Traditionsklub stürzt ab: Lizenz-Fiasko für 1860 München
Der Traditionsklub 1860 München hat die Lizenz für die 3. Fußball-Liga nicht erhalten und muss zum zweiten Mal nach 2017 den Gang in die Regionalliga antreten. Der Klub konnte bis zum Ablauf der Frist (17.00 Uhr) keinen Nachweis über die Deckung einer fehlenden Etat-Summe von 2,7 Millionen Euro erbringen.
„Ursächlich dafür ist eine nicht erfüllte Finanzierungszusage unseres Gesellschafters Hasan Ismaik und der mit ihm verbundenen Unternehmen“, hieß es im Statement der Münchner. Investor Ismaik teilte der Abendzeitung mit, dass dieser Mittwoch ein „trauriger Tag“ sei.
Die 1860-Geschäftsführung arbeite „eng mit erfahrenen Sachverständigen und Beratern aus den Bereichen Insolvenzrecht zusammen“, schrieben die Löwen weiterhin: „Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb unter Wahrung der Rechte und Interessen der Gesellschaft geordnet aufrechtzuerhalten und gemeinsam mit unseren Sponsoringpartnern eine tragfähige Perspektive für die Zukunft zu entwickeln.“
Ausgelöst wurde die Krise durch die Kündigung des Darlehensvertrags durch Ismaik und dessen Beratern. Der Investor hatte sich im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung noch optimistisch präsentiert. „Ich denke, wir bleiben in der 3. Liga“, hatte er gesagt und betont, dass „jeder besonders hart“ dafür arbeite.
Doch dies gelang nicht, in der Regionalliga steht den Löwen ein sportlicher Neuaufbau mit deutlich niedrigerem Etat bevor. Ob Trainer Markus Kauczinski mit in die vierte Liga geht, ist offen. Ebenso könnte die Zusammenarbeit mit Sponsoren von der Ligazugehörigkeit abhängen.
Auch auf die 3. Liga hat das Beben bei den Löwen Einfluss. Laut Statuten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wäre der erste Absteiger TSV Havelse berechtigt, doch in der Liga zu bleiben. Ob der Klub aus Niedersachsen dies annehmen würde, ist aber noch offen. Erzgebirge Aue, als Tabellen-18. ebenfalls sportlich abgestiegen, könnte von einem Verzicht Havelses profitieren.
Besonders kurios: Die Löwen hatten auf ihrer Homepage kurz zuvor verkündet, dass die Sommervorbereitung in Oberösterreich stattfinde. Überdies seien bereits 10.000 Dauerkarten für die 3. Liga verschickt worden. Am Samstag soll am Münchner Flughafen im Beisein von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger als Ehrengast ein Fan-Shop eröffnet werden.
(SID) / Artikelbild: Imago
