Skibergsteigen im Aufwind: Zwischen Olympia und EM-Erfolgen

Zum ersten Mal in der Geschichte der Olympischen Winterspiele stand Skibergsteigen – international als Ski Mountaineering oder kurz Skimo bekannt – im offiziellen Programm. Die Premiere in Bormio sollte der jungen Sportart jene Sichtbarkeit verschaffen, auf die Athletinnen und Athleten seit Jahren hoffen. Auch Österreich war mit zwei starken Persönlichkeiten vertreten: Johanna Hiemer und Paul Verbnjak.

Kaum ist der historische Moment verdaut, steht das nächste große Kapitel an: Bei den Europameisterschaften in Aserbaidschan kämpfen zehn österreichische Skibergsteigerinnen und Skibergsteiger um Platzierungen und sorgen bereits für erste Erfolge.

Olympia in Bormio: Ein großer Schritt und ein schwieriger Tag

Die drei olympischen Skimo-Bewerbe – Sprint Männer, Sprint Frauen und Mixed-Staffel – wurden auf der legendären Stelvio-Piste ausgetragen. Für den Aufstieg werden die Skier mit Fellskins versehen, um Halt zu finden; für die Abfahrt werden sie wieder entfernt.

Im Kampf um Medaillen und Aufmerksamkeit: Skibergsteigen erstmals olympisch

Auf der 725 Meter langen Sprintstrecke mit 65 Höhenmetern erwischten die beiden Österreicher jedoch nicht ihren besten Tag. Hiemer kam in ihrem Vorlauf auf Platz fünf und verpasste das Halbfinale. Mit einer Zeit von 3:19,98 Minuten lag sie 13,47 Sekunden hinter der Schweizer Heat-Siegerin Marianne Fatton. Auch Verbnjak blieb hinter seinen Erwartungen: Nach 2:58,39 Minuten fehlten ihm deutliche 20,43 Sekunden auf den Spanier Oriol Cardona Coll. Beide Athleten gerieten beim Treppenaufstieg ins Straucheln – ein technisches Element, das im Sprint oft rennentscheidend ist.

In der Mixed-Staffel zeigte das Duo eine kämpferische Leistung. Nach jeweils zwei Runden landeten Hiemer und Verbnjak auf dem sechsten Platz. Fast 40 Sekunden fehlten am Ende auf Bronze.

EM in Aserbaidschan: Österreich zeigt Präsenz

Vom 4. bis 8. März richtet das Shadag Mountain Resort die Europameisterschaften im Skibergsteigen aus. Österreich ist mit zwei Damen und acht Herren am Start. Gleich zum Auftakt gab es Grund zur Freude: Emma Albrecht holte im Sprint der U20-Wertung die erste EM-Medaille für die ÖSV-Skibergsteiger. Sie sicherte sich Silber hinter der Deutschen Helena Euringer.

Auch bei den Herren gab es starke Leistungen: Andreas Mayer kämpfte sich nach einem beeindruckenden Viertelfinale bis ins Semifinale vor und belegte schließlich Rang zehn.
Verbnjak schaffte erneut den Einzug in die Heats, schied jedoch im Viertelfinale als 27. aus. Der Sieg ging an den AIN-Athleten Nikita Filippov.

Da Österreich im Mixed Team Relay nicht vertreten ist, folgt am Freitag der nächste Bewerb: der erste Individualbewerb der Saison 2025/26. Am Sonntag, dem 08. März, endet die EM mit den Verticalrennen, wo acht Teilnehmer aus Österreich dabei sein werden.

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Beitragsbild: GEPA