Xhaka schlägt Alarm: Schweiz nach „Katarstrophe“ unter Druck

Die Schweiz patzt überraschend zum Auftakt ihrer ambitionierten WM-Mission. Kapitän Granit Xhaka mahnt.

Die Zeitungen in der Heimat kalauerten von der „Katarstrophe“. Die Fans gingen frustriert ins Bett, als Granit Xhaka im fernen Santa Clara Alarm schlug. „Wir müssen viele Sachen ändern“, sagte der Schweizer Kapitän nach dem überraschenden Patzer zum WM-Auftakt gegen den krassen Außenseiter Katar. Nach dem 1:1 (1:0), mahnte der frühere Leverkusener, „müssen wir mit beiden Beinen auf den Boden kommen“. Der Höhenflug durch die USA entpuppte sich zumindest zum Start als Illusion.

Xhaka forderte von seinen Teamkollegen, „die Realität zu verstehen: Wir müssen nicht über den Titel reden oder über die beste WM der Geschichte. Wir sind aktuell nicht so weit.“ Schon nach dem ersten Spiel brennt es in der „Nati“, und Xhaka gab sich zunächst keine Mühe, das Feuer auszutreten.

Xhaka kritisiert Disziplin

„Es hatte definitiv auch mit Disziplin zu tun. Man muss auch einmal einfach akzeptieren, was der Trainer sagt. Nicht jeder muss das Gefühl haben, der Showmaker zu sein“, kritisierte der 33-Jährige, in der Hoffnung, der Weckruf komme noch rechtzeitig. „Ich glaube, das Ergebnis tut uns als Mannschaft gut, damit wir sehen, wo wir stehen, damit wir sehen, dass wir mehr machen müssen, als wir vielleicht denken.“

Nur: Schon nach der Generalprobe gegen Australien (1:1) in der Vorwoche hatte Xhaka öffentlich Kritik an der Leistung geübt und vor den kommenden Herausforderungen gewarnt – offenbar ohne Wirkung.

Schweiz verpasst Sieg gegen Katar

Dabei war der Sieg mehr als möglich. Im San Francisco Bay Area Stadium vergab das Team von Trainer Murat Yakin Chance um Chance, lediglich Breel Embolo war mit einem Foulelfmeter (17.) erfolgreich. Die Schweizer Ineffizienz bestrafte Boualem Khoukhi (90.+4) spät und sicherte Katar den ersten Punkt der WM-Geschichte. „Wenn man die Tore nicht macht“, so das bittere Fazit von Xhaka, „dann bekommt man sie“.

Und so steht die Schweiz schon nach dem ersten Spiel unter Druck. „Das sind verlorene zwei Punkte“, haderte auch Yakin, das Resultat schmerze mit Blick auf den Aufwand, den seine Mannschaft betrieben habe, „extrem“. Man müsse nun zeigen, „dass wir die Lehren daraus ziehen“.

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Umschwung gegen Bosnien erhofft

Bei der vergangenen WM war nach einer 1:6-Klatsche im Achtelfinale gegen Portugal Schluss gewesen, weiter als das Viertelfinale ging es ohnehin noch nie. Im nächsten Duell in der Gruppe B mit Bosnien-Herzegowina müssen sich Xhaka und Co. am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ) steigern, wenn dieses Mal nicht schon früher Schluss sein soll.

Auf die Frage, ob die Schweiz sich nach der unerwarteten Niederlage wieder aufrappeln könne, hatte Xhaka eine klare Antwort: „Wir müssen.“

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(SID) / Bild: Imago