Sky exklusiv || Cvetkovic: „Rapid ist reif für den Titel“

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Frei nach dem Motto „come back stronger“ arbeitet Nenad Cvetkovic härter denn je an seiner Rückkehr auf den Rasen. Im ausführlichen Exklusiv-Interview mit Sky Reporter Eric Niederseer schilderte der serbische Innenverteidiger des SK Rapid die Schwierigkeiten der vergangenen Monate, seine Comeback-Pläne für April inklusive „Titel-Tackling“, das Ende der Horror-Statistik im Wiener Derby und seine „Trophäenträume“ mit Grün-Weiß.

Sky: „Nenad, zunächst vielen Dank für Ihre Zeit. Lassen Sie uns mit einer Frage beginnen, die Sie sicherlich bereits viele Male beantworten mussten: 20. August 2023: Welche Emotionen gehen Ihnen durch den Kopf, wenn Sie dieses Datum hören?“

Nenad Cvetkovic: „Ich habe bereits oft darüber gesprochen und bevorzuge es, emotional nicht zu sehr an dieses Datum erinnert zu werden. Es war ein sehr, sehr schwieriger Moment für mich, aber mittlerweile fokussiere ich mich nur mehr auf die Gegenwart und den Weg zurück.“

„Es war Ihr zweiter Kreuzbandriss in den vergangenen 5 ½ Jahren. Gab es irgendwann Momente, in denen Sie ans Aufgeben gedacht haben oder sind solche Gedanken nicht in Ihrem Bewusstsein verankert?“

„Ja, es war der zweite Kreuzbandriss und diesmal ein sehr schmerzhafter. Speziell weil ich erst kurz bei Rapid war und ein paar wirklich gute Spiele absolvierte. Ich hoffe wirklich sehr, dass es der letzte Kreuzbandriss war. Ich habe sehr hart gearbeitet. Von beiden Seiten, der sehr professionellen, medizinischen Abteilung von Rapid und auch meinerseits, haben wir sehr gute Arbeit geleistet.“

Rückkehr ins Teamtraining in zwei Wochen – „Ich bin jetzt stärker, als ich es vorher war“

„Es gab in Ihrer Reha-Phase bis dato keinerlei Rückschläge. Wie geht es Ihnen und wie sieht Ihre derzeitige körperliche Verfassung aus?“

„Ja, es gab keinerlei Rückschläge und alles läuft genau nach Plan. Wie du sicher weißt, plane ich mein Comeback im April. Aber man muss natürlich abwarten, wie mein Körper reagiert, wenn ich das Teamtraining wieder aufnehme. Der derzeitige Plan ist, dass ich in zwei Wochen ins Teamtraining zurückkehre, beginnend mit leichten Pässen. Dann sollen ein paar Trainingseinheiten ohne Kontakt folgen. Abhängig davon, werden die medizinische Abteilung und ich dann entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um wieder mit voller Intensität zu trainieren.“

„Es gab auch positive News hinsichtlich des Trainingslagers im Winter in Belek. Sie konnten die ganze Zeit in der Türkei auf dem Platz trainieren. Wie viel Prozent des „echten Nenad“ sehen wir Stand jetzt?“

„120 %. Nein ernsthaft: Wir haben einige Testungen durchgeführt und alles läuft besser als erwartet. Ich kann wahrlich behaupten, ich bin jetzt stärker als ich es vorher war. Aber hinsichtlich des Lauftrainings habe ich natürlich leichte Defizite, weil ich in den letzten sechs Monaten recht wenige Laufeinheiten hatte. Mein primärer Fokus ist es jetzt Kondition aufzubauen.“

„Wenn wir in die nahe Zukunft blicken: Wie sieht Ihre derzeitige Trainingswoche aus und was sind Ihre nächsten, individuellen Ziele?“

„Ich habe mit Sprüngen und Landungen gestartet. Die meiste Zeit bin ich aber im Gym. Zusammenfassend: Ich bin jeden Tag im Gym und viermal pro Woche auf dem Rasen, um Läufe und Einheiten mit dem Ball zu absolvieren und mich auf die Rückkehr zur Mannschaft vorzubereiten.“

„Lassen wir die Vergangenheit nach einer letzten Frage ruhen: Was hat Ihnen in dieser schwierigen Zeit Kraft gegeben?“

„Ich denke, dass ich aufgrund meines Naturells emotional sehr stabil bin. Möglicherweise half mir auch das Mentaltraining, dass ich gelegentlich oder eigentlich immer mache. Ein Mitgrund, weshalb ich diese Leidenszeit relativ einfach, ohne großartige Rückschläge und negative Emotionen überwunden habe, ist sicherlich die riesige Unterstützung und den Support, den ich vom Klub, den Fans und vor allem auch von meiner Familie erhalten habe.“

„Rapid ist reif für den Titel“ – Mit dem entscheidenden Tackling zum Titelgewinn

„Vor wenigen Wochen meinten Sie, dass es Ihr Traum sei, das Siegtor im Cupfinale zu erzielen. Gilt dies nach wie vor als großes Ziel?“

„Für mich wäre es auch in Ordnung, das entscheidende Tackling zu machen („lacht“). Für einen Verteidiger ist es nicht so wichtig, Tore zu erzielen, aber ein Siegtor wäre natürlich schön. Ich denke, das wirklich Wichtige ist zunächst, dass wir das Cupfinale erreichen. Wir dürfen den Gegner im Halbfinale keinesfalls unterschätzen, auch wenn sie Zweitligist sind. Der DSV Leoben hat es bereits mehrfach bewiesen. Sie haben bereits einige Bundesligisten auf dem Weg ins Halbfinale eliminiert. Deswegen müssen wir das Spiel zu 100 % annehmen, um in dieses Cupfinale einzuziehen. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich das Team mit meinem Comeback auf diesem Weg unterstützen kann. Und auch um das Ziel, das wir uns vor langer Zeit gesetzt haben, zu erreichen. Das ist ganz klar, das Cupfinale zu gewinnen!“

„Sie haben es bereits erwähnt: Denken Sie, dass Rapid bereit für einen Titel ist?“

„Sicherlich sind wir bereit. Es ist schon zu lange her, seit wir den letzten Titelgewinn feiern konnten. Deswegen ist es heuer der richtige Zeitpunkt, das nachzuholen.“ 

„Wenn wir auf die letzten Wochen zurückblicken, egal ob bei Heim- oder Auswärtsspielen, Sie sind quasi immer auf der Tribüne dabei: Was sind Ihre Gefühle, wenn Sie Ihren Teamkollegen auf dem Rasen zusehen?“

„Ein Gedanke, der mir immer durch den Kopf geht: Ich will endlich wieder auf dem Rasen stehen. Das ist das Einzige, woran ich immer denke. Und vor allem, was ich persönlich beisteuern kann, um es so schnell wie möglich in die Tat umzusetzen.“ 

„In unserem Interview vor wenigen Wochen haben Sie mitgeteilt, dass Sie fleißig dabei sind, Ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und einige Fußballphrasen zu lernen. Was ist der letzte Begriff, den Sie in Ihr Fußballvokabular aufgenommen haben?“

„Ich möchte mich mit meinem Deutsch jetzt lieber nicht blamieren, aber ich würde sagen: ‚Übernimm!‘. Wenn man einen gegnerischen Offensivspieler an seinen Mannschaftskollegen übergibt. Ich denke, das ist das aktuellste Wort, das ich aufgeschnappt habe. Ich bin fleißig am Lernen, um alles zu verstehen, was der Coach in den Meetings von uns fordert.“ 

„Gibt es ein Ziel, das Sie sich hierfür gesteckt haben?“

„Mein Ziel ist es, das meiste in den Meetings zu verstehen und hoffentlich eines Tages mit dir in Deutsch zu sprechen („lacht“). Aber natürlich weiß ich, dass es hohe Ziele sind. Deutsch ist eine sehr schwierige Sprache. Ich gebe mir dafür natürlich Zeit und versuche mich, selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Ich lerne zwar langsam, aber dafür sicher“. 

Im zweiten Teil des Interviews spricht Nenad Cvetkovic über Trainer Robert Klauß sowie über das Wiener Derby am kommenden Sonntag.

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Artikelbild: GEPA