Make your Move #36: Geballte Austro-Power

von Gerfried Pröll

Drei Finnen im Salzkammergut! Was so skurril klingt wie der Titel eines schlechten Filmes aus den 70er Jahren, ist bei den Swans Gmunden gute Realität.

Zu den beiden Coaches Anton Mirolybov und Aleksi Koskinen gesellt sich in der kommenden Saison auch der Center des finnischen Nationalteams, Daniel Dolenc. Der 27-Jährige ist (vorerst) der einzige Legionär auf dem Roster der Schwäne für die bet-at-home Basketball Superliga 20/21. Der Rest ist geballte Austro-Power! Mit Ausnahme von Matthias Linortner, der mit dem 3×3 Nationalteam unterwegs sein wird, sind alle österreichischen Stützen in Gmunden geblieben: Daniel Friedrich, Enis Murati, Benedikt Güttl und Toni Blazan.

Und auch Lukas Schartmüller hat in der vergangenen (leider abgebrochenen) Saison einen Schritt nach vorne gemacht. „Lukas hat sich vor allem in der Defense gesteigert und ist zum echten Stammspieler geworden“, sagt der Geschäftsführer und Sportliche Leiter der Swans, Richard Poiger. Eine ähnliche Entwicklung traut Poiger heuer auch Jungschwänen wie Thomas Hieslmaier, Thomas Buchegger und Savo Blagojevic zu. In schwierigen Zeiten wie diesen bleibt auch den Gmundnern nichts anderes übrig, als abzuspecken und auf die Jugend zu setzen. „Natürlich hätten wir einen wie Jordan Loveridge gerne gehalten. Der verdient in Finnland jetzt aber etwa das Doppelte. Da können und wollen wir nicht mitbieten“, findet Poiger klare Worte.

Weil auch der Schwede Charles Barton den Verein verlassen hat, ist Daniel Friedrich als Spielmacher vorerst auf sich allein gestellt. Trotz der großen Klasse und der Erfahrung, die der Point Guard mittlerweile mitbringt, braucht auch Friedrich Entlastung. „Wie wir das lösen werden, wissen wir noch nicht genau. Aber Headcoach Mirolybov wird sicher etwas einfallen“, sagt Poiger. Es wäre freilich keine Überraschung, würden die Swans gerade auf dieser Position während der Saison nachrüsten. Ein Legionär als Weihnachtsgeschenk hat bei einigen Sponsoren und Gönnern der BSL-Klubs ja mittlerweile fast schon Tradition. Abgesehen davon wird es ja (hoffentlich) auch Einnahmen durch Zuschauer-Tickets geben. Sollte das Sportministerium zustimmen, wird in den BSL-Hallen jeder zweite Sitzplatz besetzt werden dürfen.

„Das bedeutet bei uns 700 Zuschauer pro Heimspiel. Damit sollten wir halbwegs über die Runden kommen. Immer vorausgesetzt, es gibt keine zweite Welle“, bangt Richard Poiger um das Saisonbudget. Der 33-jährige Wiener ist längst ein echter Gmundner geworden und fühlt sich im Salzkammergut sehr wohl. „Basketball ist mein Leben! Und ich bin in der glücklichen Lage, damit auch nach meiner Spieler-Karriere meinen Lebensunterhalt verdienen zu können.“ Tatsächlich ist der frühere Nationalteamspieler nach wie vor der einzige hauptamtlich tätige Geschäftsführer bei einem BSL-Klub. Und „Richie“ ist damit auch voll ausgelastet. „Wir haben die Corona-Pause genützt, um den gesamten Nachwuchsbereich auf neue Beine zu stellen. Das ist harte Arbeit.“ Und gleichzeitig die Garantie dafür, dass in Gmunden auch künftig Bundesliga-Basketball gespielt werden kann.

Make your Move #35: Eine filmreife Story

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Beitragsbild: GEPA.