In der spanischen Offensive sind alle Blicke auf Superstar Lamine Yamal gerichtet, doch die wichtigen Tore erzielt Mikel

„Unverzichtbar“ – Österreich-Schreck Oyarzabal glänzt auf der großen WM-Bühne

Mikel Oyarzabal hat sich daran gewöhnt, fast unsichtbar zu sein. Die Stars der Furia Roja? Lamine Yamal! Rodri! Pedri!

Auch der historische Vergleich ist schwierig für den unscheinbaren Mann aus dem Baskenland, Spaniens Sturmzentrum war stets mit großen Stars besetzt, mit Raúl, David Villa oder Alfredo di Stefano. Wer allerdings wissen will, welche Bedeutung Oyarzabal wirklich für den Titelkandidaten hat, der muss bloß Nationaltrainer Luis de la Fuente zuhören.

„Mikel hat einen enormen Einfluss auf die Mannschaft“, sagt er, „es gibt sicherlich keinen Fußballer auf der Welt, der eine solche Wirkung hat.“ Mittelstürmer Oyarzabal sei „unverzichtbar“ – und er könne „im spanischen Fußball Geschichte schreiben. Seine Zahlen sind beeindruckend.“

Glänzt Oyarzabal auch gegen Belgien?

Am Freitag trifft Spanien im WM-Viertelfinale in Los Angeles auf Belgien (21.00 Uhr MESZ), es wird auch wieder auf Oyarzabal ankommen. Und seine Zahlen sprechen in der Tat für sich. In seinen zurückliegenden 16 Länderspielen erzielte er 15 Tore und bereitete sieben weitere vor. Seit März 2025 blieb der 29-Jährige im Nationaltrikot lediglich zweimal ohne Torbeteiligung, bei seinem Debüt-WM erzielte er nun vier der neun spanischen Turniertore. Zwei Treffer steuerte der Angreifer gegen das ÖFB-Team (3:0) im Sechzehntelfinale bei.

Und wie man Titel gewinnt, weiß Oyarzabal auch: 2024 krönte er Spanien mit seinem entscheidenden Tor im Finale gegen England (2:1) in der 86. Minute zum Europameister. Warum also ist Oyarzabal kein Star?

Es liegt wohl vor allem an seinem Charakter. Oyarzabal ist das exakte Gegenteil von egozentrischen Superstars, er meidet das Scheinwerferlicht und stellt den Teamerfolg über alles. „Ich spiele einen Mannschaftssport, bei dem elf auf dem Platz stehen“, sagte er unlängst in einem seiner seltenen Interviews der Marca.

Bisher kein Wechsel zu Weltklub

Diese Bodenständigkeit spiegelt sich auch in seiner Vereinsbiografie wider. Während andere Topspieler den Verlockungen der absoluten Eliteklubs erliegen, spielt der Baske, dem spanische Medien scherzhaft „fehlenden Charme“ attestieren, seit elf Jahren bei seinem Ausbildungsklub Real Sociedad. Dieser ist im spanischen Fußball zwar eine feste Größe, aber eben keine Weltmarke wie Real Madrid oder der FC Barcelona.

Für Oyarzabal spielt das keine Rolle: „Ich bin dort, wo ich sein möchte – bei dem Klub, den ich als mein Zuhause betrachte.“ Für den Verein aus San Sebastián absolvierte der Torjäger, der trotz einer Körpergröße von 1,79 m die Schuhgröße 46 trägt, 437 Pflichtspiele und traf dabei 133 Mal. Auch in der ewigen Torschützenliste der Nationalmannschaft liegt er mit 29 Toren längst auf Rang sechs.

Und hin und wieder wird dem stillen Stürmer dann doch die Ehre zuteil, die seinen Leistungen entspricht. Die spanische Sportzeitung Marca nahm ihn vor der WM in eine Liste  mit dem Titel „Die glorreichen Sieben der Weltmeisterschaft“ auf. Neben Oyarzabal: Kylian Mbappé, Michael Olise, Erling Haaland, Vinícius Jr., Harry Kane und Lionel Messi.

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