Olympia: Ofner bei seinem Debüt Favorit, Grabher klare Außenseiterin

Olympia: Ofner bei seinem Debüt Favorit, Grabher klare Außenseiterin

Schon am Samstag geben Österreichs zwei Tennisspieler bei den Sommerspielen in Paris ihr Olympia-Debüt. Julia Grabher bestreitet ihr Erstrundenmatch gegen die US-Amerikanerin Emma Navarro um 12.00 Uhr in der ersten Partie auf Court 8, Sebastian Ofner tritt in Roland Garros gegen den Niederländer Robin Haase im dritten Match auf Court 9 an. Beide hatten zuletzt mit Verletzungen zu kämpfen. Während Grabher aber vor allem deswegen Außenseiterin ist, gilt Ofner als Favorit.

Am Montag in der ersten Kitzbühel-Runde gegen Landsmann Lukas Neumayer ausgeschieden, kam Ofner wie Grabher zur Wochenmitte nach Paris. Beide wollten am Freitagabend bei der Eröffnung der Spiele dabei sein. Für den auf Position 56 in der Weltrangliste leicht zurückgefallenen Ofner ging sich davor noch ein halbstündiges Schlagtraining aus. Seine zuletzt wieder akut gewordene Fersenverletzung sei „noch nicht ganz weg, aber definitiv auf dem Weg der Besserung. Ich hoffe natürlich, dass das in den nächsten Tagen noch einmal einen Schritt nach vorne macht.“

Haase war ihm nach Absagen u.a. des Schotten Andy Murray als Ersatz zugelost worden. Eigentlich spielt der 37-Jährige nur noch Doppel, seine heuer einzigen beiden Einzelmatches auf der Tour hatte er auf Rasen beim Heim-Turnier in Hertogenbosch in der Qualifikation. Im bisher einzigen Duell mit Ofner war Haase im Vorjahr in der Qualifikation von Estoril ebenfalls auf Sand in zwei Sätzen unterlegen. „Ich vertraue auf meine Stärken und versuche, mein Spiel zu spielen“, gab Ofner am Freitag an. „Je nachdem, wie es läuft, kann ich es noch immer anpassen.“

Freilich dürfe man den auf Weltranglistenplatz 1.196 stehenden zweifachen Kitzbühel-Sieger (2011, 2012) nicht unterschätzen. „Solche Spieler sind trotzdem immer gefährlich, vor allem einer wie Haase – er war längere Zeit Top 50. Da kann immer was passieren für ein Match. Trotzdem glaube ich, dass ich da noch eine Spur drüber bin.“ Der Fokus sei auch deswegen auf Sieg, da es in der zweiten Runde womöglich gegen den Russen Daniil Medwedew ginge. „Das ist ein ganz gutes Ziel, gegen einen Topstar“, meinte der 28-Jährige über ein Duell mit dem Weltranglisten-Fünften.

Grabher gegen Navarro in der Außenseiter-Rolle

Grabher bekommt es mit einem nicht ganz so großen Kaliber zu tun, doch Navarro ist immerhin 15. im Ranking. Gegen so eine Spielerin hat Österreichs aktuelle Nummer zwei seit ihrer Ende August 2023 zugezogenen Handgelenksblessur nicht gespielt. „Ich bin nicht in Hochform und eine Gegnerin wie Navarro auf dem Level nicht gewohnt“, musste Grabher eingestehen. „Ich freue mich aber extrem. Roland Garros ist mein Lieblingsort zu spielen, da fühle ich mich gleich um einiges besser.“ Die Plätze würden sich wie immer spielen, gleich wie bei den French Open.

Sie habe gegen Navarro weder gespielt noch mit ihr trainiert. „Ich war jetzt fast zwölf Monate weg, in dem Jahr hat sie am meisten aufgezeigt. Sie ist eine junge Spielerin. Ich kenne sie nicht gut.“ Videostudium habe ein bisschen Abhilfe geschaffen. „Ich erwarte ein sehr hartes Match, habe nichts zu verlieren. Sie ist haushoher Favorit“, meinte die in Paris von Richard Ruckelshausen betreute ÖOC-Athletin. Navarro sei eine sehr aggressive Spielerin, so Grabher. „Komme ich in die Ballwechsel, habe ich sehr gute Chancen. Ich muss mich auf mein Spiel konzentrieren, meine Waffen einsetzen.“

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(APA)/Bild: Imago