Beichler Salzburg

„Kein Risiko, sondern eine Chance“: Beichler startet mit Topspiel bei Salzburg

Daniel Beichler soll bei Salzburg frischen Wind reinbringen. Der bisherige Liefering-Trainer leitete bereits am Mittwoch sein erstes Training beim Bundesliga-Leader.

„Ich möchte ein hungriges, bissiges Gesicht sehen“, sagte Beichler, der die Nachfolge von Thomas Letsch antritt. Sein Debüt gibt der 37-jährige Steirer in einer Schlagerpartie. Gegen den punktgleichen LASK steht am Sonntag (ab 16:30 Uhr live auf Sky – streame das Spiel mit Sky X) die Tabellenführung auf dem Spiel.

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„Es gibt nichts Lässigeres als mit diesem Spiel zu starten. Wir können schon im ersten Spiel zeigen, dass wir eine richtig gute Mannschaft sein können“, sagte Beichler. Es sei der Anspruch, einen sehr intensiven und proaktiven Fußball zu bieten. „Krass ins Detail“ zu seiner Spielphilosophie gehen wollte der Neo-Coach bei seiner Vorstellung am Mittwochabend nicht. „Weil ich dem LASK die Arbeit nicht erleichtern will.“

Beichler durchlief den „Salzburger Weg“

Mit 14 Spielern aus dem aktuellen Kader habe er bereits zusammengearbeitet, erzählte der seit Sommer 2021 bei Red Bull tätige Beichler. Er coachte die U14, U16 und U18 der Red Bull Akademie, Salzburgs Youth-League-Mannschaft, mit der er ins Final Four kam, sowie seit 2024 den FC Liefering. „Ich habe das Trainersein von der Pike auf gelernt“, sagte Beichler, seines Zeichens ein Produkt des viel zitierten Salzburger Weges. „Ich habe in fünfeinhalb Jahren in Salzburg gesunde und richtig gute Schritte in der Akademie gehen dürfen. Es war ein richtig passender Weg für mich bis dato.“

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Als Profi brachte er es auf 114 Bundesliga-Einsätze, die meisten davon für Sturm Graz. Dass er seinem ebenfalls auf Trainersuche befindlichen Ex-Club im Winter abgesagt hätte, könne er nicht bestätigen, sagte Beichler. Nun genießt er in Salzburg ein Vertrauen, das sich in einem Vertrag bis 30. Juni 2028 niederschlägt. Beichler ist eine interne Trainerlösung wie einst Marco Rose, die erste seit Matthias Jaissle 2021. „Ich sehe kein Risiko, sondern eine Chance für mich“, sagte der Neo-Trainer jenes Clubs, von dem jährlich das nationale Double erwartet wird. „Ich bin auch überzeugt davon, diese Ziele zu erreichen.“

Sportchef will mit Trainerwechsel „die Sinne schärfen“

Salzburgs Sportchef Marcus Mann ist von Beichlers Qualitäten überzeugt. „Daniel hat eine klare Idee, wie er gegen und mit dem Ball spielen will, wie man Torchancen kreiert. Aber vor allem auch der Umgang mit der Mannschaft, klare Leitplanken zu setzen“, erwartet sich Mann von Beichler eine „klare Ansprache“. Der Neue bestätigte prompt, auch streng sein zu können. „Das gehört ein Stück weit zum Trainerdasein dazu. Ich bin aber nicht streng, um streng zu sein. Unangenehm werde ich nur, wenn wir von besprochenen Dingen abweichen.“ Beichler erhalte jedenfalls, so Mann, „die volle Unterstützung, notwendige Änderungen anzuschieben, um unsere Mannschaft weiterzuentwickeln“.

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Defensive Konsequenz und die Effizienz im Angriff müssten verbessert werden, sagte Mann. Denn ein Trainerwechsel sei nie ein gutes Zeugnis für alle Beteiligten. „Da gehört auch die Mannschaft dazu. Die steht auf dem Platz. Man kann einen Ball von drei Metern trotzdem ins Tor köpfen, egal wer an der Seitenlinie steht.“ Den Willen dazu wolle er der Mannschaft nicht absprechen. „Wir müssen diesen Elan, den sie grundsätzlich mitbringt, besser kanalisieren. Sicherlich hilft ein Trainerwechsel immer mal wieder, die Sinne zu schärfen und neue Ideen reinzubringen“, erklärte der seit Jahresende 2025 in Salzburg amtierende Mann.

Klopp sei nicht involviert gewesen

Red Bulls Fußballchef Jürgen Klopp hatte sich zuvor am Rande eines Olympia-Besuchs zur Trennung von Letsch geäußert. „Thomas ist ein toller Trainer, aber ich glaube, dass wir in Salzburg einfach noch mal sehen wollen, was kann man mit ein bisschen frischem Wind aus der Saison machen. Wir müssen schon auch ein bisschen anders Fußball spielen und das versuchen wir jetzt“, meinte der Deutsche. Mann betonte am Mittwoch: „Die Entscheidung ist hier bei uns getroffen worden. Da war der Jürgen Klopp nicht involviert gewesen.“

Von den bisherigen 19 Liga-Saisonpartien hat Salzburg nur neun gewonnen. Doch die ebenfalls schwächelnde Konkurrenz macht es möglich, dass für die „Bullen“ national noch nichts verloren ist. Salzburg führt derzeit die Tabelle vor dem punktegleichen LASK an. Der Dritte Austria liegt einen Punkt zurück, der Vierte Sturm Graz zwei Zähler. „Bei Red Bull Salzburg geht es darum, nationale Titel zu holen“, betonte Beichler, der als Spieler selbst nie Meister geworden ist. „Da geht es weniger um meinen Hunger, weil ich es als Spieler nicht erreicht habe. Es wird auf viel Arbeit hinauslaufen, wir wissen mittlerweile, dass uns in dieser Liga nichts geschenkt wird.“

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(APA).

Beitragsbild: GEPA.