Arnautovic-Einsatz möglich: Roter Stern Belgrad gastiert bei Sturm Graz
In der UEFA Europa League empfängt Sturm Graz heute Roter Stern Belgrad – und damit einen geschichtsträchtigen Klub. ÖFB-Spieler Marko Arnautovic steht nach seiner Verletzungspause wohl wieder im Kader der Serben. Gleichzeitig rückt mit Tomás Händel ein weiterer Spieler mit Österreich-Bezug in den Vordergrund.
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Mit Rückenwind reist Roter Stern Belgrad heute nach Graz. Die letzten beiden Europa-League-Partien gegen LOSC Lille und FCSB konnten die Serben nämlich für sich entscheiden. Für Sturm verliefen die letzten Partien weniger erfolgreich: Nach einem Unentschieden gegen Nottingham folgte eine 1:2-Niederlange gegen Panathinaikos Athen. Gegen Roter Stern Belgrad hat Sturm bisher noch kein Pflichtspiel gespielt.
Arnautovic nicht der einzige Österreicher
Am Dienstag wurde bekannt: ÖFB-Teamspieler Marko Arnautovic dürfte wohl doch im Kader beim Match gegen Sturm Graz auftauchen. Zuvor fiel der Stürmer mit einer Adduktorenverletzung aus. Aber auch wenn Arnautovic nicht zum Einsatz kommen würde, müsste Roter Stern nicht ganz auf den Österreich-Bezug verzichten. Denn auch ohne den ÖFB-Stürmer würde dieser heute bestehen bleiben – und zwar mit Tomás Händel.
Der 25-jährige Portugiese mit österreichischen Wurzeln wechselte im Sommer 2025 von Vitória Guimarães nach Belgrad und hat sich dort schnell etabliert: Bei allen fünf möglichen Partien in der Ligaphase der Europa League war der Mittelfeldspieler im Einsatz.
Großeltern aus Österreich
Spannend ist vor allem seine Verbindung zu Österreich: Durch seine Großeltern besitzt Händel die doppelte Staatsbürgerschaft, was ihn offenbar auch für den ÖFB zu einem interessanten Thema macht. Bisher lief Händel nämlich ausschließlich im portugiesischen Nationalteam-Trikot auf. Im Oktober hieß es dann, dass der ÖFB bereits die rechtlichen Möglichkeiten eines Nationenwechsels auslote – auch sein Kollege Marko Arnautovic sehe ihn als „große Bereicherung“.
Arnautovic über Händel: „Eine große Bereicherung“
Roter Stern Belgrad mit erfolgreichem Start
Auch ein kurzer Blick in die Geschichte des Sturm-Gegners lohnt sich. Roter Stern Belgrad wurde am 4. März 1945 auf Initiative des Vereinigten Bundes der antifaschistischen Jugend Serbiens gegründet. Schon am Tag seiner Entstehung legte der Verein mit einem 3:0-Sieg im ersten Match den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft. Bereits 1946 folgte der Gewinn der serbischen Meisterschaft, 1948 der erste Pokaltitel. In den Folgejahren sammelte der Klub weitere Trophäen, 1951 gewann er die jugoslawische Meisterschaft.
Auch international machte Roter Stern früh von sich reden: 1957 erreichte der Verein das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister – der Beginn einer Entwicklung, die in den folgenden Jahrzehnten stetig vorangetrieben wurde. In den folgenden Jahren etablierte sich Roter Stern nämlich als starke Kraft, was 1991 im Finalsieg im Europapokal der Landesmeister gegen Olympique Marseille resultierte. Wenige Monate später krönte sich der Klub in Tokio zudem zum Weltpokalsieger.
Krieg führte zum Zerfall des Erfolgs
Damit begannen die 1990er Jahre zwar sportlich vielversprechend, doch sollten politische und gesellschaftliche Krisen dieser Entwicklung schon bald einen Strich durch die Rechnung machen. Aufgrund des Bürgerkriegs im ehemaligen Jugoslawien wurden sportliche Sanktionen gegen das Land erlassen, etwa ein Verbot der Teilnahme an internationalen Bewerben. Mehrere Jahre lang wurde der Verein von der europäischen Bühne verbannt.
Die sportliche Qualität litt, nicht zuletzt, weil es zu zahlreichen Abgängen im Kader kam: Die erfolgreiche Generation brach auseinander, was in den sportlichen Leistungen des Vereins zu spüren war.
Aufwärtstrend nach titellosen Jahren
Nach wirtschaftlich wie sportlich schwierigen Jahren gelang 2014 die Rückkehr an die nationale Spitze: Roter Stern gewann die nationale Meisterschaft. Zwei Jahre später folgte bereits der nächste Titel – und gleichzeitig der Startschuss für eine neue Ära.
Seit dem Erfolg 2014 holten die Belgrader neun weitere Meistertitel, qualifizierten sich viermal für die Champions League und standen ebenso oft in der Gruppenphase der Europa League. Der Klub hat sich damit wieder in Europas Fußballlandschaft etabliert – und knüpft zunehmend an frühere Erfolge an.
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