Torflaute auf beiden Seiten: Droht im Wiener Derby eine Nullnummer?
Wird das 345. Wiener Derby zwischen dem SK Rapid und Austria Wien am kommenden Sonntag zur Nullnummer? Ein Blick auf die jüngste Torausbeute beider Klubs lässt dies zumindest befürchten.
Während es sportlich bei den Veilchen in dieser Saison deutlich besser läuft als beim Rivalen aus Hütteldorf, machen beiden Klubs derzeit Offensivsorgen zu schaffen.
Die Austria blieb sowohl beim ÖFB-Cup-Aus gegen den TSV Hartberg (0:1) als auch im vergangenen Ligaspiel gegen den Wolfsberger AC (0:0) ohne eigenen Treffer. Den letzten Austria-Treffer erzielte Reinhold Ranftl beim 2:0-Auswärtssieg gegen BW Linz Ende März. Damit ist die Elf von Trainer Stephan Helm seit 253 Minuten torlos.
Mit Blick auf das Wiener Derby wollte Ranftl die Torflaute aber nicht überbewerten und zeigte sich stattdessen siegessicher. „Wir haben zweimal kein Tor geschossen, aber das wird wieder kommen. Wir gehen als Favorit ins Spiel und werden gewinnen“, sagte der Austria-Routinier.
Helm: „Finger in die Wunde legen“
Trainer Helm erklärte die zuletzt aufgetretenen Offensivprobleme mit der veränderten Spielweise der Gegner, die sich gegen die Austria inzwischen vermehrt hinten rein stellen. „Wir müssen den Finger in die Wunde legen, um wieder effizienter werden. Wir kreieren Situationen im letzten Drittel, spielen sie aber nicht fertig. Die letzte Präzision fehlt“, monierte der Austria-Coach.
Das letzte echte „Stürmertor“ der gesetzten Doppelspitze Malone/Prelec liegt schon fast einen Monat zurück. In der 21. Runde traf Maurice Malone beim 2:0-Erfolg gegen Klagenfurt zum 2:0-Endstand. Seitdem warten die beiden Austria-Angreifer auf einen Treffer.
Im Derby kann die Austria zumindest wieder auf Schlüsselspieler Dominik Fitz (21 Scorerpunkte) zurückgreifen, der im Spiel gegen den WAC aufgrund einer Gelbsperre schmerzlich vermisst wurde. Im bislang letzten Wiener Derby war Fitz beim 2:1-Sieg der Austria mit einem Elfmeter und einem herrlich direkt verwandelten Freistoß der Matchwinner für sein Team.
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Auch Rapid mit Ladehemmung
Auch bei Rapid stotterte der Offensivmotor zuletzt etwas stärker. Die Grün-Weißen warten ebenfalls seit mehr als zwei Spielen oder 226 Minuten auf einen eigenen Treffer.
Das letzte Rapid-Tor gab es Mitte März beim 3:0-Erfolg gegen den GAK durch Isak Jansson. Zuletzt setzte es in der Liga zwei 0:2-Niederlagen gegen Red Bull Salzburg und Sturm Graz. Zählt man die 0:1-Testspielniederlage in der vergangenen Länderspielpause gegen den FAC hinzu, dauert die grün-weiße Durststrecke sogar noch länger.
Trainer Robert Klauß kritisierte nach der Pleite in Graz die zahlreichen Ballverluste bei eigenen Angriffen. „Wenn wir die zweiten Bälle mal gewonnen haben, haben wir sehr schlampig gespielt. Bälle über zehn, fünfzehn Meter haben wir hoch statt flach gespielt oder sogar ins Aus, wo wir den freien Außenverteidiger nicht gefunden haben“, sagte Klauß. Erschwerend hinzu kommt, dass bei Rapid offensiven Schlüsselspielern wie Kapitän Matthias Seidl oder Dion Beljo aktuell wenig gelingt.
Die Vorbereitung auf das Derby wird für Rapid in jedem Fall keine einfache: Auf die Grün-Weißen wartet am Donnerstag noch die Conference League mit dem bedeutenden Viertelfinal-Hinspiel in Schweden gegen Djurgardens IF.
Bild: GEPA
