Nach drei Siegen: ÖEHV-Team verliert klar gegen die Schweiz
Die österreichische Mannschaft hat am Mittwoch im vierten Gruppenspiel der Eishockey-WM gegen Gastgeber Schweiz die erwartete erste Niederlage bezogen. Diese fiel gegen den Vizeweltmeister in Zürich mit 0:9 (0:4,0:3,0:2) besonders heftig aus. Nächster Gegner der Truppe von Teamchef Roger Bader ist am Samstagabend Deutschland, ein Sieg gegen das schwächelnde Nachbarland würde den erneuten Viertelfinaleinzug bringen. Danach trifft man noch auf Finnland und Titelverteidiger USA.
Während die Schweizer in der ausverkauften Halle erneut glänzten, war den Österreichern um Kapitän Peter Schneider und Clemens Unterweger in ihrem jeweils 100. Länderspiel nicht einmal ein Ehrentreffer vergönnt. „Diese Mannschaft ist auf alle Fälle mehr als eine Klasse besser als wir. Dass wir gegen so eine Riesenqualität mit ihrem Heimpublikum deutlich verlieren, darüber bin ich nicht besonders traurig. Man muss einfach anerkennen, sie waren entsprechend besser“, sagte Teamchef Bader.
Der Schweizer stellte gegen sein Heimatland anstelle von Atte Tolvanen als Goalie David Kickert auf. Der 32-Jährige war gegen den groß aufspielenden Turniermitfavoriten nicht zu beneiden und wurde beim Stand von 0:6 durch Florian Vorauer ersetzt. Die beiden angeschlagenen Schweiz-Legionäre Vinzenz Rohrer und Dominic Zwerger wurden im vierten Match innerhalb von fünf Tagen geschont. Für sie standen Ian Scherzer und Henrik Neubauer im Aufgebot.
Schweizer Angriffslawine nicht zu stoppen
Die klar favorisierten Schweizer setzten die mit drei Siegen perfekt ins Turnier gestarteten Österreicher vor ausverkauften Rängen gleich von Beginn an stark unter Druck. Das 0:1 durch Theo Rochette (6.) resultierte aus einem schnellen Gegenstoß der mit sechs NHL-Legionären gespickten Eidgenossen. Nach einem nicht genutzten Powerplay der Österreicher sorgte Timo Meier (10.) für das 0:2, wenig später erhöhte Nico Hischier (12.). Den vierten Treffer erzielte in Überzahl Damien Riat (14.).
Danach bremsten Schneider und Co. die Angriffswelle der aus einem Ruhetag gekommenen Gastgeber etwas ein und kamen zu einigen Entlastungsangriffen. Die Schweizer blieben aber auch im zweiten Drittel am Drücker. Nach einem Doppelschlag von Hischier (30./PP) und Calvin Thürkauf (31.) erlöste Bader Kickert und schickte Vorauer ins Gehäuse. Dieser war bereits nach etwas mehr als zwei Minuten erstmals geschlagen, Rochette (33.) stellte mit seinem zweiten Tor auf 7:0.
ÖEHV-Team wie im Vorjahresviertelfinale chancenlos
Im Schlussabschnitt verhinderten die Österreicher wieder rund zehn Minuten einen weiteren Gegentreffer, ehe Riat mit seinem zweiten Powerplaytor den nächsten besorgte. Das 0:9 durch Christoph Bertschy (57.) fiel kurz nach Ablauf einer weiteren Zweiminutenstrafe gegen Schneider. Die Schmach einer zweistelligen Niederlage blieb der rot-weiß-roten Auswahl letztlich doch noch erspart. Im Vorjahr war man der Schweiz im WM-Viertelfinale 0:6 unterlegen. Die erneute Schlappe wollte Bader nicht überbewerten. „Das Resultat ist wahrscheinlich zu hoch. Wir müssen darüber reden, aber die Mannschaft hat bisher eine fantastische WM gespielt. Ich glaube, dass dieses Gefühl überwiegt.“
Einen Einfluss der herben Pleite auf den weiteren Turnierverlauf befürchtet der Teamchef nicht. „Wir werden keine große Kritik machen, und ich glaube nicht, dass das einen negativen Einfluss haben wird“, so Bader. Seine Spieler sahen es ähnlich. „Natürlich ist das Ergebnis sehr hoch und schmerzt ein bisschen, aber wir haben gegen eine richtig gute Schweizer Mannschaft gespielt. Wir müssen nach vorne schauen, das abhaken und so schnell wie möglich verarbeiten und bald hinter uns lassen“, sagte Lucas Thaler.
Kapitän Schneider blickte nach nüchterner Analyse ebenfalls schon voraus: „Wir haben einfach einige Fehler gemacht, die die Schweiz eiskalt ausgenutzt hat. Man muss die richtigen Lehren daraus ziehen und es im nächsten Spiel besser machen. Wir werden hoffentlich mit neuem Elan und positiver Energie ins Deutschland-Spiel starten.“ Die Deutschen holten am Mittwoch nach einem 3:4 nach Penaltyschießen gegen Weltmeister USA ihren ersten Punkt.
(APA)/Beitragsbild: GEPA
