Rodel-Trio hofft nach starker Saison auf Olympia-Medaillen
Jonas Müller, Nico Gleirscher und Wolfgang Kindl sind Österreichs Medaillenhoffnungen im Männer-Einsitzerbewerb bei den olympischen Rodelbewerben in Cortina d’Ampezzo.
Es zählt das Ergebnis aus zwei Läufen am Samstag und zwei am Sonntag (jeweils ab 17.00 Uhr) – ein Modus, den es nur im Zeichen der Fünf Ringe gibt. „Nach so einer Saison ist das Ziel eine Medaille“, sagte Debütant Müller, der aber weiß, dass er dazu einige Mitfavoriten „biegen“ wird müssen.
Geübt wurde das Einmal-Schlafen-Gehen zweimal in diesem Winter, als jeweils ein Lauf pro Tag gefahren wurde. „In Park City habe ich gewonnen, da war ich auch nach dem ersten Tag vorne und überhaupt nicht nervös“, sagte Müller zur APA. Er gewann drei Weltcuprennen, der Deutsche Felix Loch die anderen vier. „Diese Saison habe ich von Weltcup zu Weltcup geschaut. Das gab mir ein bisschen die Lockerheit, das brauche ich, dass ich schnell und konstant sein kann“, erzählte der 28-jährige Müller. Er zog damit aus der verpassten Olympia-Qualifikation 2022 seine Lehren.
Medaillenanwärter in Cortina sind weiters auch der Deutsche Max Langenhan, aus dem italienischen Team Dominik Fischnaller, Leon Felderer und Alex Gufler, der Lette Kristers Aparjods und die anderen Österreicher. Der vierte starke ÖRV-Athlet im Bunde, 2018-Olympiasieger David Gleirscher, musste an siebenter Stelle der Weltcup-Gesamtwertung liegend wegen der Quote zu Hause bleiben.
Routinier Kindl setzt auf seine Erfahrung
Kindl ist mit seiner fünften Olympiateilnahme bereits ein Routinier. Der 37-Jährige tritt im Einsitzer und Doppelsitzer gemeinsam mit Thomas Steu an. „Im Doppelsitzer ist es nicht immer so von selber gelaufen, ich habe sehr viel Fokus darauf gelegt und geschaut, dass ich im Einsitzer so wenig wie möglich Trainingsfahrten mache, weil ich die nicht gebraucht habe. Da weiß ich, was ich zu tun habe.“ Bei den Spielen komme am Einsitzer-Renntag noch das Doppelsitzertraining dazu, aber die Umstellung selber habe ihm nie ein Riesenproblem gemacht.
„Ziel war, mich in beiden Disziplinen zu qualifizieren. Alle von uns können um Medaillen mitfahren. Wenn ich meine beste Leistung abrufe, wird es auch möglich sein“, meinte der Silbermedaillengewinner von Peking. „Eine Olympiamedaille ist das Größte, das man erreichen kann. Sicher sagt jeder, Gold ist die Krönung, aber Gold kann man nicht planen. Das muss passieren.“ Er sei nicht mehr so verbissen wie früher, auch „wenn alle sagen, ich bin der, der nicht verlieren kann“. Den „brutalen Speed“ seiner Teamkollegen am Start habe er nicht mehr, in der Bahn wolle er seine Erfahrung ausspielen.
Gleirscher plant „gemütlich zu schlafen“
Nico Gleirscher wird in das Rennen gehen wie in jedes andere. „Alles andere macht ein bisschen narrisch. Es heißt, so wenig Fehler wie möglich zu machen, ein Fehler wird brutal bestraft. Wenn du vier fehlerfreie Läufe runterbringst, kannst du um eine Medaille mitreden.“ Der Umgang im Team sei professionell, was die Situation mit dem Wettkampf über zwei Tage betrifft. „Schön gemütlich schlafen gehen und am nächsten Tag neu starten.“
Der 28-Jährige sieht einen Heimvorteil beim italienischen Team, das auf der neuen Bahn mit der Schlüsselstelle Kurve Nummer vier ein paar hundert Läufe gemacht habe. „Wir hatten 40 oder 50. Aber wir sind auf so einem Niveau, dass uns das nicht so viel ausmacht und wir da trotzdem um jede Medaille mitfahren können.“ Er vollzog noch einen Materialtausch, bei den ersten Trainings war er mit der gewählten Schiene nicht so glücklich. „Medaillenkandidaten sind um die acht Leute, ich sehe mich als Außenseiter.“
(APA).
Beitragsbild: GEPA.
