Vor Cup-Schlager: Ortlechner gibt Update zu Raguz-Comeback
Ungeschlagen durch die Vorbereitung, Youngster auf dem Sprung in die „Kampfmannschaft“, die Verletztenliste wird kürzer: Austria Wien will sich trotz vieler Nebenschauplätze auf das Wesentliche fokussieren.
Sky-Reporter Johannes Brandl hat Sportdirektor Manuel Ortlechner zum Interview getroffen und mit ihm über die Vorbereitung sowie die sportlichen Ziele der Austria gesprochen – auch die möglichen Comebacks der Langzeitverletzten Raguz, El Sheiwi und Wustinger waren dabei ein Thema.
Sky: Welchen Eindruck hat die Mannschaft bisher in der Vorbereitung auf Sie gemacht?
Manuel Ortlechner: Die Vorbereitung hat schon wieder viele Aufschlüsse gebracht, egal, ob es das Trainingslager war oder dieser Durchhänger im Testspiel gegen den FavAC. Der hat mich aber nicht beunruhigt, weil auch ich in meiner Karriere schon einige Testspiele hatte, wo ich mir dann gedacht habe, das war aber nicht das Gelbe vom Ei. Ich erwarte mir im letzten Test schon eine Reaktion der Mannschaft.
Ich glaube auch, dass der eine oder andere, der im Herbst nicht so am Schirm war, die Einsätze genutzt hat, wie ein Tin Plavotic, der uns Attribute gibt, die wir in der Form in der Abwehr nur einmal haben. Auch ein Romeo Vucic ist jemand, den man im Frühjahr unbedingt auf dem Radar haben sollte, weil er im Herbst fleißig an sich gearbeitet hat und ähnlich wie Haris Tabakovic viel Muskelmasse aufgebaut hat und ganz anders auf dem Platz steht. Auch ‚Muki‘ Huskovic ist wieder voll im Kommen.
Wer sind denn die nächsten, die bei der Wiener Austria in der Pipeline stehen?
Dejan Radonjic war im Trainingslager mit, der ist aktueller U-19-Teamspieler, auch Luca Pazourek ist U-19-Nationalteamspieler und hat schon sehr viele Zweitligaspiele in den Beinen. Moritz Wels hat am Ende des Herbstes gezeigt, dass er mitunter einer der spannendsten Spieler in seinem Jahrgang in ganz Österreich ist.
Die Nächsten kommen auch schon nach – mit Sanel Saljic zum Beispiel, der in den Kader von Stripfing aufgenommen wurde, weil er einen starken Herbst bei den Young Violets gespielt hat und er einer ist, den wir gerne in der Bundesliga sehen würden. So wie auch einen Aleksa Illic, Osman Abdi, David Ewemade oder Rocco Sutterlüty, denen wir diese violette Karriereleiter über die Young Violets zu Stripfing bis hin zur Kampfmannschaft zutrauen.
Dragovic, Michorl, Früchtl: Ortlechner spricht über Austria-Transferpläne
Wie geht es Ziad El Sheiwi und Florian Wustinger?
Die beiden vergisst man immer, wenn es auch darum geht, welche Top-Talente hat die Austria in ihren Reihen und warum machen sie die nicht zu Geld. Ich bin schon der Meinung, dass, wenn sie gesund bleiben – und das wünscht ihnen glaube ich ganz Fußball-Österreich – eine tolle Karriere vor sich haben. Es war auch die absolut richtige Entscheidung beide nach Malta mitzunehmen, weil sie in ihrem Reha-Prozess schon so weit sind, dass sie gewisse Inhalte auch schon auf dem Fußballfeld absolvieren können. Auch zur Reintegration in die Mannschaft war das ein wichtiger Schritt. Beide bauen wir jetzt Richtung Frühjahr sukzessive auf und im Sommer können beide wieder Bestandteil der Kampfmannschaft sein.
Ortlechner über Raguz: „Er hat echt Stärke bewiesen“
Wie sieht es bei Marko Raguz aus?
Ich sehe ihn gerade mit einem Auge mit Fußballschuhen auf dem Trainingsplatz, mit Ball, Physio und Rehatrainer Fußballübungen absolvieren. Ich glaube, dass wir den physischen Bereich in den Griff bekommen haben. Er macht die Übungen auf dem Platz mittlerweile schmerzfrei, dementsprechend sieht man das auch an seiner Körpersprache. Er ist jetzt auch fixer Bestandteil der Kabine und nicht irgendwo auf Reha in Deutschland, England, Österreich, wo auch immer er die letzten Monate verbracht hat.
Du musst es ja auch einmal mental verarbeiten und ich finde, er hat echt Stärke bewiesen. Ich glaube auch, dass die nächsten Wochen, also jede Einheit auf dem Platz mit Ball, wo er einfach ein gutes Gefühl bekommt und der Körper positiv reagiert, ihm auch weiter hilft, dass er wieder zu alter mentale Stärke zurückfindet und das freut uns primär am meisten für ihn.
Der Kampf um die Top sechs ist äußerst eng. Die Austria befindet sich aktuell in der Rolle des Jägers. In den kommenden fünf Runden hat Ihr Team noch drei Heimspiele, wie viele Punkte muss die Austria aus diesen fünf Spielen machen?
Idealerweise gelingt uns das Punktemaximum natürlich. Wir werden wahrscheinlich schon rund dreizehn Punkte machen müssen. Das ist viel, aber es ist nicht unmöglich. Wir brauchen eine Top-Leistung ab Beginn der Pflichtspiele, dass wir dieses Ziel erreichen können.
Cup-Duell gegen Sturm – Ortlechner: „Was willst du mehr?“
Der Start ins Frühjahr ist gleich äußerst herausfordernd mit dem Cupspiel gegen den amtierenden Cupsieger Sturm Graz. Wie blicken Sie diesem Spiel entgegen?
Es gibt doch nichts Schöneres als ein Freitagabendspiel in Graz. Als Spieler habe ich solche Spiele geliebt. Die Atmosphäre in Graz ist eine der besten in ganz Österreich. Es ist Cup-Viertelfinale, was willst du mehr? Wir haben das letzte Mal bewiesen, dass wir ihnen auch wehtun können. Ich bin der Meinung, das können wir auch jetzt. Und es ist ja ein K.O.-Spiel, das ist auch so eine Geschichte, da kann alles passieren.
Jetzt wissen wir auch so, dass der Cup der kürzeste Weg in einen internationalen Bewerb ist – welchen Stellenwert hat der Cup für Austria Wien?
Alleine aus der Historie des Vereins hat der Cup einen hohen Stellenwert. Jetzt haben wir noch maximal drei Spiele vor der Brust, die alle hundertprozentig schwierig sind. Aber du musst es dir verdienen und auch einfach in diesem Spiel auf Anschlag abliefern. Dann muss jeder Spieler, der auch aufgeboten wird, an sein Leistungsmaximum gehen, weil ansonsten werden wir Sturm Graz nicht schlagen können, hundertprozentig nicht.
„Absolut faire Summe“: Ortlechner spricht über Braunöder-Ablöse
(Johannes Brandl//Red.)
Bild: GEPA
