„Überragend für Skisport“: Neureuther freut sich auf Hirscher-Comeback
Felix Neureuther hat begeistert auf die Comeback-Ankündigung seines früheren Rivalen und Freundes Marcel Hirscher im alpinen Skisport reagiert. „Ich habe mich wahnsinnig gefreut, das ist überragend für den Skisport. Wir brauchen dringend solche Geschichten und Charaktere, das macht den Skisport aus“, sagte Neureuther dem SID – und kündigte im Scherz gleich seine eigene Rückkehr an: „Als jamaikanischer Abfahrer.“
Der frühere deutsche Slalom-Star hat „persönlich“ in einem Telefonat von Hirschers Plänen erfahren. Obwohl Neureuther wie im Fall des Norwegers Lucas Braathen, der künftig für Brasilien starten wird, auf Hirschers Rückkehr gehofft habe, fand er die Nachricht „sehr überraschend“. Hirscher will für die Niederlande, Heimat seiner Mutter Sylvia, antreten. Der ÖSV hat dem Nationenwechsel des 35-Jährigen bereits zugestimmt.
„Mutig“: Neureuther lobt Hirscher für Comeback
„Es ist schon ein Weg“, sagte Neureuther über die Herausforderungen für Hirscher. „Das zu wagen, ist mutig. Ich glaube – und das sieht er auch so -, dass man die Erwartungshaltung nach unten schrauben muss, das braucht Zeit. Aber wenn einer überraschen kann, dann definitiv er.“
Körperlich aber sei Hirscher auch mit 35 Jahren „in extrem guter Verfassung“, bei der Materialentwicklung sei er mit seiner Skimarke („Van Deer“) „sowieso im Thema drin“. Und mit dem Wechsel in die Niederlande könne das Idol der Skination Österreich „befreit Skifahren“. Dass Hirscher in seiner Heimat keinem jungen Athleten einen Startplatz wegnehmen wolle, nannte Neureuther überdies einen „tollen menschlichen Aspekt“.
Dass es sich bei der Aktion des „Neo-Niederländers“ Hirscher um eine reine Marketing-Aktion handle, denkt Neureuther nicht. „Wenn der Marcel am Start steht, dann will er auch abliefern.“ Die gute körperliche Verfassung habe Hirscher aufgrund der ständigen Skitests, wie Neureuther meinte. Freilich sei der Torlauf sehr trainingsintensiv. „Man muss viele Tore fahren, um das richtige Timing hinzubekommen. Aber wenn du mit 35 Jahren ein Comeback gibst, dann bist du dir dieser Dinge bewusst. Dann hast du Lust auf die Herausforderung und packst voll an.“
Braathen: „Wollte schon immer gegen dich fahren“
Braathen reagierte auf das Hirscher-Comeback und zeigte sich glücklich darüber. „Ich habe in meiner Karriere deine Leistungen analysiert und versucht, etwas davon in meinen Bewegungsablauf zu integrieren. Ich habe immer gesagt, dass es ein großer Wunsch von mir ist, die Chance zu haben, gegen dich zu fahren. Ich kann es nicht erwarten, gegen dich zu fahren. Bis bald.“ Damit nährte Braathen Gerüchte, dass er und Hirscher gemeinsam trainieren könnten. Zum Posting stellte der Norsker ein Foto vom Alta-Badia-Weltcup 2022, das ihn gemeinsam mit Hirscher zeigt.
(SID/APA.) / Bild: Imago
