„Viele Spannungen und viel Druck“: PSG-Coach erklärt Ausraster
Paris Saint-Germain hat sich nach dem Club-WM-Finale gegen Chelsea nicht als einwandfrei fairer Verlierer gezeigt. Bei der Beinahe-Schlägerei, in die Fußballer beider Teams verwickelt waren, spielte Luis Enrique mit einem Rempler gegen Joao Pedro eine Hauptrolle. „Am Ende des Spiels gab es eine Situation, die meiner Meinung nach von allen hätte vermieden werden können“, meinte der PSG-Trainer nachher. US-Präsident Donald Trump sorgte indes bei der Siegerehrung für Irritation.
Am Ende machten erwartungsgemäß zwei europäische Clubs den Triumph bei der Weltmeisterschaft unter sich aus. Das Finale zwischen PSG und Chelsea hätte auch ein Endspiel in der Champions League sein können. Nicht so zu erwarten war allerdings, wie Chelsea mit dem Champions-League-Sieger und französischen Meister verfuhr. Der 3:0-Erfolg in East Rutherford war diskussionslos. Wobei auch der Londoner Club auf dem Transfermarkt ähnlich stark umrührt wie Paris, wie die mehr als 1,5 Milliarden investierten Euro seit der Übernahme durch den US-Amerikaner Todd Boehly verdeutlichen.
Maresca coacht PSG-Trainer Luis Enrique aus
Den Unterschied machte nicht zuletzt Cole Palmer aus, der zwei Tore und eine Vorlage für Joao Pedro lieferte. „Das sind die Spiele, in denen wir Cole Palmer erwarten, und er hat wieder einmal gezeigt, was in ihm steckt“, sagte Chelsea-Trainer Enzo Maresca bei der Pressekonferenz nach dem Match. Der Italiener verriet, dass sein taktischer Masterplan perfekt aufgegangen war. „Die Idee war, Mann gegen Mann zu spielen, denn wenn man PSG Räume überlässt, werden sie einen fertigmachen. Also haben wir versucht, sehr aggressiv zu sein und sie früh zu ersticken. Diese Intensität war in den ersten zehn Minuten aufgrund der brütenden Hitze entscheidend.“
Hitzig ging es auch nach Abpfiff zu, als sich Spieler beider Teams zusammenrotteten und Wortgefechte lieferten. Auf den TV-Bildern sah man PSG-Torhüter Gianluigi Donnarumma mit Joao Pedro streiten, bevor plötzlich Luis Enrique in Erscheinung trat und dem Brasilianer seine Hand ins Gesicht drückte. Joao Pedro ging zu Boden, danach stießen noch mehr Spieler und Betreuer zum Rudel und versuchten zu schlichten.
„Mein Ziel und meine Absicht ist es immer, dass ich versuche, die Spieler zu überzeugen, damit es keine weiteren Probleme gibt. Intern gibt es viele Spannungen und viel Druck“, versuchte sich der spanische Coach anschließend zu erklären. „Dann gab es eine Reihe von Schubsereien von vielen Leuten, die wir alle vermeiden sollten, und die sich nicht wiederholen sollten“, fügte er hinzu. Als jemand von seinem Team als Verlierer sprach, antwortete er gereizt mit erhobenem Zeigefinger: „Wir sind keine Verlierer! Wir sind Zweiter geworden!“
Matchwinner Palmer: „Wir waren irritiert“
Auch US-Präsident Trump legte mit seiner eigenwilligen Art einen bemerkenswerten Auftritt hin. Der 79-Jährige blieb nach Überreichen der Goldmedaillen einfach auf dem Siegespodest stehen, als Chelsea-Kapitän Reece James dort zum Jubeln mit den Teamkollegen ansetzen wollte. So war das umstrittene Staatsoberhaupt mit auf den Jubelbildern. „Wir waren schon ein wenig irritiert“, berichtete Palmer. Die englische Zeitung „The Sun“ drehte hingegen den Spieß um und sah Palmer als Mann des Tages. „Cole Palmer hat etwas getan, was kein anderer Mann geschafft hat: Er hat Donald Trump die Show gestohlen“, textete das Boulevardblatt.
Für Trump gab es von einem Teil der über 80.000 Zuschauer deutlich hörbare Buhrufe und Pfiffe. Der US-Präsident wirkte davon jedoch unbeeindruckt. Das Finale selbst hatte er überwiegend von einer Stadionloge aus an der Seite seiner Frau und First Lady Melania Trump sowie FIFA-Präsident Gianni Infantino und dessen Ehefrau Leena Al Ashqar verfolgt. In einem Jahr wird die WM-Endrunde der Nationalteams ebenfalls in den USA stattfinden, Trumps Amtszeit wird dann noch laufen.
Eklat nach Spielende! PSG-Coach schlägt Chelsea-Star ins Gesicht
(APA)/Beitragsbild: Imago
