Unglücklicher EL-Auftakt für Sturm – „kein Vorwurf“ an Christensen
Durchaus ein Spiel auf Augenhöhe, aber trotzdem ein 2:0-Sieg für Midtjylland: Für Sturm Graz hat es zum Auftakt der Ligaphase der Fußball-Europa-League in Herning nichts Zählbares gegeben.
Die Ursachenforschung war am Mittwoch schnell abgeschlossen, agierte doch Tormann Oliver Christensen bei beiden Gegentoren unglücklich. „Er kann es bei beiden Situationen eine Spur besser machen, aber es gibt überhaupt keinen Vorwurf“, sagte Sturm-Trainer Jürgen Säumel.
HIGHLIGHTS | FC Midtjylland – SK Sturm Graz | 1. Spieltag
Der dänische Schlussmann erlebte ausgerechnet in seiner Heimat einen Abend zum Vergessen. In der siebenten Minute schlug er sich einen Corner am kurzen Eck ins eigene Tor, in der 88. Minute rutschte ihm ein haltbarer Kopfball von Ousmane Diao durch die Finger. „Oli hat unsere und meine volle Unterstützung. Fehler gehören bei Tormännern dazu. Er hat uns oft gerettet und wird es schon am Wochenende wieder besser machen“, erläuterte Säumel. Rückendeckung gab es auch von Stefan Hierländer: „Wir wissen, was wir an ihm haben, nämlich einen sehr verlässlichen Tormann.“
Malone: „Müssen alle wacher sein“
Das unterstrich Christensen auch im Laufe der zweiten Hälfte, wo er mit zwei starken Paraden das frühzeitige 0:2 verhindern konnte. Was hängen bleibt, sind aber die Fehler. Dadurch konnten die Dänen ihr Standing als bei Standards sehr gefährliches Team untermauern. „Viele davon haben wir gut verteidigt, zwei leider nicht. Auf diesem Niveau werden Fehler bestraft. Das ist bitter, aber so ist der Fußball“, meinte Mittelfeldspieler Jon Gorenc Stankovic. Und Stürmer Maurice Malone ergänzte: „Wir müssen alle wacher sein bei den Standards, kassieren da zu einfach die Gegentore.“
Säumel über Christensen-Patzer: „Wird seine Lehren daraus ziehen“
Der kurz vor Transferschluss von der Austria gekommene Malone musste sich auch selbst ärgern, hätte er doch bei der einzig richtigen Topchance in der 29. Minute auf dem Weg zum 1:1 kaltschnäuziger agieren müssen. Säumel vermisste „eine Spur mehr Entschlossenheit und Konsequenz im letzten Drittel“. Man müsse es auch versuchen, mehr zu erzwingen. Der Ausfall des aus familiären Gründen fehlenden Otar Kiteishvili spielte den Grazern auch nicht in die Karten. „Otar ist ein Unterschiedsspieler, der den letzten Pass spielen kann und torgefährlich ist, alleine mit seiner Präsenz“, sagte Säumel.
Als Ausrede wollte er dessen Fehlen aber nicht nennen. Das Resümee des Sturm-Trainers fiel zwiespältig aus. „Wir wollten unbedingt Zählbares, deshalb sind wir über das Ergebnis natürlich enttäuscht. Es hat ein bisschen was gefehlt, um zumindest einen Punkt mitzunehmen. Mit der Leistung bin ich aber nicht unzufrieden, weil es ein Spiel auf Augenhöhe war“, fasste der 41-jährige Steirer zusammen. Für sein junges Team sei es ein „wichtiger Entwicklungsschritt“ gewesen. Ob als Folge daraus schon am Donnerstag kommende Woche gepunktet werden kann, wird sich zeigen.
Grazer wollen „richtig unangenehm“ sein
Mit den Glasgow Rangers (nächsten Donnerstag LIVE & EXKLUSIV bei Sky Sport Austria & mit Sky Stream!) wartet da in der Merkur Arena von der Papierform eine höhere Hürde. „Wir wollen so viele Siege als möglich einfahren. Dass das angesichts der Gegner schwierig wird, ist auch klar. Bis auf Brann Bergen stehen vom Marktwert alle über uns“, erinnerte Säumel. Am Platz ist der dann kein entscheidender Faktor. „Ich glaube, dass wir zu Hause ein richtig unangenehmer Gegner für jeden Verein sein können“, meinte Säumel. Konstanz dürfe man noch keine erwarten. „Ich glaube, dass es immer auch Höhen und Tiefen geben wird, Ausreißer nach oben und Spiele, die zäher ablaufen werden.“
Sein Blick ist noch nicht in Richtung schottischem Gegner gerichtet. Am Sonntag (ab 14:20 Uhr LIVE & EXKLUSIV auf Sky Sport Austria!) gilt es in der Liga mit einem Sieg gegen Hartberg an Leader Rapid dranzubleiben. „Darauf liegt der Fokus, erst dann werden wir uns Glasgow genauer anschauen“, betonte Säumel. Viel wichtiger werde ohnehin der eigene Auftritt sein. „Es wird immer Spieler brauchen, die am Leistungslimit, in Topform sind und es wird nur über den Zusammenhalt und Teamgeist gehen.“ Danach warten noch Celtic Glasgow (a), Nottingham Forest (h), Panathinaikos Athen (a), Roter Stern Belgrad (h), Feyenoord Rotterdam (a) und Bergen (h).
(APA).
Beitragsbild: GEPA.
