platz verbringt. So war er letzte Woche hin- und hergerissen und nirgendwo so richtig dabei. Sein emotionales Wellenbad der letzten Wochen wurde dadurch nicht besser. Aber da hilft ihm seine Frohnatur, er wird das verdauen“, erklärte Freiburgs Sportdirektor Klemens Hartenbach dem „kicker“ die Sicht des Klubs.

Freiburger versöhnlich: „Wollen nicht nachkarten“

Lange böse sein will man dem ÖFB und Teamchef Rangnick in Freiburg aber nicht. „Wir wollen nicht nachkarten. So etwas macht niemand absichtlich. Ralf hat ihn nicht dazugenommen, um ihn uns wegzunehmen“, sagte Hartbenbach, der zumindest in der vorzeitigen Rückkehr Adamus nach Freiburg etwas Positives sieht. „Es hätte ja auch sein können, dass Ralf Junior für den Kader oder zur Sicherheit mit nach Aserbaidschan nimmt. So hat Junior jetzt bei uns immerhin eine komplette Trainingswoche.“

Nach einem verletzungsbedingt schweren Start in Freiburg will sich Adamu, der im Sommer für sechs Millionen Euro von Red Bull Salzburg in den Breisgau gewechselt war, nun für einen Startelfplatz empfehlen. In der bisherigen Saison absolvierte Adamu in der Bundesliga und der Europa League größtenteils nur Kurzeinsätze. Einzig gegen West Ham in der Europa League durfte der 22-Jährige von Beginn an ran und wurde nach 45 Minuten zur Pause ausgewechselt.

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Bild: GEPA